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Aus Prignitzer Ställen zur Olympiade

Penzlin Süd Aus Prignitzer Ställen zur Olympiade

Das Gestüt Meyenburg hat sich in der Pferdewelt einen guten Namen gemacht. Von dort kommen Tiere, die höchsten Züchteransprüchen genügen und in der Sportwelt einen Namen haben. Die Züchter haben ein Händchen für gute Paarungen und bekommen Anfragen aus allen Teilen der Welt.

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Erster Ausgang im roten Mantel: Auf dem Gestüt Meyenburg ist zur Zeit Fohlenzeit

Quelle: Claudia Bihler

Penzlin Süd. Die Stute ist nervös. Kaum geht das Tor auf, wollen die anderen Stuten den Neuankömmling neugierig beschnuppern. Doch die Stute will keinen Zweifel aufkommen lassen, dass sie ihren Jüngsten auf alle Fälle verteidigen wird. Sie schlägt einmal kräftig aus, die anderen weichen zurück, der Weg ist frei für ihren Nachwuchs.

Der hatte die drei Tage seit seiner Geburt ausschließlich mit seiner Mutter zugebracht. An diesem kalten Frühlingstag geht er zum ersten Mal mit ihr auf die Koppel, sorgfältig eingehüllt in einen roten Pferdemantel. Auf der Koppel sind bereits zahlreiche andere Fohlen mit staksigen Beinen unterwegs – es ist Fohlenzeit auf dem Gestüt Meyenburg.

Nicht die Zeit zum Spielen

Während das Hengstfohlen inzwischen völlig ruhig und mit hocherhobenem Haupt neben seiner Mutter hertraben kann, möchte ein anderes Hengstfohlen gerne mit Gisa Löwe spielen. Immer wieder kommt es heran, doch die Besitzerin weiß: Jetzt wird nicht gespielt, die Stuten sind viel zu achtsam.

Gisa Löwe weiß, wie man mit Pferden umgeht. Aufgewachsen ist sie ursprünglich einmal in der Nähe des Gestüts Moritzburg, wo sie regelmäßig auch zum Reiten ging: „Ich bin sozusagen auf dem Pferd groß geworden”, sagt sie, „und das wurde mir vererbt wie Milchreis.” Später hat sie ein Studium zur Tierärztin gemacht, der Beruf, in dem sie nach wie vor arbeitet. Nebenberuflich allerdings züchtet sie Pferde, in erster Linie Trakehner, Oldenburger und Hannoveraner.

Gnadenlos gute Zucht

Und zwar auf höchstem Niveau. An diesem Tag sind zwei Interessentinnen aus der Schweiz auf dem Meyenburger Gestüt, sie wollen voraussichtlich ein Pferd kaufen. „Eine gnadenlos gute Zucht“, sagt Melanie Bescher, die bereits ein Pferd vom Gestüt ihr eigen nennt, „die Züchterin hat eine gute Hand für die Anpaarung.“ Ihre Stute Olessa hat sie mit vier Jahren aus Penzlin Süd geholt, inzwischen ist das Tier neun Jahre alt und die Reiterin sucht bereits zu diesem Zeitpunkt das Nachfolgepferd.

In der Reithalle dürfen die Tiere erst mal ein bisschen übermütig herumgaloppieren und sich auch mal behaglich im Sand wälzen. Gisa Löwe: „Wir wollen ja, dass sie sich hier wohlfühlen.” Doch dann wird gearbeitet, Trab, Galopp, Schritt, Stehenbleiben.

Desperado ist ein Olympiapferd

Ein bis drei Jahre alt sind die Tiere, die die Schweizer Kundin an diesem Tag zu sehen bekommt. Eins begeistert sie mehr als das andere, und am liebsten würde die Reiterin ganz offensichtlich alle mitnehmen, doch das Tier, das sie zum Schluss wählen will, soll Charakter haben und nicht ganz so hoch sein.

Die Gespräche drehen sich um den Körperbau der Pferde, ihren Schritt, ihre Persönlichkeit – manche sind übermütig, manche posieren. Die Schweizerin weiß um die Zuchterfolge des Gestüts Meyenburg: Der Hengst Desperado etwa ist ein Olympiapferd, andere laufen in den höchsten Dressurprüfungen bis zum Grand Prix. Namen wie „Hochadel“, „Hoheit“ oder Herbstgold finden sich in der Ahnenliste. Viele Hengste sind im Sport sehr erfolgreich, die Stuten laut Melanie Bescher „hervorragend durchgezüchtet”.

Kaufpferde für alle Erdteile

Das ist auch das Ziel von Gisa Löwe. „Wir wollen ein typvolles, rittiges Sportpferd mit bestem Interieur, dafür werden hocherfolgreiche Hengste aus ganz Europa eingesetzt.” Das Interesse an den Kaufpferden kommt aber nicht nur aus den westeuropäischen Ländern, auch aus Russland, den USA oder sogar aus China. Und auch, wenn Gisa Löwe lieber nicht zu viel Lob hören will, gibt sie dann doch zu: „Einige unserer Pferde sind in den Händen von Berufsreitern bis in die höchsten Klassen erfolgreich.”

Wichtig ist ihr aber vor allem der Kontakt zu den Käufern: „Mit sehr vielen unserer Interessenten verbindet uns auch nach Jahren noch ein freundschaftliches Verhältnis und wir begleiten sie auf ihrem sportlichen Weg. Es freut uns immer zu hören, wie zufrieden sie mit ihren Pferden sind, nicht zuletzt wegen ihres ausgeglichenen und dem Menschen zugewandten Wesens.”

Von Claudia Bihler

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