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Auf dem Rosenweg

Schwestern Rosenau haben Musik im Blut Auf dem Rosenweg

Die Schwestern Heike, Grit und Anke Rosenau haben gemeinsam Spaß an Musik und planen nun ihre erste CD.

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Heike, Grit und Anke Rosenau (v. l.) in Ankes Garten in Wuthenow bei Neuruppin.

Quelle: Regine Buddeke

Bad Wilsnack. „Auf dem Bahnsteig deines Lebens“, setzt Grit Rosenau zu singen an. Ihre Schwester Anke sitzt am Klavier und müht sich, eine dazu passende Akkordfolge zu zaubern. „Das Lied ist mir vergangene Woche einfach zugeflogen“, erzählt Grit, die mittlere der drei Rosenau-Schwestern. Gesungen hat sie schon immer. Zum Komponieren fand sie allerdings erst durch eine Lebenskrise. Ihre Schwestern halfen ihr – sowohl bei der persönlichen als auch der musikalischen Verarbeitung. „Ich musste erst den Glauben an mich wiederfinden“, erinnert sich die 45-Jährige. Dabei hat ihr das Textschreiben geholfen. Die Melodien dazu hat sie im Kopf. Anke Rosenau erfindet das Pianoarrangement dazu und singt natürlich mit.

„Rosenweg 3“ – so haben sie sich genannt. „Eine Rose musste sein – und Rosenstolz war leider schon vergeben“, sagt Anke. „Und wir sind auf dem symbolischen Weg“, ergänzt Grit. „Wir wollen die Zuhörer mit auf eine Reise in den Rosengarten nehmen“, sagt sie und verrät, dass nicht nur Ohr und Auge beim Konzert gefragt sind. Auch Rosenduft erwarte die Besucher und der freche Walzer „Chilischarfe Schokolade“ werde durchaus auch mit einem kleinen Stück derselben gereicht.

„Heike war schon immer die treibende Kraft“, erzählt Anke Rosenau, die Jüngste, über ihre große Schwester. Die 47-jährige Heike hat schon immer komponiert, sie spielt Gitarre und hat eine private Gesangsausbildung absolviert. Oft singt sie in Kirchenkonzerten mit. Inzwischen treten die drei auch gemeinsam auf, bei privaten Feiern, aber auch öffentlich. Zum ersten Mal standen sie im März im Neuruppiner Café Hinterhof auf der Bühne. „Ich war so was von aufgeregt, hatte Angst dass ich mich verspiele“, erinnert sich Anke. Inzwischen sind sie dank der vielen kleinen Auftritte sicherer geworden. „Wenn wir uns mal versingen, ist es halt so. Dann lachen wir“, sagt Grit. Musik hat seit jeher zum Alltag der drei Frauen gehört. Der Titel „Garten meiner Kindheit“ zeugt davon: ein Lied, geprägt von süßer Wehmut an die Kinderzeit. „Unsere Mutter hat uns den ganzen Tag mit ihren geträllerten Schlagern beschallt“, erinnern sich die Schwestern unisono.

Schlager sind es indes nicht, was die lebensfrohen Frauen im Programm haben. Es sind Lieder aus der Mitte des Lebens: leise und nachdenklich, mal traurig und manchmal auch witzig und frech. „Die Lieder wollen raus“, sagt Heike, für die das Schreiben auch ein Stück Selbstfindung ist. Mittlerweile sind es so viele Lieder, dass die Schwestern eine CD planen. Die Rechte bei der Gema lassen sie sich gerade sichern.

„Es ist etwas ganz Eigenes entstanden, das lässt sich nicht in eine Schublade pressen“, findet Ankes 17-jährige Tochter Lea. Sie war es auch, die die Schwestern drängte: „Geht raus mit euren Liedern. Die sind gut!“ Der Schritt in die Öffentlichkeit sei nicht so einfach gewesen, erinnert sich Anke. Immerhin seien sie „DDR-geprägte Kinder“ gewesen. Bloß nicht auffallen war die Devise. „Über diesen Schatten muss man erst mal springen“, sagt die Wuthenowerin.

Auch von Fremden kommt gute Resonanz. „Es ist ehrliche Musik, in der sich die Leute wiederfinden“, sagt Heike. „Geht schnell ins Ohr. Und ins Herz“, sagt Lea. „Und unter die Haut“, setzt ihre Mutter nach.

Beruflich hat keine der drei Schwestern etwas mit Musik zu tun. Anke ist Kindergärtnerin in der Wuthenower Kita, Heike arbeitet im Kulturbereich der Perleberger Kreisverwaltung und Grit ist Laborantin in der Prignitz. „Wir sind natürlich keine Profis. Und wir wollen nicht 100 Prozent perfekt sein“, sagt Grit. Die Botschaft sei eher: Macht es einfach, wenn es euch Spaß macht! Spaß haben sie – ob bei den gemeinsamen Proben oder bei den Auftritten. „Seit wir gemeinsam musizieren, sehen wir uns viel häufiger“, sagt Anke Rosenau.
„Warte ab, dieser Zug wird nicht der letzte sein“, versuchen sich die drei erneut an Grits neuem Titel „Bahnhof des Lebens“. Es wird nicht der letzte Titel der Rosenau-Schwestern gewesen sein.

Das nächste Konzert der Gruppe „Rosenweg 3“ findet am Dienstag, 26. November um ab 19 Uhr in der Kurklinik Bad Wilsnack statt.

Von Regine Buddeke

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