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Prignitz Awo Prignitz betreut Flüchtlinge
Lokales Prignitz Awo Prignitz betreut Flüchtlinge
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00:18 17.04.2016
Quelle: Julian Stähle
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Perleberg

„Es wird etwas ruhiger.“ So beschreibt Heike Schulz den aktuellen Zustrom von Flüchtlingen und Asylbewerbern in die Prignitz. Die Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Prignitz gab am Dienstagabend im Perleberger Sozialausschuss einen Lagebericht. Die Turbulenzen des Jahres 2015 sind vorbei, als wöchentlich bis zu 100 Menschen untergebracht werden mussten

Die Prignitz hat rund 1500 Flüchtlinge und Asylbewerber aufgenommen. Wie Heike Schulz berichtete, werden alle von der Awo betreut. „Mit dem Landkreis besteht ein Dienstleistungsvertrag. Wir sind der einzige Wohlfahrtsverband, der mit hauptamtlichen Mitarbeitern Flüchtlinge und Asylbewerber betreut.“ Die Awo musste sich daher deutlich verstärken. Im Februar 2015 standen ihr zwei Sozialarbeiter zur Verfügung. Derzeit obliegt 21 Sozialarbeitern die Betreuung der Zugezogenen, zwei technische Kräfte kümmern sich um Probleme in den Unterkünften. Im Landkreis werden alle Flüchtlinge in Wohnungen untergebracht. Lediglich in Wittenberge existieren zwei Kleingemeinschaftsunterkünfte, wobei eine jetzt aufgegeben werden soll – das Jugendgästehaus in der Perleberger Straße. Dafür wird die Kapazität des Gebäudes an der Wahrenberger Straße auf 60 Plätze aufgestockt.

Einstellung von Sozialarbeitern war nicht einfach

Die Betreuung erfolgt laut Heike Schulz in vier Verbünden. Jeweils sechs Sozialarbeiter sind tätig in Perleberg/Karstädt, Wittenberge/Lenzen sowie Pritzwalk/Groß Pankow/Meyenburg/Putlitz. Das vierte Büro mit drei Sozialarbeitern befindet sich in Glöwen, von wo aus die Gemeinde Plattenburg und das Amts Bad Wilsnack/ Weisen betreut werden.

Die Einstellung von zusätzlich 19 Sozialarbeitern sei nicht ganz einfach gewesen, berichtete Heike Schulz. Bedingung für die Bewerber ist ein Bachelor- oder Masterabschluss. Nur durch eine Ausnahmeregelung sei dies gelungen. Bewerber ohne die geforderte Voraussetzung mussten sich einem Eignungstest im Landesamt für Soziales und Versorgung in Cottbus unterziehen. Das Land Brandenburg gibt einen Betreuungsschlüssel von einem Sozialarbeiter für 80 Flüchtlinge vor. Der Landkreis Prignitz möchte einen Schlüssel von 1 zu 60 verwirklichen. „Diesem Ziel hinken wir aber hinterher“, erklärte die Geschäftsführerin.

Prignitz ist nicht die Wunschregion

Einzelheiten nannte dann Susanne Seidel, die das Team der Sozialarbeiter leitet. In Perleberg lebten am 31. März 416 Flüchtlinge und Asylbewerber, wovon 127 Kinder waren. „Die Zahlen ändern sich täglich“, erklärte sie. Die Prignitz sei häufig nicht der Wunschort. 18 Nationen sind in der Kreisstadt vertreten. Im gesamten Landkreis befanden sich am 31. März 727 Flüchtlinge, die in 60 Familien lebten. Eng wird bei der Betreuung mit Ehrenamtlichen, etwa der Initiative „Perleberg hilft“ zusammengearbeitet. Wichtige sei gewesen, zu klären, was die Ehrenamtlichen dürfen und was Aufgabe der hauptamtlichen Betreuer ist.

Ein Problem ist nach wie vor die Verständigung. Inzwischen besteht eine Börse für ehrenamtliche Sprachmittler. Mitunter müsse aber ein Dolmetscher über den Landkreis angefordert werden. Auf die Frage, wie die Integration und die Arbeitsvermittlung laufe, erklärte Susanne Seidel: „Nicht alle Flüchtlinge und Asylbewerber wollen, was wir wollen.“ Das Interesse an einem Praktikum sei nicht immer da.

Von Michael Beeskow

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