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Bad Wilsnack lädt zum Pilgerfest

Tradition lebt wieder auf Bad Wilsnack lädt zum Pilgerfest

Bad Wilsnack kam schon im Mittelalter zu Berühmtheit und Wohlstand, weil es ein beliebtes Pilgerziel war. Wer nachempfinden möchte, welche Bedeutung der Ort für die Duchwandernden hatte, sollte sich das Pilgerfest am 22. August nicht entgehen lassen. Dann wartet auf die Gäste unter anderem eine interessante Zeitreise.

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Pilger können sich in Wilsnack die Füße waschen lassen.

Quelle: Andreas König

Bad Wilsnack. Das Pilgerwesen verhalf dem Ackerbürgerstädtchen Bad Wilsnack bereits im Mittelalter zu Berühmtheit und Wohlstand. Heute steht das Wandern zur Selbstbesinnung wieder hoch im Kurs. Anlass genug für den Förderverein Wunderblutkirche, zum mittlerweile zwölften Pilgerfest einzuladen.

Am Sonnabend, 22. August, können Pilger und Gäste eine Zeitreise unternehmen, wenn sie um 10 Uhr zunächst zu einer kleinen Wallfahrt von Plattenburg nach Bad Wilsnack aufbrechen. Getreu dem Motto „Müde Füße – leichte Seele“ genießen Besucher nach der Ankunft der frommen oder weltlichen Pilger im Gutspark an der Wunderblutkirche entweder die Stille des Gotteshauses oder sie stürzen sich ins mittelalterliche Festgetümmel. Reges Markttreiben ist dort zu erleben, umrahmt von den passenden Klängen der Folkloregruppe „Rumpelstolz“ aus Rüdnitz bei Bernau. Müde Geister können traditionell ihre Füße bei einer Pilger-Massage erholen und anschließend mit kaltem Wasser begießen lassen. Gäste haben die Möglichkeit, Kunsthandwerkern über die Schulter zu schauen oder selbst aktiv zu werden. Beispielsweise beim Pilgerzeichen gießen, was erfahrungsgemäß sowohl kleinen wie großen Gästen gefällt.

Ein Höhepunkt ist um 16 Uhr die Aufführung des Pilgertheaters am Nachmittag im Park. Das Stück aus der Feder von Bärbel Mann heißt „Wahres und Wunderbares aus Wilsnacks Vergangenheit“, Teil IV. 25 Schauspieler und Statisten, Kinder und Erwachsene werden ein Spektakel aufführen, in dem die Schicksale von Hauptpersonen früherer Stücke weitererzählt werden. König Wenzel muss wieder auf die Sündenwaage, um später um die Gunst der schönen Wirtin zu buhlen. Ob sie ihn wirklich heiraten wird? Der Wunderblutverein macht neugierig aufs Programm: „Die Besucher werden zu Recht neugierig sein auf den Fortgang der Geschichte der Adelhaid, der Tochter vom Trunkenbold Brose; und was ist aus der Kaufmannstochter geworden, die ins Kloster gehen wollte?“ Diese und viele andere Fragen werden am Sonnabend beantwortet, darunter die nach den Ideen des Bürgermeisters, den Stadtsäckel zu füllen.

Abends ab 18 Uhr locken dann die „Sommernachtsträume“. Das ist ein Kammerkonzert mit der Jungen Philharmonie Köln und dem Chor „Wilsnack Cantabile“ aus der Kurstadt.

Doch gepilgert wurde auch andernorts in der Prignitz: Am Sonntag, 23. August, 14 Uhr, erinnert die Theateraufführung „Der Wunderknabe von Kehrberg“ vor der Kirche im 25 Kilometer entfernten Kehrberg an eine spätere Wallfahrt. Das Stück beruht auf der wahren Geschichte eines dreijährigen Kindes. Als vermeintlicher Wunderheiler löste der Knabe im Sommer 1734 eine riesige Wallfahrt ins Dorf Kehrberg aus. Nach der Aufführung erwartet das Publikum ein barockes Markttreiben mit regionalen Leckereien.

Von Andreas König

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