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Alte Brennerei verfällt weiter

Demerthin Alte Brennerei verfällt weiter

Die ehemalige Brennerei in Demerthin war einst ein Gutsbetrieb des Schlosses. Heute verfällt das Gebäude. Die Gemeinde Gumtow würde es gern als Unterstellplatz für ihre Technik nutzen. Jedoch kam das Projekt nicht auf die Prioritätenliste für das Kreisausgleichsbudget, sondern ist nur Reservemaßnahme.

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Die alte Brennerei hinter der Demerthiner Kirche ist eigentlich nur noch eine Ruine. Der vordere Teil wird von der Gemeinde als Lager genutzt.

Quelle: Sandra Bels

Gumtow. Die Gemeinde Gumtow benötigt dringend eine Lagerhalle für ihre Technik. Derzeit wird es laut Bürgermeister Stefan Freimark so gehandhabt, dass die Gemeindearbeiter die Maschinen teilweise mit nach Hause nehmen. Außerdem nutzt die Gemeinde einen Teil der ehemaligen Brennerei in Demerthin. Deshalb hatte die Verwaltung auch vorgeschlagen, diesen Teil als Maßnahme innerhalb des Kreisausgleichsbudgets einzureichen.

Angedacht war, den Anbau mit dem Fördergeld nutzbar zu machen. Jedoch ist das Vorhaben nach der Gemeindevertretersitzung nur als Reservemaßnahme festgelegt worden, wenn eins der vier beantragten Projekte nicht genehmigt wird. Dann könnte man laut Freimark noch einmal über die Sanierung der Lagerhalle sprechen. Werden alle vier eingereichten Vorhaben bewilligt, muss der Anbau weiter warten. Freimark sagte, dass man dann noch schauen könnte, ob man die Sanierung doch aus dem Gemeindehaushalt finanzieren kann.

Demerthins zentrale Lage wäre ein Plus für den Standort

Freimark ist sich sicher, dass man aus dem Blocksteinanbau mit wenigen Mitteln ein passables Lagergebäude für die Gemeinde machen kann. In dem könnte dann die Technik sicher und vor der Witterung geschützt stehen. Demerthins zentrale Lage wäre ein weiteres Plus für den Standort, so Freimark. Er erklärte auch, welche Arbeiten am Anbau ausgeführt werden müssten. Demnach ist eine Dachsanierung mit Satteldach und Trapezblech vorgesehen. Gleichzeitig soll der vorhandene Wellasbest entsorgt werden. Freimark erklärte zudem, dass defekte Hölzer aus dem Dachstuhl entfernt werden und das Dach gedämmt wird. Darüber hinaus ist vorgesehen, das schadhafte Mauerwerk zu sichern und auszubessern. Innen soll ein Fußboden eingebaut werden. Der Gemeindeverwaltung liegen laut Bürgermeister Angebote von Fachfirmen vor, die sich die alte Brennerei angeschaut haben. 26 000 Euro wären für die Arbeiten aufzubringen.

In der Gemeindevertretersitzung wurde nachgefragt, ob der Denkmalschutz bei den Arbeiten einzubeziehen ist. Dazu sagte Freimark: „Für die ehemalige Brennerei besteht nur ein Umgebungsschutz, kein Denkmalschutz.“ Die Denkmalbehörde sei mit den Arbeiten einverstanden, weil nichts Grundlegendes am Gebäude verändert wird.

Unklar, bis wann die Demerthiner Brennerei in Betrieb war

Die ehemalige Brennerei war einst ein Gutsbetrieb und gehörte zum Schloss. Heute ist die Gemeinde Gumtow Eigentümer von Renaissanceschloss und Brennerei. Letztere ist jedoch mittlerweile nicht mehr als eine durchlöcherte Ruine. Der Verein Prignitzdorf Demerthin, dem auch der Gumtower Eckhard Zempel angehört, hat versucht, etwas über die Geschichte der Brennerei in Erfahrung zu bringen. „Wir kommen mit den Recherchen derzeit aber nicht weiter, weil es schwierig ist, an Quellen heranzukommen“, so Zempel. Unklar sei ebenfalls, bis wann die Brennerei in Demerthin überhaupt in Betrieb war. Zempel weiß, dass sich die alten Demerthiner Geschichten über das Gebäude erzählen. Eine besagt zum Beispiel, dass sich russische Soldaten einst am gebrannten Alkohol gütlich getan haben sollen, ungeachtet dessen, dass er größtenteils für die Industrie und nicht für den Verzehr produziert worden war.

Es ist nicht der erste Versuch der Gemeindeverwaltung, das Gebäude auf Vordermann zu bringen. Bei der Diskussion über einen neuen Feuerwehrstandort für Demerthin, weil der alte zu klein geworden war, stand kurzzeitig auch ein Teil der alten Brennerei zur Diskussion. Jedoch hätte das Herrichten eines Teils für die Feuerwehr nach ersten Schätzungen mehr als 100 000 Euro gekostet. Deshalb wurde dieser Plan wieder verworfen.

Von Sandra Bels

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