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Prignitz Atempause für Schule Glöwen verkündet
Lokales Prignitz Atempause für Schule Glöwen verkündet
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00:51 15.04.2018
Das Team des RBB-Robur-Bus' drehte an der Schule Glöwen zum Erhalt der Bildungseinrichtung. Quelle: Andreas König
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Glöwen

Sprechchöre, puschelschwingende Cheerleaderinnen und überall Transparente und Plakate: Die Zukunft der Schule Glöwen bewegt noch immer viele Gemüter in der Region.

Antrag soll zweijährige Atempause sichern

Eigentlich eine ideale Kulisse für den blauen Robur-Bus des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). Doch die Landtagsfraktionen von SPD und Linken wollen über einen Antrag entscheiden, wonach Glöwen und eine Schule in Neu-Trebbin in Ostbrandenburg eine zweijährige Atempause bekommen.

RBB-Team wollte Unmut der Bürger einfangen

Das hätte der Sendung durchaus viel von ihrem Konfliktpotenzial nehmen können. Das Team um den Reporter Michael Scheibe war in Glöwen vorgefahren um den Unmut und die Angst der Schüler, Eltern, Lehrer und übrigen Einwohner einzufangen.

„50 plus, noch lange nicht Schluss“

Bekanntlich hatte die Oberschule Glöwen die Mindestzahl von 24 Schülern für die sogenannte Zweizügigkeit nicht erreicht. Doch obwohl erst einmal ein Aufatmen durch die Reihen der Versammelten ging, bleib die kämpferische Stimmung spürbar. „50 plus, noch lange nicht Schluss“, skandierten Schüler und Lehrer und spielten damit auf den 50. Gründungstag an, den die Schule im vergangen Jahr begehen konnte.

Mindestschülerzahl „pädagogisch nicht untersetzt“

Der Schulleiter Jörn Atlas schilderte das nervenaufreibende Zittern und Bangen, das die Arbeit im Lehrerkollegium bisweilen zu einer Tortur macht. „Ich weiß nicht, warum das Land auf der Mindestschülerzahl von 24 beharrt“, sagte er. „Pädagogisch untersetzt ist diese Zahl jedenfalls nicht.“ Trotz der komplizierten Situation hätten zehn von zwölf künftigen Schülern der 7. Klasse weiter den Standort Glöwen gewählt. „Das ist ein Superergebnis“, sagt Jörn Atlas.

Schule gehört zum Ort, Ort gehört zur Schule

Gitta Technow aus Uenze lobte die familiäre Atmosphäre in Glöwen. Drei ihrer Kinder gingen dort zur Schule, jetzt wird der Enkel in Glöwen unterrichtet. Der Plattenburger Ordnungsamtsleiter Detlef Brenning gehörte zu den Einschülern, die im ersten Jahr die damals neue Schule Glöwen besuchten. „Die Schule gehört zum Ort, und der Ort gehört zur Schule“, sagte er unter dem Beifall der Zuschauer.

Lösung kam ein bisschen plötzlich

„Jetzt hören wir, dass es auf einmal doch eine Lösung geben soll“, sagte der Moderator Michael Scheibe. „Warum so plötzlich?“ Gefragt war die SPD-Landtagsabgeordnete Ina Muhs. „Gar nicht plötzlich“, entgegnete sie. „Die Entscheidung für ein Moratorium war vorbereitet, sollte nur noch nicht verkündet werden. Aber wo Sie schon einmal hier sind, können wir das auch sagen.“

Glöwen leistet Bildungsarbeit, die das Land will

Der Landtagsabgeordnete Thomas Domres (Linke) verwies darauf, dass er sich schon immer für Glöwen eingesetzt habe. „Was hier geleistet wird, ist genau das, was wir wollen, möglichst langes gemeinsames Lernen, bei dem das Konzept der Inklusion verwirklicht wird.“ Er sei froh, dass der Bestand der Schule zunächst bis 2020 gesichert sei. Genauere Empfehlungen zu Mindestschülerzahlen, Entfernungen und ähnlichem soll die Demografiekommission des Landtages bis Mai 2019 vorlegen. „Bildungspolitik nach Kassenlage“ lehne er jedenfalls ab.

Freie Wähler: Bekenntnis für ländliche Schulen nötig

„Schulpolitik braucht mehr Perspektive als nur für die nächsten zwei Jahre“, konterte Peter Vida von den Freien Wählern. „Wir brauchen ein Bekenntnis für die kleinen Schulen im ländlichen Raum.“

Online-Petition fand 155 Unterzeichner

Robert Barwig aus Groß Leppin sagte, Das gilt alles nur bis zu den Wahlen. Ich glaube den Politikern nicht.“ Seine Online-Petition für den Erhalt der Schule Glöwen haben bisher 155 Befürworter unterzeichnet.

Aktionstag für 16. Mai geplant

Trotz der zunächst verkündeten Atempause wollen die Glöwener weiter kämpfen. Am 16. Mai gibt es einen Aktionstag. Den größten Applaus erhielt Vivien Sawallisch für ihren Standpunkt: „Ich bin in der ersten Klasse hier mit einer Schultüte rein und möchte in der 10. Klasse mit einem Abschlusszeugnis wieder heraus“, sagte das Mädchen. Die Sendung vom Schulhof wird am Freitag ab 19.30 Uhr im RBB-Fernsehen gezeigt.

Von Andreas König

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