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Prignitz Windenergie: Anwohner wollen nicht aufgeben
Lokales Prignitz Windenergie: Anwohner wollen nicht aufgeben
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00:31 31.03.2018
Andreas und Vera Palmer wehren sich seit Jahren gegen weitere Windräder rund um ihren Wohnort Söllenthin. Quelle: Beate Vogel
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Söllenthin

Die Söllenthiner, unter anderem Vera und Andreas Palmer, sind enttäuscht. Es ist das eingetreten, was sie befürchtet haben: Die Einwendungen zur südlichen Erweiterung des Windeignungsgebietes 21 „Netzow-Söllenthin-Vehlin“ im Entwurf des Regionalplanes „Freiraum und Windenergie“ werden nicht berücksichtigt. Söllenthin wird im Halbkreis davon umschlossen. „Formal ist das alles richtig“, räumt Andreas Palmer ein.

Der Regionalvorstand hatte vergangene Woche den zweiten Entwurf des Regionalplanes „Freiraum und Windenergie“ für den Beschluss durch die Regionalversammlung im Juni vorbereitet (die MAZ berichtete). Die Eignungsgebiete bleiben trotz mehrer Tausend Einwendungen wie sie sind. Die Äußerung von Ansgar Kuschel, Leiter der Regionalen Planungsstelle der Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel, wonach die Söllenthiner extra Kriterien wollen, kann Andreas Palmer nicht nachvollziehen. „Sogar die Planungsbüros haben geraten, die Kriterien nicht eins zu eins abzuarbeiten, sondern Einzelfallentscheidungen zu treffen.“

Rhythmisches Rauschen deutlich zu hören

Wie ein Spange umschließt das Gebiet 21 den kleinen Ort Söllenthin. Zum Altbestand im alten Eignungsgebiet gehören im Nordosten und Osten 26 Windenergieanlagen. Dazu kommen weitere acht außerhalb der Fläche. „Sie sind 150 Meter hoch und stehen zum Teil bis 600 Meter an die Wohnbebauung heran.“

Deutlich ist in der Dorfstraße vor dem Haus der Palmers das rhythmische Rauschen der Windflügel zu hören. Die modernen Anlagen, die in der südöstlichen Erweiterung der Fläche stehen werden, dürften 200 Meter und mehr hoch sein. Und noch lauter, vermutet das Ehepaar Palmer. „Wo bleiben da die Menschen?“, fragt Vera Palmer.

Widersprüche bei der Gebietsausweisung

Andreas Palmer kritisiert, wie es zur Erweiterung um Söllenthin gekommen ist: „Bis zum Januar 2017 war die so genannte Karte 10 im Planentwurf zu finden“, erinnert er sich. Sie beinhaltete zwar eine Erweiterung an den beiden Längsseiten der Fläche, jedoch nicht die südliche Spange. „Kurz bevor der Regionalplanentwurf veröffentlicht wurde, hat man das Gebiet nach Süden verlängert.“ Ohne Beratung, glaubt Andreas Palmer. Wie es dazu kam, habe er nicht herausbekommen.

„Wir haben schon 2015 gesagt, wir wollen das Gebiet nicht“, erinnert Andreas Palmer. Ansgar Kuschel ziehe sich in den Gesprächen mit den Söllenthinern darauf zurück, dass formal alles richtig sei. „Die 60 Kriterien sind eingehalten“, so Andreas Palmer. So stimme für das neue Gebiet der Abstand von 1000 Metern zur Wohnbebauung – aus der Ortsmitte gemessen. Sonst werde ein Schlauch wie der um Söllenthin gebildet, um zwei bestehende Gebiete zu verbinden, argumentiert Andreas Palmer. „Hier wird aber ein ganz neues Gebiet ausgewiesen.“ Das sei ein Widerspruch.

Keine transparente Information

Die Lärmimmissionen im Ort seien zudem an Berechnungen orientiert, die auf den Emissionen alter, kleinerer Anlagen basieren. „Da wird gar nicht vor Ort gemessen“, sagt Andreas Palmer. Allerdings gebe es schon Urteile, wonach die Emissionen höherer Anlagen Anwendung finden sollen. „Es gibt einfach keine transparenten Informationen“, so Vera Palmer.

Andreas Palmer setzt nun auf den Gesprächstermin mit Ansgar Kuschel am 9. April, an dem auch die Landtagsabgeordneten Holger Rupprecht (SPD) und Thomas Domres (Die Linke) teilnehmen sollen. „Wir hoffen, dass wir gemeinsam mit den Abgeordneten und einigen Regionalräten einen Lösungsvorschlag auf den Tisch legen können.“

Von Beate Vogel

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