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Prignitz Archäologen graben nach dem Machtzentrum
Lokales Prignitz Archäologen graben nach dem Machtzentrum
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00:30 26.03.2018
Studenten der Uni Göttingen setzen die Ausgrabungen nahe dem Königsgrab Seddin fort. Quelle: Andreas König
Seddin

Während Fach- und Medienleute im feuchtkalten Schneeregen bibbern, wird an einem Waldrand bei Seddin gegraben, gekratzt, werden Nägel ins Erdreich geschlagen und viele Fotos geschossen. Die künftigen Archäologen von der Universität Göttingen um Professor Immo Heske sind in die Prignitz zurückgekehrt und fühlen sich in ihrem Element.

Professor Immo Heske von der Universität Göttingen. Quelle: Andreas König

Seit 2015 graben sie in unterschiedlichen Abschnitten, um zu ergründen, wie weit sich die Siedlung erstreckte, die in der Nähe des berühmten Königsgrabs entdeckt wurde.

Keramikscherben aus der zeit vor Christus

„Die Studenten haben trotz Eis, Schnee und widrigsten Witterungsbedingungen ihre Arbeit gemacht“, lobt der promovierte Archäologe Immo Heske. Zu Tage gefördert haben die Archäologen Keramikscherben aus der Zeit zwischen 1300 und 900 vor Christus. „Die Gefäße wurden mit Sicherheit im sogenannten offenen Feldbrand angefertigt, also in Feuergruben in der Landschaft“, erklärt Immo Heske. Unterschiede in der Qualität gab es freilich schon damals. Keramik im Feinbrand weist eine glattere Oberfläche auf, einfacheres Geschirr besitzt eine rauere.

„Wir sind sehr froh über die Entscheidung, dass im Areal um das Königsgrab von Seddin ein Grabungsschutzgebiet ausgewiesen wurde“, sagte Ortrud Effenberger, von der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Prignitz. „Es ist das erste und einzige in Ostdeutschland und eines der größten bundesweit“, berichtete sie.

Siedlungsmittelpunkt entdeckt

Dass die Herrscher, zu deren Ehren das monumentale Königsgrab errichtet wurde, große Macht besessen haben mussten, ist klar. „Es war ein herrschaftliches Machtzentrum von erheblicher Ausdehnung“, sagt Immo Heske. Doch über die Gesellschaft rund um das Königsgrab ist noch wenig bekannt.

Die Studenten durchsuchen auch bei widrigsten Bedingungen die Erde an der neuen Grabungsstelle bei Seddin. Quelle: Andreas König

Die Grabungen jetzt haben gezeigt, dass sich eine Siedlung zwischen dem Königsgrab und den Wickboldschen Tannen befunden haben muss. Bereits 2016 stießen die Archäologen auf eine Palisadenwand, die zumindest der Abgrenzung zwischen Herrschaftsbereich und gewöhnlichem Volk gedient haben muss.

Bislang keinerlei Knochenreste gefunden

Interessant sind auch die Speichergruben, welche die Archäologen entdeckt haben. „Bis etwa 1110 lebten die Menschen offenbar in großen Häusern zusammen und bewahrten das Getreide darin auf“, sagt Immo Heske. Später wurde das Erntegut dann in separaten Gruben gelagert. Zu dieser Zeit wurden kleinere Wohnhäuser gebaut, was darauf schließen lasse, dass die Gesellschaft in jener Zeit stärker differenziert war.

Das Datieren der Fundstücke wird erschwert, weil bislang keinerlei Knochenreste gefunden wurden. „Das liegt sicher an dem sandigen Boden, da sind solche Überreste in Nullkommanichts zerfallen“, erklärt der Archäologe. Von einem Durchbruch könnte man allerdings erst reden, wenn beispielsweise Reste der Gussformen gefunden würden, mit denen die Gefäße hergestellt wurden.

Die Grabungen gehen zunächst einmal ihrem Ende entgegen. Doch im Sommer hofft Immo Heske dem herrschaftlichen Machtzentrum in der Prignitz weiter auf den Grund gegen zu können. Sein Ziel wäre es, das Gebiet genauestens zu untersuchen. Dazu könne er sich vorstellen, Forschungsmittel zu beantragen. Der Rang Seddins rechtfertige das.

Von Andreas König

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