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Prignitz Auf Tour durch ein tolerantes Brandenburg
Lokales Prignitz Auf Tour durch ein tolerantes Brandenburg
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13:43 15.06.2018
Mit einem Tour-Mobil sind die sieben Jugendlichen für zwei Wochen einmal quer durch Brandenburg unterwegs. Quelle: Julian Stähle
Prignitz

Das selbsternannte „B-Team“ ist wieder unterwegs durch das Land Brandenburg und macht am Wochenende in der Prignitz und Ostprignitz-Ruppin halt. Die zweiwöchige Tour, vom 9. bis 23. Juni, steuert die Orte an, in denen Engagement auf besondere Weise sichtbar ist, an denen gegen Rechtsextremismus demonstriert, Konzerte und Kampagnen stattfanden oder Aktionen und Integrationsprojekte durchgeführt wurden.

Am Samstag kommt die „B-Team-Tour nach Wittstock und Wittenberge, am Sonntag nach Neuruppin. Dort wird das Team, bestehend aus sieben Jugendlichen, mit engagierten, toleranten und aktiven Menschen, Vereinen und Initiativen ins Gespräch kommen. Die diesjährige Jubiläumstour steht ganz unter dem Zeichen „20 Jahre Tolerantes Brandenburg“.

Mit engagierten Bürgern ins Gespräch kommen

Anlässlich des runden Geburtstages wollen die Initiatoren der Tour auf die Arbeit und das Engagement des Toleranten Brandenburgs zurückblicken. Mit einem eigenen Tour-Mobil fahren die sieben Jugendlichen einmal durch ganz Brandenburg und sind in allen Landkreisen und kreisfreien Städte zu Gast.

An diesen Orten leisten viele engagierte Bürger einen Beitrag für eine solidarische Zivilgesellschaft, die gemeinsam mit den vielen Partnern zu Wort kommen sollen. Gleichzeitig werden einprägsame Orte besucht, die zum Nachdenken und Innehalten anregen.

Dietmar Woidke verabschiedete die Teilnehmer

Den Höhepunkt der Tour bildet die Teilnahme an der Feier zum 20. Jubiläum des Handlungskonzepts „Tolerantes Brandenburg“ am 23. Juni in Cottbus, zu der auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet wird. Zu Beginn der zweiwöchigen Tour verabschiedete Ministerpräsident Dietmar Woidke die Teilnehmer der „B-Team-Tour“ in Potsdam.

„20 Jahre Tolerantes Brandenburg ist ein Jubiläum, das uns daran erinnert, in welcher Situation das Tolerante Brandenburg gegründet worden ist, aber auch welche Arbeit geleistet wurde und welche Erfolge erzielt werden konnten“, sagte Dietmar Woidke. „Und heute, im Jahr 2018, haben wir eine Situation, wo wir mit neuen Herausforderungen, gerade Rechtsextremismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, konfrontiert werden.“

Brandenburg ging den ersten Schritt

Insgesamt stehen auf dem Tourplan rund 30 Stationen. Das Team besucht dabei Jugendeinrichtungen und Bürgervereine, Aktionsbündnisse und Gemeinden sowie zahlreiche andere Orte, an denen sich Menschen für eine offene und tolerante Gesellschaft einsetzen. So wie jetzt am Wochenende das Bündnis „Wittstock bekennt Farbe“, die Stadtjugendpflege und das Demokratieforum in Wittenberge sowie das Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“.

Das Handlungskonzept „Tolerantes Brandenburg“ existiert seit 1998 im Land Brandenburg als Strategie zur Bekämpfung von Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Das Land Brandenburg war damals eines der ersten Länder bundesweit, die diesen Schritt gingen. Grund waren vor allem die Ende der 90er-Jahre alarmierend hohen Zahlen von rechtsextremen Übergriffen in Brandenburg.

Neue Herausforderungen

Seitdem hat das Bündnis vieles erreicht und das „Tolerante Brandenburg“ ist mit seinem landesweiten Beratungsnetzwerk und dem alle gesellschaftlichen Bereiche umfassenden Kooperationspartner-Netzwerk ein wichtiger Bestandteil der Stärkung der demokratischen Zivilgesellschaft. Gleichermaßen stellen aber auch heutzutage die immer stärker werdenden populistischen Bewegungen und fremdenfeindlichen Übergriffen die Gesellschaft vor neue Herausforderungen.

Die Stationen der Tour im Überblick

Wittstock Samstag, 16. Juni von 10 bis 13 Uhr Treffpunkt: Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald, Belower Damm 1,

Vor Ort wird die Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald besichtigt. Im Anschluss findet ein Gespräch mit dem Bündnis „Wittstock bekennt Farbe“ über das Engagement seiner Mitglieder statt.

Hintergrund: Die Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald wurde nach umfassender Neugestaltung im April 2010 anlässlich des 65. Jahrestages der Befreiung in Anwesenheit zahlreicher Überlebender aus aller Welt wiedereröffnet. Im Mittelpunkt steht das rund 20.000 Quadratmeter große historische Waldgelände. Zahlreiche Bäume tragen Inschriften, die von Häftlingen stammen. Das Mahnmal existiert seit 1975.

Wittenberge Samstag, 16. Juni von 15 bis 16 Uhr Treffpunkt: Café „Clifton“ Hafenstraße 7

Vor Ort findet ein Treffen im Café „Clifton“ mit Teilnehmern der Stadtjugendpflege und des Demokratieforums statt. Es sind Gespräch über die Aktivitäten der Stadtjugendpflege, des Demokratieforums und über das Programm „Demokratie leben!“ geplant.

Hintergrund: Das Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ will ziviles Engagement und demokratisches Verhalten auf der kommunalen, regionalen und überregionalen Ebene fördern. Vereine, Projekte und Initiativen werden unterstützt, die sich der Förderung von Demokratie und Vielfalt widmen und insbesondere gegen Rechtsextremismus und Phänomene gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit wie beispielsweise Rassismus und Antisemitismus arbeiten.

Neuruppin Sonntag, 17. Juni von 9.30 bis 11.30 Uhr Treffpunkt: Café Hinterhof, Rudolf-Breitscheid-Straße 38

Vor Ort findet ein Treffen im Café „Hinterhof“ mit Teilnehmern vom Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“ und dem Bürgermeister Jens-Peter Golde statt. Anschließend ist ein Stadtspaziergang entlang der Stolpersteine und zur Gedenktafel zum Kriegsende geplant.

Hintergrund:Neuruppin bleibt bunt“ ist ein Aktionsbündnis und ein Zusammenschluss von Vertretern aus Wirtschaft, Vereinen, Kirchen, Politik, Verwaltung sowie Einzelpersonen, die beschlossen haben, sich gegen den Rechtsextremismus und für Toleranz in Neuruppin zu stellen.

Von Marcus J. Pfeiffer

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