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Als wäre es in Pritzwalk

Eröffnung der Sieben-Künste-Ausstellung in Potsdam Als wäre es in Pritzwalk

Eine Kleinstadt im Banne der Kunst: Das Sieben-Künste-Projekt hat in Pritzwalk unerwartete Spuren hinterlassen. Die Initiatoren, das Künstler-Duo Clegg & Guttmann, dokumentieren die mehrmonatige Aktion nun in Potsdam in einer Ausstellung.

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Gebannt schauten die Zuschauer der Filmdokumentation des Sieben-Künste-Projekts zu, die der 15-jährige Richard Spitzner mit Unterstützung des Filmemachers Jean Boué gedreht hat.

Quelle: BKV Potsdam / Michael Lüder

Potsdam. Mit seinen 15 Jahren ist Richard Spitzner am vergangenen Sonnabend schon ein kleiner Star gewesen. Bei der Eröffnung der Ausstellung über die Sieben Künste von Pritzwalk wurde sein Dokumentarfilm über die ganze Aktion gezeigt. Und davon waren die Zuschauer begeistert. Wie man ohnehin nicht schlecht staunt, was in jenem Sommer 2014 so alles zustandegekommen ist in der Stadt an der Dömnitz, die so fern von Kunst zu sein schien wie nur irgendwas. Etwa ein Pritzwalk-Lied, was junge Dömnitzstädter gemeinsam mit dem Rapper Ono Ngcala aufgenommen haben – seine Entstehung wurde in Richard Spitzners Film auch dokumentiert. Oder die „Kunstfreunde Pritz­walk“, deren Gründung nachhaltig durch die Sieben Künste inspiriert war.

Ein Jahr nach dem Projekt eröffneten die beiden Künstler Clegg & Guttmann ihre Einzelausstellung. Im Ausstellungspavillon auf der Freundschaftsinsel zeigen sie eine raumgreifende Installation, in der Elemente der Pritzwalker Innenstadt wie durch die Kulissen einer Theaterbühne angedeutet werden. Mit Kreide und Kantholz-Konstruktionen wurde quasi ein einfacher Grundriss der Innenstadt nachgezeichnet.

Für Gerrit Gohlke vom brandenburgischen Kunstverein Potsdam, gleichzeitig Kurator der Sieben Künste, war es eine reizvolle Mischung von Leuten, die sich da am Sonnabend zusammengefunden hatten. Denn zum einen waren viele Berliner dort, zum anderen aber war auch die Dömnitzstadt stark vertreten. 28  Pritzwalker waren mit dem Bus gekommen, weitere auf andere Weise angereist, so­- dass etwa 35 Prignitzer Gäste die Schau besichtigten. Unter ihnen waren Christa Pfeifer, Sprecherin des Innenstadt-Vereins, für die Stadtverwaltung Jutta Schröder und Theresa Paul sowie Horst Kontak, Vorsitzender der Kunstfreunde Pritzwalk. Jutta Schröder fand die Veranstaltung gut und die Erläuterungen von Gerrit Gohlke hörenswert.

Allen Besuchern wurde ein interessantes Ausstellungskonzept geboten. Denn die sieben Läden, in denen die Sieben Künste Platz gefunden haben, hatten allesamt ihre eigene Ecke bekommen, ebenso das Café. Und man konnte Pritzwalk nicht nur sehen, sondern an allen Ständen auch hören. Alles war so echt aufgebaut – etwa das Projekt DDR-Kinder- und Jugendbibliothek durch ein animiertes Bücherregal -, „als wäre es in Pritz­walk“, wie Christa Pfeifer meinte.

Ausgestellt sind auch drei Stahlskulpturen, die der Künstler Jost Löber aus Horst (Gemeinde Groß Pankow) angefertigt hat. Drei der angekündigten und im Rahmen der Aktion entstandenen Porträts sind in der Ausstellung ebenfalls berücksichtigt. Zu sehen sind Horst Kontak, Christa Pfeifer und Richard Spitzner. Aber 16 bis 18 Porträts sind nach Angaben Gerrit Gohlkes insgesamt entstanden. Die Idee steht im Raum, sie im kommenden Jahr in Pritzwalk zu zeigen. Einen Termin dafür gibt es aber noch nicht. Das angekündigte Sieben-Künste-Buch gibt es auch noch nicht, aber Gohlke versicherte, dass es erscheinen wird. Nur hatte sich eine Finanzierungslücke aufgetan, wie Gohlke sagte. Christa Pfeifer erklärte dazu, dass die Stadt Pritzwalk sich aus der Finanzierung zurückgezogen habe. Wenn diese Lücke geschlossen ist, dann wird es das 150 bis 200 Seiten starke Buch, das Gohlke als „Chronik“ und „Erzählbuch“ charakterisierte, auch geben. Ungeachtet dessen hat der Kunstverein schon eine Einladung aus Wien, um es dort vorzustellen. „Über unsere Künstlerkontakte kommt das Projekt jetzt auch ins Ausland“, freute sich Gohlke.

Wie Pfeifer erklärte, gibt es auch die Idee, den Pritzwalk-Song und den Dokumentarfilm auf einer CD zu Weihnachten anzubieten.

Von Bernd Atzenroth

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