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AfD verlässt Perleberg und zieht nach Pritzwalk

Pritzwalk AfD verlässt Perleberg und zieht nach Pritzwalk

Die Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat in der Prignitz gleich zwei Baustellen. Einerseits ist die Partei auf der Suche nach einem Kandidaten für die Bundestagswahl. Andererseits ist das Parteibüro in Perleberg fast immer verwaist. Nun soll ein neues Büro in Pritzwalk eröffnet und von dort auch Wittstock mitbetreut werden.

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Gab dieser Auftritt in Pritzwalk den Ausschlag? Alexander Gauland kandidiert jedenfalls nicht in der Prignitz.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk/Perleberg. Zwischen Volksnähe und Populismus liegt manchmal nur ein schmaler Grat. Eine Partei, die davon lebt, als besonders bürgernah zu gelten, kann es sich eigentlich nicht leisten, dass ihr Abgeordneter kaum bekannt ist. Doch genau das hat bisher die Arbeit des Perleberger Büros der „Alternative für Deutschland“ (AfD) gekennzeichnet. Der Brandenburger Landtagsabgeordnete Rainer van Raemdonck hatte zwar sein Bürgerbüro in Perleberg, „nur präsent war er dort so gut wie nie“, kritisiert AfD-Kreisvorsitzender Thomas Schlaffke. Das Büro geriet lediglich in die Schlagzeilen, als es mit Eiern beworfen und ein Mitarbeiter bedroht worden war.

Die fehlende Präsenz sei innerhalb der Partei in wachsendem Maße kritisiert worden, weswegen die Räume seit einige Wochen geschlossen seien. „Wir wollen aber ein neues Büro eröffnen und das in Pritzwalk“, kündigte Thomas Schlaffke an. Das sei wichtig, um die Verbindung zur AfD-Führung zu halten und das nahe gelegene Wittstock mit zu betreuen. Welcher Abgeordnete dort präsent sein wird, vermochte Schlaffke aktuell noch nicht zu sagen. Überhaupt steckt die Prignitzer AfD offenbar in einer Art Selbstfindungsprozess.

Bewerber halten sich zurück

Am Dienstag gab es einen Bürgerdialog in Postlin/ Gemeinde Karstädt), bei dem eigentlich die Kandidaten für die Bundestagswahl vorgestellt werden sollten. „Bislang hat sich allerdings noch niemand dazu bekannt, sich für die AfD zur Bundestagswahl zu stellen“, sagte Thomas Schlaffke. Es sei jedoch das gute Recht etwaiger Bewerber, ihre Absicht zu kandidieren, erst in letzter Minute kundzutun. „Sicher ist nur, dass ich nicht für den Bundestag kandidieren werde“, sagte Thomas Schlaffke

Das gilt im Übrigen auch für einen der bekanntesten AfD-Politiker, den stellvertretenden Bundesvorsitzenden Alexander Gauland. Zumindest was die Prignitz betrifft. „Es war eine Zeit lang im Gespräch, dass Herr Gauland im Wahlkreis Prignitz zur Bundestagswahl antritt“, sagte Thomas Schlaffke. „Doch von diesem Plan hat er sich dann verabschiedet.“

Wahlkreis ist recht groß

Dass es vage Überlegungen in diese Richtung gegeben habe, bestätigt Marcus Schmidt, Pressesprecher der AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag. „Dass Herr Gauland jetzt in Frankfurt (Oder) antritt, hängt damit zusammen, dass ihn der dortige Kreisverband darum gebeten hat“, sagte Schmidt. „In anderen Kreisverbänden, darunter auch in der Prignitz, hat es immer auch andere Interessentenbekundungen von Mitgliedern gegeben, die für den Bundestag kandidieren wollten. Die Konfrontation, die sich daraus ergeben hätte, wollte Alexander Gauland vermeiden.“

Das Problem der AfD sei der große Wahlkreis, sagt Thomas Schlaffke. „Für die Bundestagswahl bildet die Prignitz ja eine Wahlkreis zusammen mit Ostprignitz-Ruppin und Teilen des Havellandes. Von dort kommen sicher auch Kandidaten“, sagt Thomas Schlaffke. Obwohl sich mutmaßliche AfD-Bundestagsabgeordnete bislang bedeckt halten, wird das Geheimnis nicht mehr lange zu bewahren sein.

AfD unterstützt Bürgerinitiative gegen Kreisgebietsreform

„Wir werden Donnerstagabend in Pritz­walk die Kandidaten für die Bundestagswahl wählen“, verkündet der AfD-Kreisvorsitzende. Die Wahlversammlung, die sich aus Mitgliedern der drei genannten Kreisverbände zusammensetzt, tagt ab 19 Uhr in der Alten Mälzerei in Pritz­walk.

Da mit der Zahl der Flüchtlinge auch die Debatte darüber abgeebbt ist, verlegt sich die AfD in der Prignitz auf andere Themenfelder. „Wir lehnen die Kreisgebietsreform vollständig ab, weil unserer Ansicht nach zunächst eine Verwaltungsstrukturreform stattfinden muss“, erklärte Thomas Schlaffke. Daher unterstütze die AfD die Bürgerinitiative unter Leitung des früheren Prignitzer Landrates Hans Lange (CDU). Außerdem befürwortet die Partei die Position des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg, das Jagdrecht auf den Wolf anzuwenden. „Ich bin davon überzeugt, dass wir vor jedem Tier, das wir schützen, selbst einmal geschützt werden müssen“, sagte Thomas Schlaffke.

22 Mitglieder zählt der Kreisverband

Ob es der AfD gelingt, mit solchen Themen zu punkten, bleibt abzuwarten. Zuletzt ging die Zahl der Teilnehmer an den Demonstrationen in Pritzwalk kontinuierlich zurück. Anfänglich waren rund 300 Teilnehmer auf dem Markt, zum Schluss lag die Zahl deutlich unter hundert. Auch eine längere Pause brachte keinen nennenswerten Zuwachs. „Das liegt aber auch daran, dass Arbeitgeber Druck auf Teilnehmer an AfD-Veranstaltungen ausüben“, vermutet Thomas Schlaffke. 22 Mitglieder zählt der Kreisverband Prignitz gegenwärtig. Für die Kandidatenkür in Pritzwalk werden 56 AfD-Mitglieder aus Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und dem Havelland erwartet.

Von Andreas König

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