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Prignitz Aufbau von 14 Windriesen
Lokales Prignitz Aufbau von 14 Windriesen
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02:15 18.02.2017
Mit einem großen Kran wird ein Rotorblatt auf die Nabenhöhe von 137 Metern gehoben. Quelle: Andreas König
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Kuhbier/Kuhsdorf

Der Acker zwischen Kuhbier und Kuhsdorf ist derzeit eine einzige große Baustelle. Riesige Kräne recken ihre Ausleger in den Himmel, gewaltige Stahlturmsegmente warten auf ihre Montage, und elegant geschwungene Rotorblätter erwecken den Eindruck, dass mitten auf dem Feld Flugzeuge gebaut werden sollen.

Der Windpark „Vormark“, wie er laut den Planungsunterlagen heißt, nimmt Gestalt an. Die Bewohner der umliegenden Ortschaften verfolgen das Geschehen aus gebührender Entfernung. Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes überwachen genau, wer sich der Baustelle nähert.

200 Meter ragen die Rotorblätter in die Höhe

„Es werden 14 alte Anlagen abgebaut und ersetzt“, erläutert Bauleiter Maximilian Horn von der Berliner Firma Green Wind Energy. Sie übernimmt die Planung.

Bauleiter Maximilian Horn. Quelle: Andreas König

Wirkten schon die alten Windräder groß, lassen die gerade im Entstehen befindlichen ihre Vorgänger wie Zwerge aussehen. 200 Meter hoch ragen die Spitzen der Rotorblätter in die Luft, wenn alles fertig ist. Gegenwärtig sind vier Anlagen montiert, zwölf alte Windräder wurden bereits abgebaut. „Eines mussten wir verschrotten, die übrigen werden verkauft. Nach Kasachstan und nach Argentinien“, berichtet Maximilian Horn.

Eine Anlage kann 3000 Haushalte versorgen

Wie häufig bei derartigen Großprojekten nimmt die Vorbereitung die meiste Zeit in Anspruch. „Seit September vergangenen Jahres gibt es die Baustelle hier“, sagt der Bauleiter. Zunächst mussten Baustraßen zur Erschließung verlegt werden, dann bezogen die Bauleitung und die Arbeiter ihre Container. Mögen auch die Windbedingungen hervorragend sein, die Baustelle hat ihre besonderen Anforderungen. Die Bahnlinie Perleberg–Pritzwalk durchschneidet das Gebiet, so dass Posten an einem eigentlich unbeschrankten Bahnübergang aufgestellt werden müssen.

Der Rotorantrieb wird auf der Baustelle des Windparks Vormark für die Montage der Gondel vorbereitet. Quelle: Andreas König

Die Anlagen stammen vom dänischen Hersteller Vestas. Sie haben eine Leistung von 3,45 Megawatt. Eine Anlage ist in der Lage, den Jahresenergiebedarf von 3000 Durchschnittshaushalten zu decken. Die Vorgängermodelle aus dem Jahr 2005 lieferten weniger als die Hälfte der Energie.

Ein Umspannwerk gehört zum Windpark

Die Montage erfolgt nach festen Arbeitsabläufen. nach dem Abriss der alten Anlagen wird das Fundament gegossen, auf dem die Turmsegmente mit Spezialschrauben verankert werden. Jeder Turm besteht aus fünf Segmenten. An der Gondel mit dem Maschinenhaus und der Nabe werden schließlich die Rotorblätter befestigt.

Doch ein Windpark besteht nicht nur aus den Windrädern. „Um die Energie ins Netz einzuspeisen bauen wir am Ortsrand von Kuhsdorf ein Umspannwerk“, sagt Maximilian Horn. Das ist auch notwendig, denn der mit Hilfe der Windkraft erzeugte Strom besitzt eine Spannung von 21 000 Volt und eine Leistung von 50 Megawatt.

In der Gondel ist das Maschinenhaus untergebracht. Außen werden dann später die Rotorblätter angebracht. Quelle: Andreas König

Schließlich werden alle Anlagen mit der in Groß Pankow und Plattenburg erstmals eingesetzten „bedarfsgerechten Flugbefeuerung“ versehen. Dieses System schaltet die rot blinkenden Positionslichter an den Anlagen erst an, wenn ein Flugzeug in mindestens sechs Kilometern Entfernung den Luftraum über dem Windpark passiert. Diese Technik wird in Betrieb genommen, wenn die endgültige Genehmigung vorliegt. Die dafür notwendige Radaranlage befindet sich in Klein Woltersdorf. Rund 50 Mitarbeiter verschiedener Firmen arbeiten auf der Baustelle.

Die liegenden Rotorblätter sehen aus wie Tragflächen eines Flugzeugs. Quelle: Andreas König

Gerade hebt ein riesiger Kran das dritte und letzte Rotorblatt seinem Einsatzort entgegen. Immer wieder rollen Lastwagen über das Gelände. Die Fahrer müssen einander Platz machen, erfahren, wo sie letztlich ihre Ladung anliefern sollen. Hier wartet ein Kran auf seinen nächsten Einsatz, dort ist ein anderer bereits wieder demontiert. So unübersichtlich das Ganze auch wirkt, alles folgt einem genau ausgeklügelten Plan. „Ende März, Anfang April wollen wir alle Anlagen in Betrieb nehmen“, sagt Maximilian Horn.

Die Firma Green Wind Energy hat in Groß Pankow eine Niederlassung eröffnet. Zwei Mitarbeiter beantworten dort werktäglich Fragen zum Windpark Vormark.

Von Andreas König

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