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Als die Rundfahrt Schule machte

Tour de Prignitz Als die Rundfahrt Schule machte

Im Jahr 1999 fuhren erstmals Schüler bei der Rundfahrt mit. Das ließ die Teilnehmerzahlen explodieren und hatte Folgen für die gesamte Organisation: Ein zweiter Fahrraddoktor musste mit an Bord geholt werden, und das Catering wurde professionalisiert.

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Seit vielen Jahren die Fahrraddoktoren bei der Tour: Siegfried Ramin (l.) und Lutz Spieker.

Quelle: Foto: MAZ-ARCHIV

Pritzwalk. In 20 Jahren Tour de Prignitz haben die Macher und die Mitradler so einiges erlebt. Die MAZ blickt an dieser Stelle zurück und erzählt 20 Geschichten zu 20 Bildern – analog zur Ausstellung, die derzeit in der Kreisverwaltung in Perleberg zu sehen ist. Heute: die Tour de Prignitz 1999.

Lachende Schüler unterwegs – dieses Bild gab es noch nicht sofort bei der Tour de Prignitz. Als die Rundfahrt gestartet wurde, radelten die Prignitzer in den Herbstferien, mitunter bei nasskalten unter zehn Grad. Bei der ersten beiden Rundfahrten machten insgesamt jeweils etwa 700 Menschen mit – das ist inzwischen in etwa der Schnitt für eine Etappe. 1999 sollte alles anders werden. Denn die Idee, bereits zu Schulzeiten im September zu radeln, ließ die Teilnehmerzahl explodieren. Gleich auf der ersten Etappe stiegen 647 Pritzwalker und unter ihnen viele Schüler aufs Fahrrad, was den damaligen Caterer überforderte, der in Perleberg mit einem kleinen Grill und ein paar Bratwürsten stand. Die Folge: Ab dem Folgejahr wurde die Versorgung professionalisiert, und seit Lukullus sie übernommen hat, klappt das vorzüglich.

Eine weitere Folge: Ein zweiter Fahrraddoktor neben Lutz Spieker musste her. Und so ist seither Siegfried Ramin gemeinsam mit Spieker fester Bestandteil der Rundfahrt.

Mit den Schülern selbst wurde die Tour farbiger und jünger, wobei der September 1999 obendrein wie ein langer Spätsommer daherkam. Sonne satt und sommerliche Temperaturen ließen insgesamt gut 1500 Menschen in die Pedalen treten. Keiner konnte allerdings ahnen, was im Folgejahr passieren würde: In Perleberg stiegen so viele Schüler aufs Fahrrad, dass der noch immer gültige Teilnahmerekord für eine einzelne Etappe zustandekam. 1256 Radler, leider auch nicht alle ganz nüchtern , sorgten für immense logistische Herausforderungen. Als Folge wurde die Tour seitdem für alkoholfrei erklärt, und die Teilnahme von Schülern wird intensiv vorbereitet. Und so sind die Schulen weiterhin in unverzichtbarer Bestandteil im Feld – und meistens so fröhlich wie damals im Herbst 1999, als all dies seinen Ausgang nahm.

Von Bernd Atzenroth

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