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Auf Tuchfühlung mit Kühen und Treckern

Schönhagen Auf Tuchfühlung mit Kühen und Treckern

250 Pritzwalker Schüler sahen sich beim 2. Tag der Landwirtschaft bei der PBK Rinderzucht in Schönhagen um. Dazu hatte der Kreisbauernverband eingeladen. Die Kinder streichelten Kühe und bestaunten riesige Traktoren. Zu Gast war unter anderem Agrarminister Jörg Vogelsänger.

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Riesig: Zwei Jungs der 7. Klasse aus dem Pritzwalker Gymnasium staunten nicht schlecht über die Dimensionen der Traktorräder.

Quelle: Beate Vogel

Schönhagen. Feuchte Nasen haben die Kühe, wenn sie neugierig schnuppern. Für Streicheleinheiten waren die meisten aber nicht zu haben: Die Pritzwalker Schüler mussten sich ganz schön strecken, um eine der Schwarz-Weißen zu erwischen. 250 Schülerinnen und Schüler aus dem Goethe-Gymnasium, der Rochow-Oberschule und der Jahngrundschule durften beim gestrigen 2. Tag der Landwirtschaft auf dem Gelände der PBK Rinderzucht im Ortsteil Schönhagen ausgiebig in die Branche hineinschnuppern – im wahrsten Wortsinn. Auch Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger war unter den Gästen. „Landwirtschaft im ländlichen Raum hat Zukunft. Und die Zukunft sind die jungen Menschen“, sagte er.

2840 Hektar umfassen die Flächen des Unternehmensverbundes, erläuterte der Vorstandsvorsitzende Klaus Giese. „Ein Hektar ist etwa so groß wie ein Fußballfeld.“ Auf 1100 Hektar baut der Betrieb Getreide an, auf 500 Hektar Raps für die Ölgewinnung und die Biogasanlage und auf 5500 Hektar Mais für Tierfutter und Biogas. Den Milchviehbetrieb in Schönhagen, der zur Molkereigenossenschaft Arla gehört, leitet Christian Beckmann. „Ich hoffe, ihr habt viel Spaß an der Landwirtschaft“, rief er den Teenagern vom Podium aus zu. 600 Kühe werden auf dem Hof rund um die Uhr von 21 Mitarbeitern und drei Azubis versorgt. „Aus den Abfallprodukten wird Strom erzeugt.“

An 16 Stationen konnten die Schüler die verschiedenen Bereiche kennenlernen. Da präsentierten sich etliche Unternehmen, die Naturwacht Lenzen, der Jagdverband Pritzwalk, Imker und viele mehr, kündigte Landrat Torsten Uhe an. Für einige Gruppen ging es gleich in die Praxis: So erläuterte Tobias Jach den Siebtklässlern aus der Oberschule, was ins Kraftfutter gehört: Anwelksilage, Mineralien, Salze und anderes. Beim Selbstanmischen stellte sich heraus, dass Schätzen gar nicht so einfach ist. Immer wieder mussten die Jungs und Mädels mit dem Eimer Nachschub holen, bis ihnen die Waage die gewünschte Menge anzeigte.

Am Infostand des Pritzwalker Jagdverbandes erzählte dessen Vorsitzender Werner Sperling den Siebtklässlern aus dem Pritzwalker Gymnasium, dass etwa Hirsche Geweihe von bis zu zehn Kilogramm in einer Saison aus ihrem Schädel schieben. „Solche Stangen werden dann abgeworfen“, zeigte er an einem Beispiel. Jungjägerin Lore Michaelis stellte ihren Hund vor, der bei der Jagd ein unerlässlicher Begleiter sei. „Der Hund ist Auge und Ohr des Jägers.“ Jeder durfte das sanftmütige Tier einmal streicheln. „Wenn ihr etwas nicht versteht, meldet euch“, betonte Sperling. „Wir reden hier viel in der Jägersprache, die allein 6000 Begriffe umfasst.“

Richtig faszinierend waren wohl die riesigen Landmaschinen, die die Mitarbeiter der Firma SIL Putlitz und Andreas und Christoph Wilde aus Kleinow erklärten. So ein moderner Traktor kann – ohne Zusatzgerät – schon mal gute 100 000 Euro kosten. Andreas Wilde erzählte, dass Mähdrescher heutzutage praktisch von allein laufen: „Geerntet werden Raps, Getreide, Mais und Hülsenfrüchte.“ Der Mähdrescher fährt GPS-gesteuert übers Feld. Per Bordcomputer werde auch immer wieder nachgesteuert, je nachdem, wie viel oder wenig Getreide an einer Stelle wächst. Der Fahrer, der eigentlich keiner mehr ist, sitzt in der klimatisierten Kabine und überwacht die Abläufe.

Die „Länderinnen“ hatten Rätselbögen rund um die Landwirtschaft vorbereitet, die die Kinder mit viel Enthusiasmus lösten. Wie viel Milch gibt eine Kuh durchschnittlich am Tag? Was lässt sich alles aus dem Schwein gewinnen? Kinkerlitzchen, mitten in der Grillsaison.

Arla versorgte die 250 Kinder und Jugendlichen an der Milchbar in den Pausen mit Milchprodukten. Die Genossenschaft, die ihren Stammsitz in Schweden hat, haben einst Landwirte gegründet. Hauptsitz in Deutschland ist in Upahl. Ihre Zulieferer kommen vor allem aus Schleswig-Holstein, aber auch aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg – so wie die PBK oder die Molkerei Karstädt.

Der 2. Tag der Landwirtschaft ist ein Projekt des Kreisbauernverbandes (KBV), von Agrar Aktiv und der PBK Rinderzucht, erklärte der stellvertretende KBV-Vorsitzende Robert Hagemann: „Wir bieten ihn an, um die Schüler aus der Region in die Landwirtschaft einzuführen.“ Vergangenes Jahr konnten sich die Kinder auf dem Gelände der Agrargenossenschaft Karstädt tummeln. Zu Gast waren neben Minister Jörg Vogelsänger und Landrat Uhe der Pritz­walker Vizebürgermeister Ronald Thiel, Martin Brödder, der Vorstandsvorsitzende der Volks- und Raiffeisenbank Prignitz und viele mehr. Unterstützung kam auch von der Wirtschaftsinitiative Westprignitz und von Arla.

Von Beate Vogel

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