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Prignitz Bad Wilsnack: Der Schwäche getrotzt
Lokales Prignitz Bad Wilsnack: Der Schwäche getrotzt
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00:25 26.08.2015
Angekommen in Bad Wilsnack müssen die Pilger vor der Absolution zunächst auf die Sündenwaage. Quelle: Claudia Bihler
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Bad Wilsnack

Es ist ein bunt durchmischtes Volk, das sich während des „Mittelalters“ auf den Weg nach Bad Wilsnack macht: Kinderpilger sind viele Kilometer mit nackten Füßen gelaufen. Der Hansekaufmann hat ein wertvolles und schweres Wegekreuz von der Nordseeküste bis in die Prignitz geschleppt, nur um dort von den Geistlichen der Wilsnacker Wallfahrtskirche ohne Absolution für seine Sünden wieder davon gejagt zu werden. Eine Pilgerin aus Danzig war allein gereist – und hatte nicht nur Gefahren wie Raubüberfällen auf dem Weg in den Wallfahrtsort getrotzt, sondern auch der eigenen Schwäche: „Ich habe so manches Mal geglaubt, sie würde es nicht mehr bis Wilsnack schaffen“, stellte einer ihrer Mitpilger fest. Sie schaffte es doch. Allerdings stand ihr dann zunächst das Wiegen auf der Sündenwaage der Wunderblutkirche bevor – erst dann konnte sie ihren Blick auf das Ziel ihrer Reise werfen: Die Reliquien der Bluthostien, die dem mittelalterlichen Wilsnack seine Berühmtheit als Wallfahrtsort bescherten.

Bunte Kostüme wohin das Auge blickt Quelle: Bihler

Der Höhepunkt des diesjährigen Bad Wilsnacker Pilgerfestes ist zweifelsohne der vierte Teil des Theaterstückes „Wahres und Wunderbares aus Wilsnacks Vergangenheit“. Das Buch dazu stammt aus der Feder Bärbel Manns. Es gibt auf mitunter rührende, mitunter humoristische Art den vielen hundert Gästen einen Einblick in die Orts- und Wallfahrtsgeschichte in der Prignitz. Das ausschließlich von rund 25 Laienschauspielern gespielte Stück zeigt anschaulich, dass die Wilsnack-Fahrt nicht nur eine Glaubensfrage war, sondern auch bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region. Das genoss nicht nur der Bischof aus Havelberg, sondern auch der Landesherr, der kurzerhand und gegen den Willen der Wilsnacker ein Bürgergeld – also eine Steuer – vom Ort verlangte, der aber gleichzeitig mit den Stadtrechten der hochnotpeinlichen Gerichtsbarkeit ausgestattet wurde – und damit selber auch die Todesstrafe verhängen konnte.

Das Theaterstück war der Höhepunkt. Quelle: Bihler

Wer die Pilgerfahrt nicht nur auf der Bühne im Goethepark erleben will, hat bereits am Vormittag die Gelegenheit, in Gemeinschaft ein kurzes Stück auf dem Pilgerweg von der Plattenburg nach Bad Wilsnack zurückzulegen. Die Wanderung steht auch in diesem Jahr wieder unter dem Motto „Müde Füße – leichte Seele“.

Im Goethepark angekommen, warten auf die modernen Pilger die reich gedeckten Tafeln der Händler. Auf einem Kunsthandwerkermarkt können nicht nur hübsche Deko-Artikel beispielsweise aus Filz erworben werden. Wer will, hat auch die Chance, Techniken wie das Filzen mit Wolle auszuprobieren oder für sich selbst das Wilsnacker Pilgerzeichen zu gießen. Drechsler und Korbflechter zeigen ihre Künste. Wer mehr über den mittelalterlichen Wallfahrtsort erfahren will, kann die Wunderblutkirche mit ihrer informativen Ausstellung besuchen. Musikalisch umrahmt die Folkloregruppe Rumpelstolz das Fest im Goethepark. Der zweite Höhepunkt des Tages und gleichzeitig ein festlicher Abschluss des Pilgerfestes 2015 ist das Kammerkonzert „Sommernachtsträume“ mit der Jungen Philharmonie Köln und dem Wilsnacker Chor Cantabile – ein Kunstgenuss.

Von Claudia Bihler

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