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Prignitz "Alles geht viel langsamer"
Lokales Prignitz "Alles geht viel langsamer"
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08:27 18.10.2013
Ingo Jeschke arbeitet viel am Computer. Er organisiert Sponsoren, die bedürftige Einrichtungen unterstützen. Quelle: Beate Vogel
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Sadenbeck

Ministerin Martina Münch hat für Samstag neben Jeschke 64 ehrenamtlich Tätige aus den Bereichen Schule, Sport und Zivilgesellschaft in das Extavium im Filmpark Babelsberg in Potsdam eingeladen.

"Zum Glück hat mir ein Pritzwalker Autohaus für die Fahrt ein Auto zur Verfügung gestellt, in das auch mein Rolli passt", freut sich der 50-Jährige. Jeschke hat Parkinson. Weder kann er lange Strecken gehen, noch traut er es sich zu, allein Auto zu fahren. Am Samstag steuert deshalb Liane Mittag von der Selbsthilfegruppe Parkinson in Wittenberge das Auto durch die Landeshauptstadt. Nach dem Empfang im Filmpark wartet eine Benefizveranstaltung auf den Prignitzer: die Deutsche Parkinson Gala Tulip 2013 in Blankenfelde-Mahlow. Während am Nachmittag vor allem Staatsbedienstete und Abgeordnete mit den Ehrenamtlern plauschen, sind es dann Prominente wie Boxlegende Axel Schulz oder Topmodel Franziska Kuppe. Udo Lindenberg spendet ein selbst gemaltes Bild mit dem Titel "Hinterm Horizont", das zugunsten der Deutschen Parkinsonhilfe versteigert werden soll. Daniela Schadt, Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck, hat die Schirmherrschaft über die diesjährige Gala. Mit der Tulip 2013 soll die Entwicklung einer alternativen Bewegungstherapie für Parkinsonkranke in der Fachklinik Beelitz-Heilstätten unterstützt werden.

Die Spezialklinik ist auch für Ingo Jeschke eine Anlaufstelle. Seit die Krankheit vor zehn Jahren bei ihm diagnostiziert wurde, was mehrere Jahre dauerte, musste er sein Leben komplett umstellen. "Einfache Sachen sind kompliziert geworden, alles geht viel langsamer und man ist eher kaputt." Ein Spaziergang mit seiner Frau Carola zum Beispiel muss erst vorbereitet werden. Sie hilft ihm beim Anziehen und begleitet ihn, denn allein mag der 50-Jährige nicht mehr gehen. "Ich stürze oft." An Arbeiten ist nicht mehr zu denken. "Man darf gar nicht darüber nachdenken, dass man einmal der Ernährer der Familie war."

Morgens um 6 Uhr steht Jeschke üblicherweise auf, weil er lange braucht, um in die Gänge zu kommen: "Dann nehme ich die ersten Tabletten." Eine Stunde später folgt das nächste Medikament. Bis 8.30Uhr dauert es, bevor er richtig fit ist. Während seine Frau Carola zum Dienst geht, sitzt Jeschke dann vor allem am Computer. Weil er nachts schlecht schläft, muss er sich mittags wieder hinlegen.

Von Beate Vogel

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