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Altes Wasserwerk hat ausgedient

Bälow Altes Wasserwerk hat ausgedient

Das Trinkwasser für die rund 500 Einwohner von Bälow, Rühstädt, Scharleuk, Gnevsdorf, Abbendorf und Klein Lüben kommt seit kurzem aus Bad Wilsnack. Der Westprignitzer Trinkwasser- und Abwasserzweckverband lässt das Wasserwerk Bälow stilllegen und Druckerhöhungsstation umbauen. Eine Million Euro kostet die Investition

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Das Wasserwerk Bälow wird stillgelegt. Einer der Reinwasserbehälter wird zu einer Druckstation umfunktioniert.

Quelle: Andreas König

Bälow. Der Ort ist wirklich nah am Wasser gebaut: Die Elbe strömt in normalen Zeiten in etwa 600 Metern Entfernung an Bählow vorbei – bei Hochwasser sind es deutlich weniger. Doch das Trinkwasser für die 111 Einwohner kommt aus den tiefen Wasserspeichern in der Erde am südlichen Ortsausgang in Richtung Rühstädt. Kam, muss man sagen, denn in dem Wasserwerk wird kein Wasser mehr aus der Tiefe gefördert und verteilt. „Der Westprignitzer Trinkwasser- und Abwasserzeckverband hat das Wasserwerk Bälow aufgegeben“, erläutert Detlef Gottwald, technischer Leiter des Verbandes.

„Das Werk habe nur die Einwohner von Bälow, Rühstädt, Scharleuk, Klein Lüben, Gnevsdorf und Abbendorf versorgt, insgesamt 500 Personen. „Wir haben verschiedene Vergleichsberechnungen angestellt und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass es günstiger ist, die Orte von Bad Wilsnack aus zu versorgen“, erklärt Detlef Gottwald. So wurde eine rund neun Kilometer lange Trinkwasserleitung von Bad Wilsnack nach Bälow verlegt. Einer der beiden Reinwasserspeicher, die sich in der Erde unter dem charakteristischen Hügel befindet, wird stillgelegt, der andere fungiert als Wasserspeicher, um den Druck für die Wasserversorgung der Verbraucher in Bälow und den anderen Orten sicherzustellen.

Zahl der Wasserwerke wird weiter reduziert

„Die wichtigsten Arbeiten sind abgeschlossen“, berichtet der technische Leiter. Das Gebäude des Wasserwerks, das jetzt nur noch die Pumpen zur Versorgung beherbergt, wird mit einem neuen Fußboden versehen, um es für Lagerzwecke nutzen zu können. Der Hügel ist zur Hälfte von der Grasnarbe befreit, die ihn bedeckt hat. „Die kahle Stelle wird wieder mit Gras angesät“, versichert Detlef Gottwald. Doch das sind lediglich kosmetische Arbeiten. Der Reinwasserbehälter wurde bereits für seine neue Aufgabe hergerichtet. Das Betongefäß, das 225 Kubikmeter Wasser fasst, wurde inwendig sandgestrahlt und mit einer neuen Spezialkunststoffschicht versehen, die natürlich den gesetzlichen Bestimmungen für Trinkwasser entspricht. Noch allerdings ist der Speicher ungenutzt. „Wir warten auf die Keimfreigabe vom Gesundheitsamt des Landkreises“, sagt Detlef Gottwald.

Rund 1 Million Euro floss in das Projekt. Immerhin ein knappes Drittel der Summe, 300 000 Euro, kamen vom Land als Fördermittel. Die Bürger haben so gut wie nichts von der veränderten Situation mitbekommen. Höchstens könnte ihnen aufgefallen sein, dass sie weniger Waschmittel verbrauchen und die Kaffeemaschine seltener entkalken müssen. „Das Wasser aus dem Werk in Bad Wilsnack ist weicher als das Bälower Wasser“, sagt Detlef Gottwald. Mit neun Grad deutscher Härte ist das kühle Nass aus Wilsnack sogar nur halb so hart beziehungsweise doppelt so weich wie das bislang bezogene.

Die Tage weiterer kleiner Wasserwerke sind gezählt. Von einstmals 35 Westprignitzer Wasserwerken sind heute noch 19 in Betrieb. Ziel ist es, ihre Zahl auf 15 zu reduzieren. „Da sind die Pläne noch nicht fertig“, räumt Detlef Gottwald ein. „Aber perspektivisch stillgelegt werden könnten Quitzöbel, Tangendorf, Dallmin und eventuell Ferbitz bei Lenzen.“ Das letzte Wort darüber wird die Verbandsversammlung sprechen.

Von Andreas König

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