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Alte Technik zum Anfassen

Kathfelder Mühle in Pritzwalk öffnete zum Mühlentag Alte Technik zum Anfassen

Die Kathfelder Mühle in Pritzwalk ist ein Familienschatz. Seit 1892 befindet sie sich in vierter Generation im Familienbesitz von Andreas Plagemann. Zum Deutschen Mühlentag hat er die Türen zum historischen Bau geöffnet und sogar eine kleine historische Führung gegeben. Doch die alte Technik zum Anfassen sind nur noch Relikte der Vergangenheit.

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Pritzwalk. Das Herzstück sitzt im Erdgeschoss der Kathfelder Mühle. Dort befindet sich mit dem Getriebe die sogenannte Transmission. Einst wurde dort die Energie aus der Wasserkraft über Lederriemen und Riemenscheiben übertragen. Diese Energie gab den Takt für Generationen von Müllern an. Mahlsteine und Walzenstühle wandelten Getreide in Mehl und Schrot um. Heute wird dort jährlich Elektroenergie für 15 Haushalte aus der Wasserkraft gewonnen.

Alljährlich zum Deutschen Mühlentag öffnet Familie Plagemann die Türen zum historischen Bau. Die Landfrauen Pritzwalk und Umgebung bewirteten erneut die vielen Besucher und boten selbst gebackenen Kuchen an. "Seit 1892 befindet sich die Mühle in Familienbesitz, nun in vierter Generation", sagt Andreas Plagemann. Der 45-Jährige aus Löhne (Nordrhein-Westfalen) ist regelmäßig mit seiner Familie zu Besuch in Pritzwalk. Seit 20 Jahren führt er Gäste durch die vier Etagen. "Besonders faszinieren mich Technik und Aufbau und mit welchen einfachen Mitteln eine so hohe Leistungsfähigkeit erzielt wurde", sagt er. Und: "Hier ist glücklicherweise alles erhalten geblieben."

Die heutige Technik stammt aus den Jahren 1937/1938. Anfang der 1950er Jahre ging die Mühle aus dem Familienbesitz in Volkseigentum über und arbeitete weiter bis zur politischen Wende. 1990 erhielten Friedrich und Renate Plagemann die Mühle im Zuge der Rücküberführung wieder und sanierten sie bis 2006. "Alles voll funktionsfähig, aber zwischen einzelnen Etagen fehlen die Verbindungsrohre", so Schwiegersohn Andreas Plagemann.

Ronald und Ute Lange mit Tochter Christiane aus Dallmin (Gemeinde Karstädt) gehörten Montag zu den ersten Besuchern. "Bis vergangenes Jahr hatten wir in unserer Agrargesellschaft eine ähnliche Mühle im Betrieb", sagte Ronald Lange. Nun liegt dort nur noch der "Staub der Jahrhunderte über den Maschinen". Umso mehr freuten sich Langes, die funktionsfähige Kathfelder Mühle zu besichtigen. Schon im Erdgeschoss ziehen die gut 2,5 Tonnen schweren Mahlsteine das Interesse auf sich. Die wellenförmige Oberfläche besteht aus Mahlbalken und Luftfurche. Diese sorgen für das Zermahlen von Getreide. Eine Etage höher befindet sich mit der sogenannten Bütte ein Holzrahmen, in dem Mahl- und Läuferstein sitzen. "Zum Schroten eignet sich die Bütte auch heute noch", verrät Andreas Plagemann. "Wenn der Mahlstein 30 Tage mit jeweils acht Stunden Betrieb im Einsatz war, musste der Stein geschärft werden." Während mit der Bigge die Luftfurchen auf dem Mahlstein nachgearbeitet wurden, sorgte der Kraußhammer dafür, dass die Mahlbalken abgeschrägt und gebrochen wurden. Walzenstühle arbeiten im Gegensatz zu Mahlsteinen mit einer wesentlich höheren Ausbeute an Mehl.

Von Christamaria Ruch

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