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Prignitz Andreas Dorfstecher übergibt an Ulrich Fischer
Lokales Prignitz Andreas Dorfstecher übergibt an Ulrich Fischer
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00:17 09.10.2016
Zwei Künstler, zwei Werkstoffe, ein Ausstellungskonzept. Jetzt wechselte der Schwerpunkt der Schau Quelle: Fotos (5): Bernd Atzenroth
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Pritzwalk

Mehr ging an dieser Stelle nicht: Dem Künstler Andreas Dorfstecher ist es gelungen, seine beeindruckenden Holzskulpturen in der Galerie der Kunstfreunde Pritzwalk adäquat raumfüllend zu präsentieren. Das war gar nicht so einfach, denn die einstmals als Drogeriemarkt genutzten Räume waren für manche Skulptur eigentlich nicht hoch genug. So ist das Kunstwerk, das Dorfstecher wohl selbst am wichtigsten war, nur mit einem Fragment vertreten gewesen – daneben war aber das „Statement“ betitelte Werk auch in voller Schönheit abgebildet.

Doch die Ausstellungsmacher haben es geschafft, die Exponate im Raum wirklich wirken zu lassen. Dadurch kommt die klare Linienführung und die auf das Wesentliche reduzierte Ästhetik der Gegenstände besonders deutlich zum Vorschein. Absolut gelungen ist das zum Beispiel mit dem dreiteiligen „Innenarchitektonischen Denkmodell“, das eine ganze Seitenwand dominiert und dabei viel Luft für sich und seine Wirkung hat. Spannend auch seine nordische Trilogie, die drei sehr ähnlich angelegte Exponate zeigt, deren Unterschiede vom jeweiligen Holz ausgemacht werden, das aus drei verschiedenen Ländern stammt. Die „blaue Stele“ wiederum besitzt einfach hohen dekorativen Wert – man kann sich gut vorstellen, dass ein Künstler wie Dorfstecher den öffentlichen Raum mit seinem Schaffen gestalten kann.

Ganz begeistert von dieser Ausstellung ist Horst Kontak, der Vorsitzende der Kunstfreunde Pritzwalk: „So etwas hat die Stadt noch nicht gesehen“, sagte er, nicht ohne einen Anflug von Stolz auf das, was der noch junge Verein bereits auf die Beine gestellt hat. Die jetzige Schau ist nach ihrer Vorgängerin, in der Kontak zusammen mit Bernd Streiter und Michael Triegel ausstellte, der zweite große Coup, den die Kunstfreunde in diesem Jahr gelandet haben, und es ist insgesamt die bereits 16. Ausstellung in weniger als zwei Jahren.

Andreas Dorfstecher selbst zeigte sich mit der Finissage am vergangenen Samstag genauso zufrieden wie mit der ganzen Ausstellung. Zum Abschluss kamen noch einmal etwa 70 Leute, um diese ungewöhnliche Schau zu bewundern, die dabei doch nur der erste Teil eines Gesamtganzen ist. Denn schließlich hat sich der Holzkünstler Dorfstecher mit dem Stoffkünstler Ulrich Fischer aus Berlin zusammengetan. Von ihm ist im ersten Ausstellungsteil nur ein Exponat zu sehen gewesen. Jetzt, nach gut drei Wochen, wird das Verhältnis umgekehrt. Während nur noch eine Dorfstecher-Skulptur im Raum verbleibt, steht nun für die kommenden Wochen das Schaffen von Fischer im Fokus. Diese Konzeption hat Horst Kontak, Vorsitzender der Kunstfreude Pritzwalk, den „ersten Ausstellungszyklus in der Galerie“ genannt. Die großen Skulpturen wurden bereits hinausgeschafft, und am Donnerstag brachte Ulrich Fischer seine Werke in die Galerie.

Beide Künstler haben trotz der Unterschiedlichkeit ihres Werkstoffs einen sehr ähnlichen Ansatz. „Ich nehme das Material in seiner Beschaffenheit wahr und respektiere es, es ist mir nicht bloß Stoff“, erklärt Fischer. Auch Dorfstecher arbeitet bewusst mit den Oberflächen- und Wuchsstrukturen seines Werkstoffes Holz. Diese gleiche Herangehensweise an so unterschiedliche Arbeitsmaterialien war es wohl auch, die die beiden füreinander begeisterte. „Beide Ausstellungen nehmen in Haltung und Thematik Bezug aufeinander“, sagt dazu Dorfstecher.

Beim Blick auf den ersten Ausstellungsteil zeigt sich aber ebenso, warum es vielleicht wirklich gut war, nicht das Schaffen beider völlig zeitgleich zu zeigen, sondern nur jeweils ein Exponat im anderen Ausstellungsteil zu belassen. Denn allein die Holzgegenstände von Dorfstecher sind von solcher Wucht, dass sie für sich alleine bestehen können. Ähnliches gilt in anderer Weise auch für die bis zu zwei mal zwei Meter großen Stoffkunstwerke des Berliners Ulrich Fischer, die nunmehr für die kommenden Wochen die Galerie an der Marktstraße prägen werden. „Ein Werk von Andreas Dorfstecher abwechselnd mit einem von mir – das wäre hier nicht gegangen. Wir hätten uns gegenseitig die Wirkung genommen“, sagte dazu Fischer am Donnerstag in Pritzwalk. Die bisherige Ausstellung bestätigte ihn in dieser Auffassung.

Dem Kunstfreund sei die Vernissage am Freitag, 7. Oktober, um 19 Uhr anempfohlen, und dann möge sich jeder selbst sein Urteil darüber bilden, in welcher Weise die beiden Künstler mit ihren unterschiedlichen Kunstwerken den Raum gleichermaßen füllen. „Wir werden sehen, wie sich die Galerie verwandelt“, verspricht Kontak, dem es immer wieder eine Freude ist, die Ausstellungsräume neu gestalten zu können. Peter Jekal wird das Ganze wieder musikalisch untermalen, und Ulrich Fischer wird im Zwiegespräch mit ... seine Kunst erklären. Bis zum 29. Oktober kann dann die Ausstellung jeweils donnerstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung unter Tel.  0160/8 99 60 11 besichtigt werden.

Von Bernd Atzenroth

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