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Alte Tricks immer noch aktuell

Die Polizei warnt Alte Tricks immer noch aktuell

Betrüger werden immer dreister, wenn sie andere Menschen abzocken. Manche versuchen es am Telefon mit dem Enkeltrick, andere geben sich als Polizisten oder Stadtwerke-Mitarbeiter aus, um in die Wohnung von älteren Menschen zu gelangen. Die Polizei warnt davor, sich auf ein Gespräch mit Unbekannten einzulassen, die unaufgefordert einen Dienst anbieten.

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Betrüger sind dreist und haben keine Skrupel. Vor allem am Telefon schaffen sie es immer wieder, das Vertrauen von Leuten zu gewinnen.

Quelle: dpa

Neuruppin. Das Telefon einer älteren Dame klingelt und am anderen Ende meldet sich der Enkel, wie schön. Was folgt ist ein Gespräch, in dem der angebliche Enkel die Großmutter um Geld bittet. Er könne es jedoch nicht abholen und würde deshalb jemand anderen vorbeischicken. So ähnlich könnte sich eine Betrugsszene am Telefon abspielen.

„Ein neuer Trick ist das nicht“, sagt Dörte Röhrs von der Polizeidirektion Nord in Neuruppin. „Viele Tricks werden abgewandelt. Der Enkeltrick funktioniert auch mit einem anderen Verwandten“. Zumeist schaut der Anrufer zuvor ins Telefonbuch. Entdeckt er einen Vornamen, der einer älteren Generation zugewiesen werden könnte, versucht er sein Glück, erzählt Röhrs von der Vorgehensweise der Betrüger.

Polizei ruft zum Nachdenken auf

Das Telefon ist dabei nicht das einzige Mittel, mit denen sich Kriminelle Geld anderer erschleichen wollen. „Sei es an der Haustür oder auf der Straße, die Menschen werden immer in ein Gespräch verwickelt“, so Röhrs. Beispielsweise um sich, unter falschen Vorwand, Zugang zur Wohnung zu verschaffen. Angebliche Polizeibeamte, Handwerker, Mitarbeiter der Stadtwerke oder Postzusteller geben vor, Hilfe zu benötigen und bitten um ein Glas Wasser, Papier oder Stift und fragen, ob sie die Toilette oder das Telefon benutzen dürften. „Überlegen Sie sich, wenn Fremde von einer Not erzählen, warum diese zu Ihnen kommt“, ruft die Polizei in einem Dossier zum Nachdenken auf.

Wenn sie allein sind, können sie ihre Augen nicht überall haben und die Räume können nach Wertsachen durchsucht werden, so Holger Mende der Bereichsleiter der Prävention der Polizeiinspektion Ostprignitz-Ruppin. Die Polizei empfiehlt in solchen Situationen, keine Unbekannten in die Wohnung zu lassen, die Tür nur mit Sperre zu öffnen und sich den Ausweis von Amtspersonen zeigen zu lassen. „Bei dem kleinsten Zweifel, immer jemand anderen hinzuziehen oder auch bei der Polizei anrufen und nach der Masche fragen“, rät Röhrs mit Nachdruck.

Immer in ganzen Sätzen antworten

Betrugsversuche lassen sich am Telefon am einfachsten lösen. „Freundlich ablehnen oder einfach auflegen“, empfiehlt Dörte Röhrs. „Aber da wir alle zur Höflichkeit erzogen wurden, ist das am Telefon manchmal nicht so einfach“, verdeutlicht sie die Problematik. Eine noch kriminellere Vorgehensweise ist, wenn ein Telefonat unerlaubt aufgezeichnet wird und das kleinste „Ja“ als Zustimmung gewertet werden kann. „Generell immer in ganzen Sätzen antworten“, mahnt Röhrs.

Die Polizei kann auf eine gesunkene Kriminalitätsrate blicken. Wurden 2015 im Land Brandenburg noch 22 098 Betrugsfälle registriert, waren es im Jahr 2016 etwa zehn Prozent weniger, nämlich 19 935. Für den Landkreis Ostprignitz-Ruppin wurden im Jahr 2015 3 023 Betrugsdelikte aufgenommen, 2014 waren es dagegen noch 3 657 Fälle.

Handtaschenklau lässt nicht nach

Ebenfalls kein Bereich vor dem die Kriminalität halt macht, ist die Pflege anderer Menschen. Sei es als Pflegender, der gegenüber seines Angehörigen handgreiflich wird oder als Pflegekraft. Die Polizei empfiehlt Mitpatienten ernst zu nehmen, auf augenscheinliche Verletzungen zu achten und als pflegender Angehöriger professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Alt bewährt, aber nach wie vor aktuell sind der Handtaschenklau auf der Straße oder das angeblich gewonnene Preisausschreiben. „Aber ich weiß meistens doch am besten selbst, wo ich teilgenommen habe“, sagt Röhrs. Auch hier sollen sich Betroffene nicht scheuen an die Polizei zu wenden. „Einfach trauen“, so Röhrs. Hilfe, so die Polizistin, kann auch von den Nachbarn kommen, die man bittet, in Abwesenheit auf das Grundstück zu achten oder für den Notfall die Telefonnummern auszutauschen.

Lebenserfahrung macht sicherheitsbewusst

Auch die Sicherheit im Internet rückt immer weiter in den Fokus polizeilicher Ermittlungen. Internetnutzer sollten vorsichtig beim Öffnen von unbekannten Emails sein und die Daten des Online-Banking niemals per Mail an ein Bankinstitut schicken. „Größtenteils gehen die Betrugsfälle auf Warenbetrug zurück“, erklärt Dörte Röhrs. Die Polizei rät, sich gut über den Anbieter aus dem Internet zu informieren, die Gewährleistungsbedingungen und das Rückgaberecht zu informieren.

Trotz aller krimineller Machenschaften, können sich die Menschen in der Region natürlich immer noch auf die Straßen trauen. Aufgrund der Lebenserfahrung sind auch gerade Senioren sicherheitsbewusst und vorsichtig in Bezug auf Gefahren, so die Polizei.

Eines ist bei Betrügermaschen immer gleich und sollte allen bewusst sein, sagt Dörte Röhrs: „Sei es an der Haustür oder auf der Straße, die Menschen werden immer in ein Gespräch verwickelt.“

Die nächste Veranstaltung zum Thema Betrügereien findet am Mittwoch, 12.April um 14 Uhr im Seniorenverein im evangelischen Kirchenkreis in Wittstock statt.

Von Lisa Neumann

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