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Alte Messtechnik sticht GPS-System aus

Herbstwanderung durch das Pritzwalker Hainholz Alte Messtechnik sticht GPS-System aus

Die knallroten Früchte der Eibe leuchten auch ohne Sonne. "Welcher Baum ist denn das?", fragt sogleich ein Besucher bei der Führung durch den Stadtwald. Der Pritzwalker Revierförster Olaf Bergmann klärt auf: "Die Eibe ist eine heimische Baumart, heißt aber auch Pferdegift, weil sich diese Tiere durch die Früchte vergiften.

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Revierförster Olaf Bergmann zeigte Hilfsmittel für die Waldarbeit.

Quelle: Christamaria Ruch

Pritzwalk. "Doch auch für den Menschen ist der Samen giftig - nu r der rote Samenmantel darf verspeist werden. Schon zum Auftakt der alljährlichen Herbstwanderung durch das Pritzwalker Hainholz konnten die zwölf Besucher am Sonnabendvormittag Wissenswertes aus erster Hand erfahren. Revierförster Olaf Bergmann führte gemeinsam mit Ingo Sonnenberg, Vorsitzender vom Regionalverband Prignitz der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), durch den Stadtwald. "Dieses Jahr steht bundesweit im Zeichen von 300 Jahre Nachhaltigkeit des Waldes", erklärte Sonnenberg. Dabei spielt die Holznutzung eine entscheidende Rolle. Nachhaltig wirtschaften heißt beispielsweise, jährlich weniger Holz abzuschöpfen als nachwächst. Auch ökologische Aspekte, wie eine Laubholzbeimischung sowie die Schutz- und Erholungsfunktion spielen eine Rolle.

Zunächst zeigte Revierförster Bergmann wichtige Utensilien aus dem Alltag eines Försters. Rotes Papierband wird um Zukunftsbäume gebunden - d ieses Geheimzeichen zeigt, dass dieser Baum geastet wird. Leuchtfarbe markiert wiederum mit zwei Strichen die Bäume für die Durchforstung. Der Feldzirkel mit einer Spreizweite von zwei Metern "arbeitet genauer als das moderne GPS- System", so Bergmann. Dadurch kann der Förster parzellenscharf den Wald vermessen. Das satellitengesteuerte GPS-System verfehlt hingegen um mehrere Meter das Messziel.

"Das Eschentriebsterben zählt derzeit zu den Problemen im Hainholz", so Olaf Bergmann. Ein Pilz löst bei dieser Komplexkrankheit das Verkahlen der Triebe aus. "Vollständig sind die Ursachen noch nicht geklärt", erklärte Bergmann. Ein Besucher fragte: "Was sind das für Narben am Buchenstamm?" Bergmann diagnostizierte einen Schlagschaden an der Rinde. Dieser kann etwa durch das Fällen eines anderen Baumes entstehen. "Buchen sind wegen der glatten Rinde sehr schadanfällig", erklärte Bergmann. "Bilden Nadelbäume in dieser Situation Harz aus, bildet sich bei Laubbäumen eine Kambiumschicht durch Überwallung." Sie verschließen die Wunde selbst.

Der Mischwaldbestand ist charakteristisch für das Hainholz. Buchen und Erlen dominieren als Laubbäume auf den reichen und kräftigen Böden im Südrevier. Die Kiefer wächst hingegen auf mittelmäßigen Standorten im Nordbereich. Geben Bodenzahlen in der Landwirtschaft Auskunft über die Qualität, wird in der Forst nach Stammnährkraft in fünf Stufen unterschieden. Am Ende der zweistündigen Wanderung konnten sich die Besucher beim Picknick an der Waldschule stärken.

Von Christamaria Ruch

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