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Anwohner wollen Teich-Biotop bewahren

Kleinow Anwohner wollen Teich-Biotop bewahren

Im Kampf um den letzten noch als Biotop erhaltenen Kleinower Ziegeleikuhlenteich suchen die Anwohner jetzt die Öffentlichkeit: Sie werfen dem Besitzer der Gewässer vor, diese gesetzeswidrig eingezäunt zu haben, damit sein Haus Insellage bekommt. Zudem sei die Ufervegetation gerodet und das Biotop zerstört worden. Ein Gespräch mit Landrat Torsten Uhe wird vereinbart.

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Mit einer Unterschriftenaktion und öffentlichem Protest setzen sich Einwohner für den Erhalt der Kleinower Ziegeleiteiche ein.

Quelle: Andreas König

Kleinow. So lange Joachim Blunk, Uwe Schäffer und die anderen Uenzer zurückdenken können,waren die Ziegeleiteiche für alle zugänglich. Doch seit dem Jahr 2004 ist nichts mehr wie es war in der Kleinower Ziegelei. Damals begann ein zu jener Zeit als Autohausbetreiber tätiger Unternehmer, sein Wohnhaus zwischen den Teichen zu bauen. Das großzügige Anwesen erregte die Aufmerksamkeit der Anwohner und Vorbeifahrenden. Vielleicht deshalb versuchte der Besitzer seit jeher, sein Domizil vor Neugierigen und deren Blicken zu schützen. Mit einem Zaun und einer Wallanlage verwirklichte er dieses Ziel. Von den einstmals drei großen Ziegeleiteichen sind heutzutage bereits zwei eingezäunt. Sie umgeben das Anwesen, das dadurch eine Art Insellage bekommen hat.

Teiche waren wegen ihrer Artenvielfalt geschätzt

„Die Teiche waren als Angelgewässer und als Biotop mit großer Artenvielfalt geschätzt“, sagt Joachim Blunk. „Doch davon ist jetzt nicht mehr viel übrig.“ Die Uferkante sei begradigt worden, einige der Uenzer Landbesitzer nennen es rasiert. Es gab zwar viel Unmut über das eingenmächtige Vorgehen des Hausbauers, doch konnte der die für den Zaunbau notwendigen Genehmigungen einholen oder nachreichen. „Doch das Vernichten eines Biotops ist eindeutig gesetzeswidrig“, sagt Hans Bubenzer. Der Rechtsanwalt hat seit mehr als 27 Jahren ein Grundstück in Uenze, auch wenn er dort nicht wohnt. Die bisherigen Handlungen des Eigentümers habe man mehr oder weniger missbilligend zur Kenntnis genommen.

Versuchter Zaunbau hat Fass zum Überlaufen gebracht

„Doch was dann passiert ist, hat das Fass zum Überlaufen gebracht“, sagt Joachim Blunk. Auch am letzten Ziegeleiteich – dem größten der Gewässer – wurde bereits mit dem Bau eines Zauns begonnen. „Das können wir uns nicht auch noch gefallen lassen“, pflichtet Uwe Schäffer bei. Gewässer müssten für die Allgemeinheit frei zugänglich sein. Die Gruppe von Landeigentümern und Anwohnern hat sich beim Landkreis Prignitz über den nicht genehmigten Zaunbau beschwert und einen Baustopp erwirkt.

Illegal Zaun und Wall gebaut, Bäume gerodet, Kanäle angelegt

„Aber das kann nur der Anfang sein“, sagt der Rechtsanwalt Bubenzer. „Der Kreis in Verantwortung des früheren Landrates erteilte dem Eigentümer in eklatant gesetzeswidriger Weise eine Baugenehmigung im Außenbereich. Der Eigentümer errichtete illegal und ohne die notwendige Baugenehmigung einen mehrere hundert Meter langen Erdwall mit mehr als zwei Metern Höhe um einen Teil des Geländes“, heißt es in einer Erklärung der Gegner. Nicht genug damit, habe der Eigentümer illegal Bäume und Sträucher an den Ufern der großen Ziegeleikuhle gerodet und damit gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstoßen. Schließlich habe der Eigentümer Kanäle ohne wasserrechtliche Genehmigung herstellen lassen, um seinem Wohnhaus eine Insellage zu verschaffen. „Die Natur- und Umweltbehörde muss alles ihr Mögliche ernsthaft und entschlossen unternehmen, um das Restbiotop vor weiterer Zerstörung zu schützen“, heißt es in der Erklärung der Anwohner aus Uenze und Kleinow. 400 Unterschriften gegen den Zaunbau wurden inzwischen gesammelt.

Gespräch mit dem Landrat steht noch aus

Unterdessen reagiert die Pressestelle der Kreisverwaltung und „bestätigt ein an den Landrat Herrn Uhe gerichtetes Schreiben. Darin bat Joachim Blunk im Auftrag von Bürgerinnen und Bürgern aus Uenze, Kleinow und Umgebung um einen Gesprächstermin in der Zeit vom 18. bis 27. September. Weil sich Herr Uhe im Urlaub befindet, hatte sich sein 1. Beigeordneter Christian Müller auf dieses Gespräch vorbereitet. Am 12. September wurde ein Gesprächstermin verbindlich für den 19. September vereinbart. Am 18. September sagte Herr Blunk den Termin ab mit der Begründung, er wolle nur mit dem Landrat und nicht einem Stellvertreter sprechen. Es wurde abgesprochen, schnellstmöglich einen neuen Gesprächstermin zu vereinbaren, sobald Landrat Uhe wieder im Dienst ist.“

Bau war schon vor 13 Jahren problematisch

Dass der Bau des Anwesens schon vor über 13 Jahren problematisch war, zeigt ein Pressebericht aus damaliger Zeit. Darin heißt es, dass der spätere Hausherr eigentlich den Bau eines Produktions- und Wirtschaftsgebäudes für einen Fischereinetrieb mit Einliegerwohnung beantragt hatte. Ein Fischereibetrieb hat nach Beobachtungen der Kleinower und Uenzer dort nie produziert. Der Besitzer war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Von Andreas König

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