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Prignitz Ausbau der A 14 wird von vielen herbeigesehnt
Lokales Prignitz Ausbau der A 14 wird von vielen herbeigesehnt
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11:34 22.02.2018
Der blaue Robur-Bus bringt die Fernsehleute zu den Wittenbergern. Quelle: Jens Wegener
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Wittenberge

Baurecht für weitere Abschnitte der A 14 zu bekommen ist besonders schwer. Das sagte Stefanie Langowski, Bereichsleiterin der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) Samstagnachmittag in der Talkrunde zur Bundesautobahn 14 im Wittenberger Nedwighafen vor der Gaststätte „Zum Fährmann”. RBB-Moderator Atilla Weidemann moderierte. Am Sonntag wurde die Runde in der Sendung „Brandenburg aktuell” ausgestrahlt. Als Gesprächspartner waren neben Stefanie Langowski von der Deges auch der Wittenberger Bürgermeister Oliver Hermann, der Vorsitzende der Wirtschaftsinitiative Westprignitz, Lutz Lange, der Grünen-Politiker Frank Heinke und der BUND-Vertreter Wilfried Treutler vor Ort.

„Warum ist die Autobahn eigentlich noch nicht fertig”, fragte Atilla Weidemann in die Runde. Stefanie Langowski griff die Frage auf und antwortete: „Wir hätten am liebsten nach der Fertigstellung des Abschnitts bei Karstädt gleich in Wittenberge weitergebaut. Aber das Baurecht zu bekommen ist hier besonders schwer. Ein Teil der Herausforderungen ist, dass wir in einem Naturschutzgebiet bauen. Wir haben aber ordentlich geplant. Ich denke nicht, dass da noch was gekippt werden kann.” BUND-Vertreter Wilfried Treutler sagte: „Die gegenwärtigen Verkehrsverbindungen sind nicht zukunftsfähig. Das wissen wir. Wir sind aber gegen die A 14, weil statt dessen die Bundesstraßen ausgebaut werden könnten.” Das Problem sei nicht der viele Verkehr, sondern dass man schlecht überholen könne. Es sei nicht erfolgt, Alternativen zum Bau der A 14 zu prüfen. „Deshalb haben wir die Europäische Union angeschrieben”, sagte er. „Es geht um den Erhalt der einmaligen Lebensqualität. Wir wollen den Naturraum erhalten. Wir müssen uns fragen, ob die nächste Generation die A 14 braucht. Wir kämpfen weiter dagegen an”, ergänzte der Grünen-Politiker Frank Heinke und erntete damit lautstarken Protest vieler Anwesender. „Es ist schlimm, dass die Autobahn nach zehn Jahren immer noch nicht fertig ist”, kritisierte der Wittenberger Fuhrunternehmer Detlef Benecke. „Bei Karstädt raufzukommen ist schon gut. So sparen wir auf dem Weg nach Hamburg rund 20 Minuten Fahrzeit ein. Wir brauchen die A 14”, forderte er.

Die Mehrheit hofft auf einen schnellen Weiterbau der A 14. Quelle: Jens Wegner

Frank Rüdiger-Gottschalk, Geschäftsführer eines Prignitzer Reisedienstes, stimmte ihm zu. „Wir unterliegen den verschärften Lenk- und Ruhezeiten. Es ist ganz wichtig, dass wir mit unseren Bussen schnell zum Ziel und wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt kommen”, begründete er die Notwendigkeit der Autobahn. Nach Norden hin ginge es schon gut. Auch für die Fahrgäste sei das Reisen so angenehmer. „Wir setzten auf Mobilität auf allen Wegen. Die Region hat gute Zukunfts-Chancen, wenn sie gut vernetzt ist”, sagte Wittenberges Bürgermeister Oliver Hermann. „Den Beweis haben wir vor der Tür. Mehrere Betriebe haben sich in den vergangenen Jahren in Wittenberge angesiedelt, mit der Aussicht auf die A 14. Das bringt Arbeitsplätze in die Region.” Der Lärmschutz sei natürlich auch ein Thema. Dieser werde so gut wie möglich ausgebildet.

„Die Brücke über die Elbe ist eine normale Brücke. Die Straße in Höhe Wittenberge wird aber mit offenporigem Asphalt, den manche Flüsterasphalt nennen, gebaut”, ergänzte Stefanie Langowski. „Der Bau der A 14 ist eine Investition in die Zukunft. Wenn wir keine Arbeit haben, haben wir auch keine Schulen mehr. Nur wenn wir Arbeitsplätze schaffen, haben wir eine Zukunft”, so Lutz Lange als Vorsitzender der Wirtschaftsinitiative Westprignitz. Gäste, die aus Richtung Magdeburg ins Hotel Alte Ölmühle kämen, stöhnten über die schlechte Verbindung aus dieser Richtung.

Frage und Meinung auf dem Schild. Quelle: Jens Wegener

Als Atilla Weidemann zur Abstimmung aufrief, wer gegen und wer für die A 14 sei, meldeten sich nur vier der rund 200 anwesenden Bürger dagegen. Entsprechend groß war die Zustimmung zur A 14. „Es ist ein Graus, als Pendler hier wegzukommen. Es ist viel zu lange gewartet worden. Naturschutz in allen Ehren, aber die Verhältnismäßigkeit muss stimmen”, meinte ein Mann. „Die Betriebe brauchen die A 14 und wir auch, damit man schneller überall hinkommt”, ergänzte ein anderer. „Wenn es damals die Grünen gegeben hätte, würde es die Ölmühle nicht geben”, meinte Stadtführer Jürgen Schmidt in der Gestalt des Erbauers der Ölmühle, Salomon Herz. „Vor Jahren hatte ich sechs Stadtführungen im Jahr. Jetzt sind es sechs Führungen pro Woche”, berichtete er. „Wittenberge hat sich gut entwickelt. Wir brauchen eine gute Infrastruktur.”

Von Jens Wegner

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