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Alte Schule soll dieses Jahr abgerissen werden

Gerdshagen Alte Schule soll dieses Jahr abgerissen werden

Noch dieses Jahr soll die Schule in Gerdshagen abgerissen werden. Das Geld steht im Haushalt bereit. Der 1983 errichtete H-Bau ist inzwischen ein richtiger Schandfleck in der sonst so gepflegten Dorfmitte. Zwar hatte es 2012 noch einmal Ideen zur Nachnutzung gegeben, doch deren Förderung wurde abgelehnt.

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Fremdkörper in der gepflegten Umgebung: Das Gerdshagener Schulgebäude aus dem Jahr 1983 soll noch dieses Jahr abgerissen werden.

Quelle: Beate Vogel

Gerdshagen. Das Schicksal des alten Schulgebäudes in Gerdshagen (Amt Meyenburg) ist besiegelt: Es soll noch in diesem Jahr abgerissen werden. Geplant ist für die Stelle ein Rodelberg, informierte Bürgermeister Robert Gemmel. Der Hügel könnte später ein Teil des gepflegten Parks zwischen Gemeindehaus und Mehrzweckhalle werden, in dem der marode H-Bau aus den 80er Jahren im Moment wie ein Fremdkörper wirkt. Für viele Gerdshagener, die selbst noch in der Schule unterrichtet wurden, dürfte das kein leichter Abschied sein.

„Das Konzept für eine Nachnutzung ist ja abgelehnt worden“, so Bürgermeister Gemmel. So blieben den Gerdshagenern zwei Möglichkeiten: „Entweder der Abriss oder wir leben mit der Ruine.“ Das habe dazu geführt, dass die Gemeinde den Abriss ins Auge fassen muss. „Das Geld dafür ist eingeplant.“ Fördermittel sind für das Vorhaben nicht beantragt, erklärte auf Nachfrage dazu Meyenburgs Bauamtsleiterin Uta Nebert. „Im Haushalt der Gemeinde werden für den Abriss seit Jahren Rückstellung gebildet.“ Das Schulgebäude hat in der jüngsten Zeit sehr gelitten: Laut Gemmel ist die Bausubstanz des einen Turmes nicht mehr sanierbar. Vor allem im rechten Gebäudeteil hatte es schon vor Jahren Risse zwischen tragenden Wandelementen gegeben. „Und den Rest zu sanieren, wäre nicht rentabel.“

Mauern haben schon Risse

Mit dem Abrissmaterial könnte bei Straßensanierungen im Gemeindegebiet der Unterbau befestigt werden, habe sich die Gemeindevertretung laut Gemmel überlegt. Die Agrargenossenschaft würde der Kommune eine Fläche zur Verfügung stellen, auf der das Material gelagert werden könnte. „Und sie hilft uns auch mit Technik beim Abriss.“

Inzwischen wird die Schule immer unansehnlicher – zumal das Gelände ringsherum immer schmucker wird. Die Kommune und der Gemeindekulturverein haben in den Jahren nicht nur das Gemeindehaus, sondern auch die historische Parkanlage saniert. Die sehr gepflegten Anlagen stehen in starkem Kontrast zum alten Schulgebäude, an dem immer mehr der Zahn der Zeit nagt. Die Fenster in den Etagen sind teils kaputt oder stehen offen, die Mauern haben Risse, Feuchtigkeit dringt ein.

1983

1983: Der Schulneubau war damals der ganze Stolz der Gemeinde Gerdshagen.

Quelle: Privat

Gerdshagen war schon lange Schulstandort auch für die umliegenden Orte und Gemeinden, bevor 1983 in der Dorfmitte das fünfstöckige Schulgebäude errichtet wurde. Eröffnet wurde die Einrichtung 1984. 1998 gingen noch 150 Grundschüler in Gerdshagen zum Unterricht, zuletzt besuchten im Schuljahr 2002/2003 knapp 60 Kinder die Kleine Grundschule. Damit ließen sich die Betriebskosten für das Gebäude nicht finanzieren. Nach vielen intensiven, emotionsgeladenen Diskussionen beschlossen die Gemeindevertreter im Januar 2003 schweren Herzens, dass die Schule zum Schuljahresende geschlossen wird. Die Grundschüler wurden auf die Schulen in Pritzwalk und Meyenburg verteilt. Seitdem steht das Gebäude leer. Bereits 2009 fasste die Gemeindevertretung den Beschluss, dass die Schule abgerissen werden soll: Es hatte sich trotz aller Bemühungen keine Nachnutzung gefunden.

Nutzungskonzept wurde abgelehnt

Die Arbeitsförderungsgesellschaft (AFÖ) Pritzwalk und ihr Geschäftsführer Robert Gemmel versuchten es 2012 dann doch noch einmal und legte ein Nutzungskonzept vor: Es gründete auf dem Rückbau von drei der vier komplett unterkellerten Etagen des H-förmigen Gebäudes. Die verbleibenden Kellerräume und einen Teil der ersten Etage wollte die AFÖ als Werkstatt, Büro, Schulungsräume und Garagen nutzen. Das umgebaute Gebäude sollte dann zu einem „Zentrum für Arbeit (LZA) Gerdshagen/Prignitz“ entwickelt werden.

Fristgerecht hatte die Gemeinde Gerdshagen dazu einen Fördermittelantrag beim damaligen Landesamt für Flurneuordnung und Ländliche Entwicklung (LELF) in Neuruppin gestellt, um das mit 270 000 Euro veranschlagte Projekt mit einem Eigenanteil von 100 000 Euro finanzieren zu können. Allein in die fachliche Vorbereitung des Antrages hatte die Gemeinde 10 000 Euro investiert. Das Amt in Neuruppin lehnte den Antrag ab.

In der Begründung war damals argumentiert worden, „dass die alte Schule einen Missstand darstelle und daher zu begrüßen sei, dass dieser beseitigt werden soll“. Da die Gemeinde einen Teil des Gebäudes nutzen wollte und es nicht komplett abgerissen werden soll, war der Antrag abgelehnt worden. In Gerdshagen und in der Amtsverwaltung hatte das niemand nachvollziehen können. Der komplette Abriss war damals mit 120 000 Euro veranschlagt worden, wofür die Kommune Rückstellungen gebildet hatte.

Von Beate Vogel

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