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Awo Pritzwalk muss aufs Ehrenamt setzen

25 Jahre lokaler Akteur Awo Pritzwalk muss aufs Ehrenamt setzen

Vor 25 Jahren gründete die Arbeiterwohnfahrt (Awo) ihre Dependance in Pritzwalk und wurde schnell zu einem lokalen Akteur in der Prignitz. Das Motto lautete von Anfang an „Gemeinsam statt einsam“. In den zurückliegenden Jahren ging der Verein durch Höhen und Tiefen und war zwischenzeitlich auch mal zahlungsunfähig.

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Annette Lukaschek (l). die Awo-Ortsvereinsvorsitzende, dankte den ehrenamtlichen Helfern sowie Vorstandsmitgliedern.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Pritzwalk will ihren Mitgliedern eine große Familie sein. Unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ ist der aus der SPD hervorgegangene Wohlfahrtsverband seit nunmehr 25 Jahren in Pritzwalk tätig. Grund genug für viele der 106 Mitglieder des Ortsvereins, des Kreisverbandes und anderer Prignitzer Awo-Gliederungen, in der Alten Mälzerei zu feiern.

Gemütliches Beisammensein im Saal des alten Sudhauses

Gemütliches Beisammensein im Saal des alten Sudhauses.

Quelle: Andreas König

Die Vorsitzende Annette Lukaschek erinnerte in ihrer Rede an die bewegte Wende- und Nachwendezeit. Damals schlossen sich Mitarbeiter der Volkseigenen Betriebe Zahnradwerk und Landtechnisches Instandsetzungswerk zusammen. Sie wollten soziale Arbeit fördern und leisten und hatten am 22. Mai 1991 zu diesem Zweck in der Kreisbibliothek Pritz­walk den Awo-Ortsverein gegründet. Mit zunächst 23 Mitgliedern begann die Awo, „vorbeugende, helfende und heilende Tätigkeiten auf allen Gebieten der sozialen Arbeit“ zu übernehmen.

Hilfe zur Selbsthilfe lautete schon damals das bestimmende Prinzip, nach dem auch heute viele Selbsthilfegruppen organisiert sind. Doch der Anspruch der Pritzwalker Awo-Gründer war größer. 1992 wurde in Pritzwalk ein Frauenhaus eingerichtet, das bis zum Jahr 2011 Frauen in Not aufnahm. Hilfe- und ratsuchende Menschen mit den passenden Angeboten zusammenzubringen, das übernahm ebenfalls im Jahr 1992 die Regionale Kontakt- und Informationsstelle (Rekis). Die Angebote waren so vielfältig wie die Zielgruppen: Schlankgruppe, Rheumakranke, Vorruheständler, Heimatvertriebene, Suchtkranke, Diabetiker, Selbsthilfegruppen für Ängste und Depressionen, Schlaganfallpatienten, Morbus Crohn, unter Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom Leidende und viele mehr.

Awo-Vorsitzende Annette Lukaschek blickt zurück

Awo-Vorsitzende Annette Lukaschek blickt zurück.

Quelle: Andreas König

Inzwischen sitzt die Rekis nicht mehr in Pritzwalk, sondern seit vergangenem Jahr in Perleberg. Damit ging es ihr wie manch anderen Einrichtungen: Viel von dem, was einst in Pritzwalk ins Leben gerufen wurde, existiert heute nicht mehr oder an anderem Ort. Der Recyclinghof Steffenshagen etwa, eine Art mobiles Möbel- und Kleiderlager mit Instandsetzungswerkstatt, musste geschlossen werden. 1993 übernahm der Awo-Ortsverein die Kindertagesstätte Ellershagen. Bereits damals half die Awo bei der Integration vom deutschstämmigen Aussiedlern. Ende 1993 hatte der Verein 56 Mitglieder. Viele weitere Gruppen wurden etabliert, darunter der noch heute bestehende „Goldene Herbst“ oder die Selbsthilfegruppe Diabetiker. Die 1995 gegründete Seniorenwerkstatt bot Vorruheständlern und aktiven Rentnern Gelegenheit, Möbel und andere Gebrauchsgegenstände zu reparieren. Die Werkstatt schloss 2009 ihre Pforten. Mit dem Projekt „Arbeit statt Sozialhilfe“ nahmen die Pritzwalker Awo-Aktiven eine noch heute oft gehörte Forderung auf: Bedürftige helfen Bedürftigen. Ein Jahr später sollte das „Frauensprachrohr“ arbeitslose Frauen unterstützen, aus ihrer sozialen Isolation herauszukommen.

1998 geriet die Awo Pritzwalk in eine schwere Krise. Der Verein war nicht mehr liquide und musste sich unter das Dach des Kreisverbandes Prignitz retten. Anfang 1999 verlor der Ortsverein die wirtschaftliche Selbstständigkeit.

Seit 2006 leitet Annette Lukaschek die Geschicke des Ortsverbandes. Die Mitgliederzahl ist auf mittlerweile 106 gestiegen, die Zahl der Mitarbeiter geht hingegen zurück. Seit diesem Monat steht „leider nur eine Kraft für 20 Wochenstunden zur Verfügung“, bedauerte Annette Lukaschek die aktuell schwierige Situation. Umso wichtiger sei die ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder. Für ihren Einsatz dankte die Vorsitzende Dorita Schulz, Enriko Jäckel, Dietra Schwarz, Ines Busse-Anskat sowie den Vorstandsmitgliedern Marianne Krüger, Helga Becker, Anke Wittstock, Adolf Oberländer sowie Peter Abs.

Von Andreas König

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