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Prignitz Auch ohne Stopp-System gut gesichert
Lokales Prignitz Auch ohne Stopp-System gut gesichert
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02:15 13.02.2016
Bahnhof Pritzwalk, Schnittpunkt für verschiedene Bahnlinien, unter anderem Endpunkt der eingleisigen Linie Richtung Putlitz. Quelle: Atzenroth
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Putlitz

Das Streckennetz der Bahn in der Region besteht zu großen Teilen aus eingleisigen Routen. Damit liegt die Region im Trend: Knapp 50 Prozent des 34 000 Kilometer langen Netzes der DB ist eingleisig. So ist es auch auf das Land Brandenburg bezogen: Von 2386 Kilometern Schienenstrecke sind 1042 eingleisig.

Nach dem Bahnunfall in Bayern auf eingleisiger Strecke, dessen Ursache noch nicht hinreichend geklärt ist, fragte die MAZ nach, wie der eingleisige Bahnbetrieb vor allem im Hinblick auf die Fahrsicherheit organisiert ist. Die Deutsche Bahn unterscheidet dabei nach eigenen Angaben bei den Sichereinrichtungen nicht zwischen ein- und zweigleisigen Strecken. Deshalb sei die Vermutung, eingleisige Strecken seien weniger gesichert als zweigleisige, schlichtweg falsch, wie die Deutsche Bahn gestern verlauten ließ.

Betrieb mit Ausnahmegenehmigung

Eine zentrale Rolle dabei spielen die Zugbeeinflussungssysteme. Sie sorgen dafür, dass Züge zum Stehen kommen, wenn Signale nicht beachtet oder die zulässigen Geschwindigkeiten nicht eingehalten werden. Bei der Deutschen Bahn sind alle Strecken mit einer Zugbeeinflussung ausgerüstet. Damit soll ein Zug selbsttätig zum Halten gebracht und bei Geschwindigkeiten über 160 Stundenkilometern auch geführt werden. Dabei sind in der Hauptsache die sogenannte Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB) und die Linienzugbeeinflussung (LZB) in Anwendung. Für die von der Deutschen Bahn in Brandenburgs Nordwesten betriebenen Strecken gilt dies ausnahmslos, wie auch Frank Brechler von der Regio Infra berichtet. Die Firma mit Sitz in Putlitz trägt die Verantwortung für den Betrieb und die Instandhaltung des Schienennetzes in der Regio-Infra-Gruppe. Auf deren Strecken, auf denen sowohl Personenzüge der Hanseatische Eisenbahn als auch Güterverkehr unterwegs sind, gibt es nur zwischen Pritzwalk und Meyenburg PZB – die anderen Strecken werden per Ausnahmegenehmigung bedient.

Die betroffenen Strecken sind allesamt von der Deutschen Bahn übernommen, ohne dass sie mit Zugbeeinflussungssystemen ausgerüstet gewesen wären – hier gilt Nebenbahnbetrieb. „Wir müssen die Strecken nachrüsten“, erklärte Frank Brechler, „und stehen dazu in Verhandlungen mit dem Land.“ Vorbehaltlich des Verhandlungsergebnisses geht Brechler davon aus, dass auf jeden Fall die Strecke Neustadt – Pritzwalk nachgerüstet werden soll. Bis dahin fährt man weiter mit Ausnahmegenehmigung. Brechler betont aber, dass für alle Strecken hohe Sicherheitsstandards und -regularien gelten. Zwischen Putlitz und Pritzwalk zum Beispiel gibt es nur einen Ein-Zug-Betrieb – die Bahn befördert hier Personen im Pendelverkehr. Brechler: „Wir stellen durch Fahrpläne sicher, dass hier keine zwei Züge auf der Strecke sind.“ Auch auf der Strecke zwischen Neustadt und Neuruppin, auf der in der Regel nur Güterzüge fahren, gibt es strenge Sicherheitsregularien. Selbst wenn einmal im Ausnahmefall zwei Züge auf der Strecken sein sollten, wird der eine so lange in einem Bahnhof festgehalten, bis der andere ihn passiert hat. „Natürlich machen wir uns Gedanken“, meinte Brechler im Hinblick auf den Unfall in Bayern, „beim Zusammenwirken zwischen Mensch und Technik kann man Fehler nicht ausschließen.“ Umso stolzer ist man darauf, dass es auf den Strecken der Regio Infra seit deren Bestehen noch zu keinem derartigen Unfall gekommen ist.

Bahnhalt in Blumenthal. Quelle: Christamaria Ruch

Von Bernd Atzenroth

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