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Prignitz Apfelbaum zu Ehren Luthers gepflanzt
Lokales Prignitz Apfelbaum zu Ehren Luthers gepflanzt
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00:18 03.11.2017
Oliver Herrmann, Eva-Maria Menard, Bertram Pricelius und Christian Schunn (v. l. n. r.) pflanzten ein „Luther-Apfelbäumchen“. Quelle: Kerstin Beck
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Wittenberge

Wer gedacht hatte, dass es am Dienstag in den einzelnen Prignitzer Kirchengemeinden Gottesdienste zu Ehren des Luther-Jubiläums geben würde, hatte sich getäuscht. Allerdings: In Wittenberge fand ein zentraler festlicher Reformationsgottesdienst in der Stadtkirche statt. Schon vor geraumer Zeit hatte sich der Gemeindekirchenrat Gedanken über die Vorbereitungen des Ereignisses gemacht.

Gut gefüllt war die Wittenberger Stadtkirche anlässlich des Festgottesdienstes. Quelle: Kerstin Beck

„Wir sind nämlich darauf gekommen, dass seit 2012 in den Barnimer Baumschulen Biesenthal, einem Betriebszweig der Hoffnungstaler Werkstätten für behinderte Menschen, eine neue Apfelsorte gezüchtet wird“, erinnert sich Gemeindekirchenratsmitglied Wolfgang Herms. Es gibt dort eine Erstauflage von 95 Bäumchen, äquivalent zu den 95 Thesen Luthers. Und die Wittenberger haben sich um einen Baum bemüht und ihn tatsächlich auch bekommen. Am Dienstag nun ist er gepflanzt worden.

Luther – der erste Mutbürger

Doch bevor zur Tat geschritten wurde, sprach Superintendentin Eva-Maria Menard im Gottesdienst. „Unser Bischof, Markus Dröge, wurde einmal gefragt, ob Martin Luther mit seinen deftigen Worten der erste Wutbürger gewesen sei. Seine Antwort war, dass der Reformator eher der erste Mutbürger war, der das Bestehende mit seinen Worten in Frage stellte!“, erklärte die Geistliche darin.

Zur musikalischen Untermalung waren die Posaunenchöre aus Perleberg und Breese sowie der Landeskirchlichen Gemeinschaft Wittenberge gekommen. Dazu sangen die Kirchenchöre aus Lenzen, Perleberg und Wittenberge – und zudem ertönte auch Panflötenmelodien, gespielt von Helmut Hauskeller.

Apfel mit roten Bäckchen

Außen vor der Kirche gab es dann eine Überraschung: Martin Luther alias Hans Joachim Reimann aus Wittenberge war mit seinen Thesen gekommen, um diese nach einer kurzen Ansprache an den Vorsitzenden des Gemeindekirchenrats, Christian Schunn, zu übergeben.

Im Anschluss ging es an die Pflanzung, und ganz ökumenisch brachten Bürgermeister Oliver Herrmann, Superintendentin Eva-Maria Menard, der katholische Dekan für die Prignitz, Bertram Pricelius und Christian Schunn besagtes Luther-Apfelbäumchen in den Borden.

Martin Luther (l.) übergab dem Wittenberger Gemeindekirchenrats-Vorsitzenden, Christian Schunn, die 95 Thesen. Quelle: Kerstin Beck

Der „Martin Luther“ ist übrigens ein klassischer Herbstapfel mit rötlichen „Bäckchen“. Das Pflanzenmaterial stammt aus der Obstbauversuchsstation in Müncheberg (Märkisch Oderland). Die neue Sorte ist ein Abkömmling des Edelborsdorfer Apfels, der ältesten dokumentierten Apfelsorte Deutschlands und vermutlich ganz Europas. Da der Edelborsdorfer bereits im Mittelalter bekannt gewesen ist, hat ihn vermutlich auch Luther gekannt und verzehrt. „Wenn Sie hier in einigen Jahren vorbeikommen, legen Sie sich in seinen Schatten und denken Sie an die wichtigen Dinge des Lebens“, gemahnte Bertram Pricelius die Zuschauer.

Nach getaner Arbeit gab es eine Stärkung mit heißer Kürbissuppe und Bockwurst in der Kirche, ehe die Festlichkeiten im Kirchenkreis fortgesetzt wurden: Um 14 Uhr begann in der Perleberger Stadtkirche ein „Luther-Musical“ und um 16 Uhr für den südlichen Bereich des Kirchenkreises in der Wusterhausener Stadtkirche wiederum einen Festgottesdienst.

Von Kerstin Beck

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