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Prignitz Als fünf Bäume auf das Haus kippten
Lokales Prignitz Als fünf Bäume auf das Haus kippten
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00:19 14.10.2017
Monika Wriedt inmitten all der Schäden, die der Sturm auf ihrem Grundstück angerichtet hat. Quelle: Bernd Atzenroth
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Pritzwalk

Ein wenig verloren wirkt Monika Wriedt inmitten all des Chaos, das ihr der Sturm Xavier vor knapp einer Woche hinterlassen hat. Fünf Bäume kippten in kürzester Zeit auf den hinteren Teil ihres Hauses. Das Glasdach über dem Wintergarten hielt dem nicht stand und so liegt jetzt ein Teil ihrer Wohnung unter freiem Himmel. Auch ein Gartenhaus sowie der gesamte Garten wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen. Monika Wriedt weiß im Moment nicht wirklich weiter: „Ich fühle mich nicht gut“, sagt sie und das dürfte eine starke Untertreibung sein. Nicht einmal der Fernsehempfang funktioniert noch – die Bäume hatten die Empfangsschüssel zerstört. Möbel und Hausrat stehen mehr oder weniger im Freien und sind Regen und anderen Wetterunbilden ausgesetzt.

Dabei hatte Monika Wriedt noch Glück im Unglück. Als Xavier die Bäume auf ihr Anwesen wehte, befand sie sich selbst im Haus. „Viele sagen mir: ’Sei doch froh, dass Dir selbst nichts passiert ist’“, erzählt sie, ohne aber dabei einen wirklichen Trost zu empfinden, denn dafür ist einfach in den wenigen Sturmminuten zu viel kaputtgegangen. Und es gibt jetzt so viel zu klären, zum Beispiel, wer für all das aufkommt. Die Bäume waren zwar Stadtwald, doch kommt es bei der Begleichung letztlich auf die Gebäudeversicherung für Monika Wriedts Haus an.

Dach notdürftig repariert

Wer auf dem Hainholzweg vorne an dem Haus vorbeikommt, sieht dabei fast gar nichts von dem gewaltigen Schadensausmaß auf der Hinterseite. Bei genauerem Hinsehen fallen ein paar heruntergefallene Dachziegel auf. Immerhin hatten sich Mitarbeiter der Firma Hildebrandt des Dachs sofort angenommen und für eine notdürftige Reparatur gesorgt. Allerdings sind auch hier noch weitere Arbeiten erforderlich – das Haus ist an der Rückseite eingerüstet. „Durch das Moos auf den Dachziegeln sieht man nicht, wie viele Ziegeln beschädigt sind“, sagt Monika Wriedt.

Ansonsten sind die breiten Spuren von Fahrzeugen in der Hauseinfahrt sichtbare Zeugen davon, was hier passiert ist. Monika Wriedts Schwiegersohn hat einiges bereits abgefahren. Für die Beseitigung des Sicherheitsglases im Wintergarten, dessen ineinander verschweißte Platten zunächst nach dem Sturm durch- und herabhingen, musste die Firma Dummer sorgen, die einen höheren Hubwagen hat und dies von oben machen konnte. An den bisherigen Beräumungsarbeiten war auch die Firma Dankwardt beteiligt. Und auch mit der Stadt gab es Gespräche.

Im Wald ist es gefährlich

Wie stark der Sturm auch im Hainholz gewütet hat, lässt sich sehr gut gegenüber von Monika Wriedts Haus sehen: Der dortige Park der Jahresbäume ist zum Teil zerstört. Die Aufräumarbeiten stehen an dieser Stelle noch bevor, wie Revierförster Olaf Bergmann erklärte, der just zur gleichen Zeit in dem Gebiet unterwegs war. Immerhin: Der seit Tagen gesperrte Hauptweg durch das Hainholz in Richtung Streckenthin soll am Donnerstag wieder komplett frei sein – am Mittwoch lag allerdings noch hinter der Fußgänger- und Radfahrerholzbrücke kurz vor Streckenthin ein Baum auf dem Weg und versperrte ihn komplett.

Abgesehen davon ist es nach wie vor nicht ratsam, vom Hauptweg abzuweichen. „An einem Baum war ein großer Ast so locker, dass ich ihn so abnehmen konnte“, berichtet Bergmann. Es ist also auf unabsehbare Zeit im Wald gefährlich, „und für den Bereich Meyenburg gilt dasselbe“. All das hielt am Mittwoch manchen Läufer nicht davon ab, im Hainholz seinem Hobby zu frönen.

Am schlimmsten hat es im Hainholz allerdings wirklich Monika Wriedt getroffen, das weiß auch der Revierförster. Die Seniorin tastet sich nun erst nach und nach in die Normalität zurück. „Irgendwie bin ich innerlich noch ganz durcheinander“, sagt sie. Am Mittwoch ging sie aber erstmals seit dem Sturm wieder einkaufen und setzte sich mit ihrer Versicherung in Verbindung.

Von Bernd Atzenroth

Die Besuchergänge im Perleberger Tierpark sind wieder frei passierbar. Ab Donnerstag öffnet das Areal zu den regulären Öffnungszeiten. Bis zum Mittwoch, fast eine Woche nach dem Sturm, dauerten die Arbeiten an, um die groben Schäden zu beheben. Viele weitere Wochen werden folgen, bis alles wieder repariert werden kann.

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