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Brasilianerin im Supermarkt beschimpft

Attacken in Perleberg Brasilianerin im Supermarkt beschimpft

Das wirft kein gutes Licht auf Perleberg (Prignitz): Beim Einkäufen in einem Supermarkt sind eine Brasilianerin und eine Mexikanerin beschimpft und beleidigt worden. Beide Frauen nehmen an der bekannten Lotte-Lehmann-Woche teil, die jährlich internationale Sänger einlädt. Die Stadt Perleberg fürchtet um ihren Ruf und fordert mehr Zivilcourage.

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Die Begrüßung: Mit viel Vorfreude auf die Sommerakademie kommen Teilnehmer und Dozenten nach Perleberg.
 

Quelle: Michale Beeskow

Perleberg.  „Wir sind weltoffen und möchten auch, dass die Teilnehmer der Lotte-Lehmann-Akademie Perleberg so erleben,“ erklärte am Dienstag Vize-Bürgermeisterin Ute Brüggemann. Anlass zu dieser Feststellung gab ein Angriff auf eine junge Sängerin am Vortag. Die Brasilianerin war beim Einkauf im Penny-Markt an der Ritterstraße, als sie heftig verbal attackiert wurde. Die üblen Beschimpfungen gingen von einer Perlebergerin aus. Auslöser war offenbar ein Telefonat, dass die Sängerin auf ihrem Handy entgegen nahm und dabei englisch sprach. Aufgelöst und unter Tränen hatte die junge Sängerin später ihrem Deutsch-Dozenten von den Beschimpfungen berichtet. Welche Beleidigungen die Perlebergerin ausgesprochen hatte, konnte sie jedoch nicht sagen, da sie die deutschen Worte nicht verstanden hatte. Nachdem die Brasilianerin von dem Vorfall berichtet hatte, erklärte eine weitere Teilnehmerin der Lotte-Lehmann-Akademie, die aus Mexiko stammt, auch sie sei in der Vorwoche in dem Markt verbal angegriffen worden.

Sieben Konzerte in drei Wochen

Von vier Kontinenten und aus elf Ländern kommen die 16 Teilnehmer der diesjährigen Lotte-Lehmann-Akademie. Perleberg ist nie so international wie in diesen Tagen.

Die Teilnehmer gestalten einschließlich der Abschlussgala sieben Konzerte, die höchsten künstlerischen Ansprüchen genügen. Der Region wird Oper geboten, wie sie sonst nur auf großen Bühnen zu erleben ist. Mit Ovationen wurden die beiden ersten Konzerte in Groß Gottschow und in Perleberg aufgenommen.

Im Schlosspark Grube sind die Sänger am Donnerstag, 13. August, zu erleben. Ein sehr schönes Programm ist angekündigt, ein Höhepunkt dürfte der Streit der Königinnen aus Donizettis Maria Stuart sein.

„Das kann doch nicht sein“, empörte sich Ute Brüggemann, die während des Urlaubs von Bürgermeisterin Annett Jura die Amtsgeschäfte im Rathaus führt. Da kommen junge Sänger von weit her, aus Amerika, Brasilien, Mexiko oder Australien, um in Perleberg etwas zu lernen, wofür sie viel Geld bezahlen, und dann werden sie beleidigt, meinte Ute Brüggemann. Für das Bild von der Stadt, dass die Gäste mit nach außen tragen, sei das verheerend. „Das ist rufschädigend ohne Ende.“ Die Vize-Bürgermeister schaltete daher die Polizei ein, damit im Bereich des Marktes stärker Kontrollen durchgeführt werden. Ute Brüggemann sagte, seit 18 Jahren kommen die Teilnehmer der Lotte-Lehmann-Woche nach Perleberg, und seit sieben Jahren die der Lotte-Lehmann-Akademie. Junge Sänger gehören in den Sommermonaten zum Stadtbild. Sie beleben die Stadt und kurbeln auch die Wirtschaft an. In den Perleberger Hotels sei derzeit kein Bett mehr zu bekommen.

Erschüttert sei sie darüber, dass niemand eingegriffen habe. Da seien doch noch mehr Leute in dem Markt gewesen. „Etwas Zivilcourage sollte jeder haben“, forderte Ute Brüggemann.

„Das passt nicht zu Perleberg“, sagte Angelo Raciti, der künstlerische Leiter der Lotte-Lehmann-Akademie zu dem Vorfall. Dass nach weit mehr als zehn Jahren, in denen Sänger nach Perleberg kommen, so etwas möglich ist, sei für ihn völlig unverständlich. Offenbar reiche ein südländisches Aussehen schon bei einigen aus, um Ressentiments zu wecken. Es sei schade, wenn Menschen in die Stadt kommen, als Bedrohung gesehen werden und nicht als Bereicherung.

 Die Stimmung bei den Teilnehmern der Akademie sieht Angelo Raciti trotz des Vorfalls nicht getrübt. „Alle freuen sich auf das nächste Konzert im Schlosspark Grube.“

Von Michael Beeskow

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