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Auch KTG Energie prüft einen Insolvenzantrag

Putlitz Auch KTG Energie prüft einen Insolvenzantrag

Nach der Pleite und dem Verkauf der KTG Agrar kriselt es jetzt auch ganz öffentlich bei der KTG Energie. Das börsennotierte Biogas-Unternehmen informierte seine Aktionäre darüber, den Vorstand mit Insolvenzexperten besetzt zu haben, die einen Insolvenzantrag prüfen sollen.

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Ein Teil der KTG-Energie-Biogasanlage in Putlitz. Auch das Fernwärmenetz der Stadt wird daraus gespeist.

Quelle: , Foto: KTG

Putlitz. Vor gut einem Jahr war die Welt bei der Putlitzer KTG Energie noch in Ordnung: Die Biomeiler liefen auf Hochtouren, KTG Energie und KTG Agrar luden die Putlitzer zur Hofbesichtigung ein. Und selbst, als der Agrarriese KTG Agrar im Juli dieses Jahres Anleger und Öffentlichkeit darüber informierte, ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchzuführen und Anleihegeber schon lange auf ihre Zinszahlungen vergeblich hofften, stand der Biogasriese KTG Energie vermeintlich noch auf standhaften Beinen.

Nun, gerade mal zwei Monate später, sieht die Situation auch für den Biogas-Produzenten anders aus: Die KTG Energie hat ihren Vorstand mit Insolvenzexperten umbesetzt, die nun prüfen sollen, ob auch die Biogastochter der Pleite-Firma in die Insolvenz geschickt werden soll.

Weitere Auskünfte gibt es derzeit nicht bei der KTG, wohl aber bestätigt Fabian Lorenz von der KTG Energie das Vorhaben und die Adhoc-Meldung, die das börsennotierte Biogasunternehmen seinen Aktionären geben muss. Darin wird zudem gemeldet, dass Ex-KTG-Agrar-Chef Siegfried Hofreiter, bislang nach wie vor im Aufsichtsrat der KTG Energie vertreten, neben den beiden anderen Aufsichtsratsmitgliedern sein Aufsichtsratsmandat niederlegte.

Schon der Halbjahresabschluss der KTG Energie ließ Böses ahnen: „Einmaleffekte“ hätten das Ergebnis belastet, hieß es darin Ende August. Gemeint war damit unter anderem, dass die KTG Energie zeitweilig ihre Biomeiler nicht füttern konnte. „Die Banken hatten unsere Kreditlinie eingefroren, weil sie prüfen wollten, inwiefern auch die KTG Energie von der Konzernpleite betroffen sei“, sagt Lorenz. Dies sei aber wieder behoben und die Anlagen seien in Betrieb.

Tatsächlich ist in der Region schon lange bekannt, dass die KTG Energie Probleme hat, Substrate für ihre Biogasanlagen zu bekommen. Zwischenzeitlich hat sich die KTG Energie auf dem Spotmarkt mit den nötigen Rohstoffen versorgt. Inwieweit die Maisernte auf den Feldern der KTG Agrar nun überhaupt in die Meiler eingebracht werden kann, ist unklar: Investoren wurden von der Mitteilung überrascht, dass ein großer Teil des ohnehin bereits deutlich abgeschmolzenen KTG-Agrar-Vermögens inzwischen verkauft sei: an die Bremer Gustav-Zech-Stiftung.

Die hatte bereits vor den Ereignissen bei der KTG Energie mit dem Kauf der KTG Agrar Ende August auch das gut 50-prozentig schwere Mehrheitspaket an Aktien übernommen, das der Agrar an der KTG Energie gehörte. „Über den Verkauf wurde mit dem Investor Stillschweigen vereinbart“, hieß es im KTG-Agrar-Pressebüro.

Noch im Juli hatte Ex-KTG-Energie-Chef Thomas Berger gemeldet: „Sämtliche Biogas-Anlagen laufen auf Voll-Last und generieren unverändert langfristig gesicherte Erträge. Das Unternehmen ist substanziell profitabel und erwirtschaftet auch im laufenden Geschäftsjahr freie Cashflows.“ Lag die Aktie des Energie-Unternehmens damals noch bei knapp fünf Euro, touchierte sie gestern fast die zwei Euro Marke. Ins Schwitzen dürften auch die Geber einer 50 Millionen Anleihe an KTG-Energie kommen. Die KTG-Agrar-Anleihegeber waren bereits vom Insolvenzverwalter auf hohe Verluste vorbereitet worden.

Derweil fordert die grüne EU-Abgeordnete Maria Heubuch, dass die Pachtflächen, die die KTG Agrar von Bund oder Land halten würde, wieder neu verpachtet werden: „Diese Flächen sollten gezielt an klein- und mittelgroße, bäuerliche Betriebe vergeben werden.“

Von Claudia Bihler

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