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Aus für Bahnstrecke Pritzwalk-Putlitz

Letzter Halt für die „erste Bürgerbahn“ Aus für Bahnstrecke Pritzwalk-Putlitz

Aus wirtschaftlichen Gründen war es wohl nicht abzuwenden, doch hat das Aus für die Bahnstrecke Pritzwalk-Putlitz zum 1. August eine symbolische Bedeutung für die Gänsestadt. Denn einen Anschluss für die Personenbeförderung zu haben, ist auch immer eine Prestige-Angelegenheit für eine Stadt.

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Bald fährt kein Personenzug mehr von Pritzwalk nach Putlitz

Quelle: Foto: Atzenroth

Pritzwalk/Putlitz. Ein gewisser Stolz schwang mit, als im August 2007 die Bahnstation Pritzwalk-West eingeweiht wurde. Für Gymnasiasten, die aus Richtung Putlitz kamen, war dies ein idealer Haltepunkt, liegt er doch unweit des Pritzwalker Johann-Wolfgang-von Goethe-Gymnasiums. Und: Der eigens neu errichtete Haltepunkt war damals Teil eines Deals, mittels dessen die Bahnstrecke zwischen Pritzwalk und Putlitz noch einmal erhalten werden konnte und für den sich viele lokale Akteure zusammengetan hatten. „Die erste Bürgerbahn Brandenburgs“ nannte der damalige Prignitzer Landrat Hans Lange das Projekt, mit dem die Bahnstrecke reaktiviert wurde. „Totgesagte leben länger“, meinte damals Pritz­walks Bürgermeister Wolfgang Brockmann.

Gänsestadt bald ohne Bahnanschluss

Aber offenbar auch nicht ewig, denn mit dem Bahnverkehr zwischen den beiden Städten ist es nun am 1. August vorbei. Die Neuordnung des öffentlichen Personennahverkehrs in der Region wird dieser Verbindung nun, zumindest was die Personenbeförderung angeht, endgültig den Garaus machen. Das geht bereits auf den Nahverkehrsplan für den Landkreis Prignitz zurück, der im Jahr 2014 beschlossen worden war. Darin war kein Geld mehr für den Betrieb der Strecke eingestellt. Der Landkreis war vor einem Jahrzehnt finanziell eingesprungen, nachdem das Land sich aus der Finanzierung der Strecke zurückgezogen hatte – ein landesweit einmaliges Vorgehen, das nunmehr sein Ende findet.

Putlitz wird damit in absehbarer Zeit zu einer Stadt ohne Bahnanschluss. Bernd Dannemann, Bürgermeister von Putlitz, wusste immer um den symbolischen Wert einer solchen Station für eine Stadt. „Eine Stadt mit Bahnanschluss ist einfach etwas anderes als eine Stadt ohne“, erklärte das Stadtoberhaupt im Gespräch mit der MAZ, „darum mussten die Stadtverordneten damals nicht lange diskutieren, als es um den Erhalt der Strecke ging.“ Und so butterte die Stadt Putlitz Geld in die Verbindung, die eigentlich nicht mehr rentabel gewesen ist.

Gymnasiasten sind die Leidtragenden

Entscheidend für das Aus sei jetzt die Neuvergabe des ÖPNV in der Prignitz gewesen. Denn dabei hatte der Westprignitzer Reisedienst gegenüber der Bietergemeinschaft Prignitzbus den Kürzeren gezogen – damit war auch ein Angebot für die bessere Vernetzung von Bus und Bahn, das das Unternehmen gemeinsam mit der in Putlitz ansässigen Hanseatischen Eisenbahn entwickelt hatte, vom Tisch.

Aber viele, die jetzt die Einstellung der Verbindung beklagen, hätten sie auch nicht genutzt, betonte Dannemann. Langfristig gesehen hätte zudem die Strecke saniert werden müssen – zu welchen und wessen Kosten auch immer.

Leidtragende sind wohl vor allem die Gymnasiasten aus Richtung Putlitz, die künftig auf den Bus umsteigen müssen.

Von Bernd Atzenroth

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