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Auf dem Rad von Frankreich nach Pritzwalk

1500 Kilometer für die Partnerschaft Auf dem Rad von Frankreich nach Pritzwalk

Für den Auftakt hatten Pritzwalker Gymnasiasten bei einer Klassenfahrt gesorgt, als das Gymnasium der französischen Stadt Mormant sie zum Schüleraustausch empfing. Eine zweite Pritzwalker Delegation folgte. Am Dienstag traf Gegenbesuch ein: Vier Vertreter aus Marmant waren 1500 Kilometer nach Pritzwalk geradelt, um über eine offizielle Städtepartnerschaft zu sprechen.

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Traditionelles Pritzwalk-Brot für Bürgermeister Sylvain Quelle: Bihler

Pritzwalk. Dass sie bereits rund 1500 Kilometer im Sattel saßen, merkte man gestern den vier Radlern Jean (64), Didier (45), Sylvain (53) und Janis (62) nicht an. Höchstens ihre Sonnenbräune gab einen Hinweis darauf, dass sie in den vergangenen zwei Wochen nicht nur die Ardennen überquert , sondern viele weitere Kilometer hinter sich gelassen hatten: „Die Überquerung der Ardennen war wunderschön, die Strecke von Bonn in Richtung Prignitz nicht so sehr: Wir sind immer nur geradeaus gefahren“, sagt Sylvain, der die vierköpfige Delegation im Trikot der französischen Stadt Marmant anführte. Allerdings gab es ein Kompliment für deutsche Radwege: „Es ist beeindruckend, dass es hier so viele Fahrradwege gibt, viel mehr als in Frankreich. Und dass auch ansonsten alles für die Sicherheit der Radfahrer getan wird.“

Der Besuch des vierköpfigen Fahrradteams und der drei Frauen aus der Stadt in der Nähe von Paris hatte einen ganz besonderen Grund: Mit Vertretern aus Verwaltung, Vereinen und Unternehmen wollen die französischen Gäste in den kommenden vier Tagen nicht nur einen guten Kontakt aufbauen, sondern ganz offiziell über eine künftige Städtepartnerschaft zwischen Pritzwalk und der 5000-Einwohnerstadt Marmant im Bezirk Seine et Marne sprechen.

Den Erstkontakt zu Marmant hatten ursprünglich die Pritz­walker Gymnasiasten aufgebaut, die zu einem Schüleraustausch eine Weile das Gymnasium in Marmant besuchten. „Das war eine sehr schöne Sache“, sagt Carine Calman-Plantin, die in Marmant nicht nur in der Stadtverwaltung verantwortlich für Kulturfragen ist, sondern als Deutschlehrerin am Gymnasium auch für den Schüleraustausch zuständig war. „Der Kontakt war es wert, ihn zu erweitern“, sagte sie am Dienstag voller Vorfreude.

Empfangsspalier mit Gästen

Empfangsspalier mit Gästen

Quelle: Bihler

Im Mai fuhr daraufhin eine Minidelegation aus Pritzwalk – Stadtbrandmeister Volker Lehmann und Bildungsgesellschafts-Chef Werner Schulze – in die Kleinstadt bei Paris zum Gegenbesuch, der letztlich in der Einladung zum aktuellen Gegenbesuch mündete. Pritzwalks Bürgermeister Wolfgang Brockmann dankte den Gästen für die herzliche Aufnahme aller Pritzwalker in Mormant und überreichte mit einem herzlichen „Bon Jour“ den Radfahrern als Gastgeschenk zunächst das traditionelle Pritzwalker Brot. Die Einladung hat er gerne ausgesprochen: „Es ist schön, wenn sich Menschen kennenlernen und unser Kontakt soll sich nicht auf die Verwaltung beschränken, sondern auch Vereine und Firmen umfassen. Das entspricht auch dem europäischen Gedanken.“

Für die kommenden Tage hat Brockmann ein umfassendes Programm geplant: „Zum einen fahren wir natürlich nach Berlin, denn einige Delegationsmitglieder waren noch nicht in der Hauptstadt.“ Zum anderen stehen Unternehmensbesuche in der Region auf dem Kalender, eine Stadtrundfahrt, ein Besuch in der Galerie des Kunstvereins und eine Fahrt mit dem Pollo: „Ein bisschen Freizeit soll aber auch möglich sein.“

Der erste Eindruck der vier Radfahrer war: „Pritzwalk ist den nordfranzösischen Städten mit seinen Häusern und Kopfsteinstraßen gar nicht so unähnlich.“ Die gesamte Delegation stammt aus verschiedenen kommunalen Bereichen: Neben dem Bürgermeister sind auch die Verantwortlichen für Städtebau, Gartenbau oder Kultur dabei.

Die flotten Rennräder der französischen Gäste wurden in einen Kleinbus verladen, die Rücktour legen die Mormanter per Auto zurück. Ob Wolfgang Brockmann demnächst per Rad auf Gegenbesuch nach Frankreich geht? Er lacht: „Naja, eventuell ein Stückchen. Oder in Etappen.“

Von Claudia Bihler

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