Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Auf Spurensuche am Geburtsort der Stadt Perleberg

Perleberg Auf Spurensuche am Geburtsort der Stadt Perleberg

Mit einem Leserbrief zum Perleberger Sankt Nicolai Kirchplatz macht Matthias Sommer auf die historische Bedeutung des Areals aufmerksam. Seiner Meinung nach verliert die Historie immer mehr an Bedeutung und man hätte viel früher eingreifen müssen. Zudem gibt es zu Untersuchungen im Jahr 2015 bis heute keine Ergebnisse. Dazu äußerte sich Bauamtsleiter Hagen Boddin.

Perleberg, St.-Nicolaikirchplatz 53.0746565 11.8629236
Google Map of 53.0746565,11.8629236
Perleberg, St.-Nicolaikirchplatz Mehr Infos
Nächster Artikel
Ausschreibung für Breitbandausbau steht an

Irgendwo unter dieser Grünfläche und dem umliegenden Areal sollen die Fundamente der alten Sankt Nicolai Kirche liegen.

Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Perleberg. Das Nicolaiviertel gilt als der Geburtsort der Stadt Perleberg. Entsprechend sorgsam muss damit umgegangen werden. Diese Meinung vertritt Matthias Sommer, der sich mit einem Leserbrief an die MAZ wandte. „Da selbst für das geübte Auge kaum Spuren vorhanden sind, wäre der erste Schritt vor einer Planung, auf die Geschichte des Viertel aufmerksam zu machen“, so der Perleberger. Laut Baumatsleiter Hagen Boddin sind die Aktivitäten zu dem besagten Areal gerade einmal im Anfangsstadium. „Wir beginnen nicht sofort mit einer technischen Planung. Wir wollen eine Bürgerbeteiligung, um mit Anliegern und Betroffenen ins Gespräch zu kommen.“ Vor einer Woche fand ein erstes Treffen mit den Bürgern vor Ort statt. Dort wurden erste Vorstellungen und Ideen seitens der Stadt und der Anwohner ausgetauscht.

Keine Baumaßnahmen in nächster Zeit geplant

„Erst wenn das Gesamtkonzept steht, werden wir mit den technischen Planungen, der Gestaltung von Straßen, Grünflächen, Entwässerungsanlagen und Parkplätzen sowie mit der Ausschreibung beginnen“, so der Bauamtleiter weiter. So werden erste Baumaßnahmen frühsten Ende 2018 erwartet. „Es scheint als würde die Historie an Bedeutung verlieren. Immerhin haben Anwohner schon die Hälfte der Grünfläche ohne jeglichen Bezug modern überbaut“, befürchtet Matthias Sommer. „Hätte man sich rechtzeitig Gedanken gemacht, hätte das verhindert werden können.“ Die Stadt Perleberg hat bei dem dortigen Privateigentum wenig Spielraum, macht Hagen Boddin deutlich. Nur ein geringer Teil ist im Besitz der Stadt Perleberg. „Ich glaube schon, dass den Anwohnern der geschichtliche Aspekt bewusst ist“, so der Bauamtleiter. „Die meisten Veränderungen gab es bereits vor der Wende, wo Teile des Geländes mit Gebäuden überbaut wurden. Die Verantwortung liegt hier bei den Eigentümern.“

Letztes Gebiet im Quatierkonzept der Stadtentwicklung

Bereits im Jahr 2016 war für das Gebiet ein Quatierskonzept im Integrierten Stadtentwicklungskonzept der Stadt Perleberg vorgesehen, ist sich Matthias Sommer sicher. Dem stimmt auch Hagen Boddin zu. „Dies ist das letzte Gebiet, das wir noch nicht angefasst haben. Zunächst haben wir uns mit anderen Straßenzügen beschäftigt“, verriet der Baumatsleiter. „Das kommt wohl auch daher, da das Nicolaiviertel ein schwieriges Thema ist. Es muss sorgsam und Sorgfältig vorgegangen werden.“ Doch schon im Jahr zuvor fanden dort Untersuchungen mittels eines Georadars statt, dass mit Schallwellen den Boden untersucht. „Auch nach zwei Jahren und mehreren Nachfragen wurden die Ergebnisse davon nicht veröffentlicht“, kritisiert Matthias Sommer. „Wir wollen nichts zurückhalten“, entgegnet Hagen Boddin. Man ginge lediglich davon aus, dass die Ergebnisse für die Öffentlichkeit keinen hohen Aussagewert haben. „Sehr gerne können wir die Ergebnisse in einen der nächsten Stadtentwicklungsausschüsse im September mit reingeben.“

Überraschende Ergebnisse bei ersten Untersuchungen

Für die Verantwortlichen waren die Ergebnisse durchaus interessant, hieß es weiter. „Es gab für uns überraschende Ergebnisse und ein durchaus deutliches Bild. Doch letzte Gewissheit, ob es sich tatsächlich um Fundamente der Kirche handelt bekäme man erst bei Ausgrabungen.“ Seit 2009 ist die Situation bekannt. In seinem Leserbrief macht Matthias Sommer nun deutlich darauf aufmerksam, dass es die Aufgabe der Stadt sei verantwortungsvoll zu planen und auf den verbliebenen Flächen die Chance zu nutzten, die Geschichte in die Sanierung einzubinden. „Vielleicht macht man so etwas sichtbar, wie schon 2009 vorgeschlagen“, hofft Matthias Sommer. Die Stadt Perleberg wird alles daran setzen, so Hagen Boddin.

Von Marcus J. Pfeiffer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Prignitz
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg