Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Ausschussmitglieder sehen Entwurf kritisch
Lokales Prignitz Ausschussmitglieder sehen Entwurf kritisch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 01.07.2017
Windrädern, so weit das Auge reicht, prägen das Stadtbild und Umland von Pritzwalk, wogegen die Bewohner kämpfen. Quelle: dpa
Pritzwalk

„Es ist eine Katastrophe, was in Brandenburg geschieht. Die Landschaft wird mit Windkraft regelrecht verschandelt“, so Hartmut Winkelmann (Die Linke). „Ich freue mich, dass der Widerstand in Bölzke so erfolgreich war. Doch ich habe den Glauben verloren, dass es wirklich so einfach ist.“

Bei der außerplanmäßigen Hauptausschusssitzung in Pritz­walk am Dienstagabend wurde der zweite Regionalplanentwurf „Freiraum und Windenergie“ erneut thematisiert und diskutiert. Der neue Entwurf sieht starke Reduzierungen der Flächen vor, einige fallen weg. „Die Verspargelung des Waldes konnten wir erfolgreich verhindern, eine gewisse Feinsteuerung ist uns gelungen“, sagte Bürgermeister Wolfgang Bockmann (FDP). Er ist der Meinung, dass ein weiteres Eingreifen in den Entwurf kaum machbar sei, unter anderem aus planungsrechtlicher Sicht.

750 Meter zur Wohnbebauung reicht den Pritzwalkern nicht

„Es hört sich zwar gut an mit der Reduzierung der Anlagen, doch ich gehe davon aus, dass durch den Bestandsschutz und den Bau neuer Anlagen noch mehr hinzukommt“, ist sich Klaus-Peter Garlin (CDU) sicher. Die 750 Meter Mindestabstand zu Wohnbauten sind aus seiner Sicht nicht ausreichend, auch wenn die Anlagen dann nur 150 Meter hoch sein dürfen.

Diese Meinung vertritt auch Fariba Nilchian aus Bölzke. Sie fordert den „10-H-Abstand“, so dass beim Bau von Windrädern der zehnfachen Abstand der Höhe zur Wohnbebauung eingehalten wird. Windkraftanlagen können krank machen, teilweise werde der Strom gar nicht erst weitertransportiert, es gebe viel zu wenig Speichermöglichkeiten, sagte Nilchian weiter. So wird immer wieder diskutiert, ob Windenergie wirklich eine gute und richtige Alternative zur Atomkraft sei.

Regionalplanung für drei Landkreise

Der Regionalplan soll in den Landkreisen Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin und Prignitz die Planung und Errichtung von Windenergieanlagen durch die Ausweisung von Eignungsgebieten steuern. Außerhalb der Eignungsgebiete soll die Windenergienutzung ausgeschlossen werden. Noch bis zum 31. Juli kann eine Stellungnahme der Gemeinden, Ämter und Städte abgegeben werden. Die Anregungen der Hauptausschussmitglieder sollen nun in eine Stellungnahme aufgenommen werden, ein genauer Wortlaut wurde nicht bekannt.

Von Marcus J. Pfeiffer

Die Berufungsverhandlung gegen den betrunkenen Unfallfahrer, der im Februar 2015 in Schönebeck (Prignitz) den Tod einer 13-Jährigen verschuldet hat, nahm am Mittwoch eine überraschende Wende: Der 38-Jährige hat seine Berufung zurückgenommen. Er muss nun für zwei Jahre und zwei Monate ins Gefängnis.

28.06.2017

300 Millionen will der Bund für das Gesamtkonzept Elbe zur Verfügung stellen. Ein Entschließungsantrag im Bundestag begrüßt den Plan, der Ökologie und Ökonomie unter einen Hut bringen soll. Kritik kommt unterdessen von den Umweltverbänden und den Kirchen. Sie werfen den Politikern vor, den Ausbau des naturnahen Flusses forcieren zu wollen.

27.06.2017

An den Windkraftanlagen in der Region scheiden sich die Geister – obwohl die Mehrheit der Bevölkerung für die Energiewende eintritt. Und so brach auch der Stammtisch des Radiosenders Antenne Brandenburg am Montag in Wittstock eine hitzige Debatte über Für und Wider der Anlagen aus. Thema waren unter anderem auch die hohen Stromkosten in der Region.

27.06.2017