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Prignitz Amt Putlitz-Berge gewinnt Einwohner hinzu
Lokales Prignitz Amt Putlitz-Berge gewinnt Einwohner hinzu
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02:15 13.01.2016
Hergen Reker (r.) und Burgfräulein Katja Jenns begrüßen Detlef Jach, den Geschäftsführer der AGT Triglitz. Quelle: Michael Beeskow
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Putlitz

Eine Vielzahl an Gästen konnte der Amtsdirektor Hergen Reker und das Putlitzer Burgfräulein beim Neujahrsempfang für Putlitz-Berge am Sonnabend in der Amtsverwaltung begrüßen. Der neue Verwaltungschef begann seine Ausführungen mit dem Hinweis, dass er nur per Losglück die Neujahrsrede halte. Er stehe damit in einer guten Amtstradition, denn auch sein Vorgänger Gerde Ehrke, der unter den Gästen weilte, sei durch Losentscheid zum Amtsdirektor gewählt worden.

Hergen Reker gab einen Überblick über die Entwicklung des Amtes, der durchaus zuversichtlich stimmt. „Der Absturz bei der Bevölkerungsentwicklung ist gestoppt“, sagte der Amtsdirektor. Er bezog sich dabei auf die jüngste Bevölkerungsprognose des Landesamtes für Bauen und Verkehr. Nach Perleberg und Pritzwalk verliert das Amt Putlitz-Berge die wenigsten Einwohner bis 2030 im Landkreis Prignitz. „Das ist doch erfreulich.“ Am 31. März 2015 – nach der letzten amtlichen Statistik – lebten im Amt Putlitz-Berge 4915 Einwohner. Nach der alten Prognose sollte diese Zahl auf 3830 im Jahr 2030 sinken. Die neue Statistik weist nun einen Rückgang auf 4241 Bewohner aus. „Das sind immerhin 411 Einwohner mehr“, stellte der Amtsdirektor fest. Wenn man bedenke, dass die ganze Gemeinde Pirow am 31. Dezember 2015 über 461 Bürger verfügte, dann werde das ganze Gewicht der Differenz von 411 Einwohnern deutlich.

Der Amtsdirektor verglich die Zahlen der letzten amtlichen Statistik und der eigenen Erhebung des Einwohnermeldeamtes, das zum 31. Dezember 2015 im Amt 4972 Einwohner ermittelte. Demnach hat es gegenüber den März-Zahlen sogar einen Zuwachs gegeben. „Dieser leichte Zuwachs ist nicht nur auf den Zuzug von Flüchtlingen und Asylbewerbern zurückzuführen“, führte Hergen Reker aus. Im Amt waren insgesamt 148 Ausländer gemeldet, wovon 99 aus der EU sind und 49 aus Nicht-EU-Ländern. Doch es gab im Amt auch 40 Geburten. „Nur in der Gemeinde Triglitz hat es in den letzten beiden Jahren eine Halbierung der Geburtenzahl gegeben. Da ist also noch Luft nach oben“, ermunterte Hergen Reker die Triglitzer.

Viele Gäste kamen am Sonnabend zum Empfang in die Putlitzer Amtsverwaltung. Quelle: Michael Beeskow

Der Amtsdirektor nannte folgende Einwohnerzahlen für die Gemeinden mit ihren Ortsteilen: 780 in Berge, was einen Anstieg bedeutet, 488 für Gülitz-Reetz, 461 für Pirow, 484 für Trigltiz und 2759 für Putlitz. Sein Fazit: „Der leichte Anstieg der Einwohnerzahl in den Gemeinden und der Stadt Putlitz ist auch auf die recht stabile Anzahl von Geburten im Amtsgebiet zurückzuführen.“

Diese Entwicklung wirke sich auf die Kindertagesstätten im Amt aus, die gut ausgelastet seien. Obwohl die Betreuung nicht immer einfach sei, konnte sie aber immer gewährleistet werden. Auch eine Schließung der Schule in Berge, die 70 Schüler besuchen, sei heute kein Thema mehr.

Der Amtsdirektor gab auch einen Überblick zur Unterbringung von Geflüchteten. In der Gemeinde Berge sind acht Wohnungen an den Landkreis vermietet, in denen zum Jahreswechsel 31 Flüchtlinge untergebracht waren. In Putlitz mietete der Landkreis jetzt zwei Wohnungen an. Und ein größeres kommunales Objekt werde gerade für die Unterbringung von Flüchtlingen vorbereitet. Die Belegung soll im ersten Quartal erfolgen. Reker dankte allen ehrenamtlichen Helfern, die die Aufnahme von Flüchtlingen unterstützen. Gleichzeitig appellierte er an die Betriebe, die notwendige Integration zu fördern. In den nächsten Wochen würden Gespräche geführt über Praktika, Weiterbildungen und Ausbildungen für Flüchtlinge.

In seiner Rede ging Hergen Reker auf viele Aspekte der Amtsentwicklung ein. So auch auf die Niederlassung eines Arztes im Vorjahr in Berge, was er als Lottogewinn bezeichnete. Seiner Kenntnis nach habe es in ganz Brandenburg in den letzten 25 Jahren keine freiwillige Neueröffnung einer allgemeinmedizinischen Praxis in einem Ort mit weniger als 500 Einwohnern gegeben. Das Arbeits- und Gesundheitsministerium habe diese Einmaligkeit offenbar nicht mal zu Kenntnis genommen, bedauerte der Amtsdirektor.

Von Michael Beeskow

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