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Attacke gegen Tierfabrik-Gegner in Lübzow

Streit um Tierfabrik Attacke gegen Tierfabrik-Gegner in Lübzow

Selbst am Heiligen Abend herrschte in dem Perleberger Ortsteil Lübzow Unfrieden. Gegner der Bürgerinititative „Keine Tierfabrik in der Lübzower Schweiz“ zerstörten ein Spruchband, das in der Vergangenheit mehrfach entwendet und von der Bürgerintitiative wieder aufgestellt wurde. Die BI wehrt sich gegen die Erweiterung einer Schweinemast auf über 10 000 Tiere.

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Seit August stand das Spruchband.

Quelle: Privat

Lübzow. Der Streit um die Erweiterung der Schweinemast in Lübzow ist zu Weihnachten wieder offen ausgebrochen. Das Plakat der BI „Keine Tierfabrik in der Lübzower Schweiz“ wurde erneut attackiert. Unbekannte haben es in der Nacht zum 24. Dezember in mehrere Stücke zerschnitten. Die Bürgerinitiative geht von einem gezielten Anschlag aus. „Da wollten einige, wenn sie um 16 Uhr zum Gottesdienst gehen, nicht an das Thema erinnert werden, zumal auch viele Gäste in das Dorf kommen.“

Die Bürgerinitiative hatte im August das Spruchband erstmals aufgestellt aus Protest gegen die geplante Erweiterung der Schweinemast in dem Perleberger Ortsteil. Der Landwirt Bernd Cord-Kruse will drei neue Ställe errichten und die Zahl der Schweine um 4600 auf über 10 000 erhöhen. Die Bürgerinitiative ist nicht generell gegen eine Schweinemast, aber gegen eine regelrechte Tierfabrik mitten in einem FFH-Gebiet.

Das umstrittene Plakat war im August zunächst im Einverständnis mit Pfarrer Hans-Dieter Harnack neben der Kirche in Lübzow aufgestellt worden. Befürworter einer großen Schweinemastanlagen in Lübzow liefen geradezu Sturm dagegen. Sogar von Mobbing war die Rede. Der Gemeindekirchenrat hatte allerdings beschlossen, das Plakat auf dem Kirchengelände wieder abzubauen, weil es die Gemüter in Lübzow zu sehr errege. Daraufhin war das Spruchband „Keine Tierfabrik in der Lübzower Schweiz“ in einiger Entfernung von der Kirche auf einer privaten Wiese aufgestellt worden. Doch kurz darauf wurde das Plakat von der Wiese gestohlen. Die BI stellte umgehend ein neues Plakat auf. Dieses Wechselspiel wiederholte sich mehrmals.

Das Plakat wurde zerstört

Das Plakat wurde zerstört.

Quelle: Privat

Wie ein Sprecher der Polizei am Montag bestätigte, wurde die Zerstörung des Plakats angezeigt. Die Kriminalpolizei ermittelt jetzt gegen Unbekannt. Die BI hat das Plakat durch ein neues ersetzt.

Nach wie vor ist das Genehmigungsverfahren zum Bau der neuen Ställe beim Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) anhängig.

Nach Ansicht der Bürgerinitiative hätte das Landesamt schon längst die Genehmigung versagen müssen. Sie kritisiert, der Landwirt habe bis heute keine vollständigen Unterlagen für das Antragsverfahren eingereicht.

So fehlt ein Nachweis über die Umweltbelastung, die durch eine nahezu Verdopplung der Tiere entsteht. Die BI geht von unzulässig hohen Stickstoffeinträgen aus, mit denen das FFH-Gebiet „Weißer Berg bei Spiegelhagen“ belastet wird. Dies geht aus der Studie eines Greifswalder Instituts hervor.

Der Erörterungstermin des Landesamtes zur Stallerweiterung fand bereits am 29. Oktober 2014 in Perleberg statt. Rechtsanwalt Ulrich Werner, der die Bürgerinitiative vertritt, kritisiert das Verhalten des Landesamtes. Der Antrag des Landwirts hätte längst abgelehnt werden müssen, da die gesetzlichen Fristen zum Nachreichen von Unterlagen längst überschritten seien. Das Landesamt setzte dem Landwirt im November allerdings eine letzte Frist. Sollten bis zum 1. Februar nicht alle Unterlagen vorliegen, müsse es die Genehmigung schon aus formalen Gründen versagen.

Neben den umstrittenen Spruchband sind auf zahlreichen Grundstücken in Lübzow auch rosafarbene Kreuze zu sehen_ als Symbol gegen Massentierhaltung. Die Bewohner unterstützen damit auch das Volksbegehren gegen „Massentierhaltung“ in Brandenburg, das noch bis Mitte Januar läuft.

Von Michael Beeskow

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