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Baggerseen sollen Landschaft bereichern

Bietergemeinschaft plant Kiesabbau nahe Wittenberge Baggerseen sollen Landschaft bereichern

Eine Bietergemeinschaft will an mindestens zwei Stellen nahe Wittenberge in großem Stil Kies abbauen. Die so entstehenden Gruben sollten mit Wasser gefüllt werden und als Seen die Landschaft bereichern. Die Wittenberger Stadtverordneten verfolgen aber andere Pläne.  

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Bagger wollen die Wittenberger Stadtverordneten an der B 195 nicht so gern sehen – sie bevorzugen Gewerbeflächen.

Quelle: Peter Geisler (Archiv)

Wittenberge. Der Kies für den Bau der A14 durch die Prignitz soll aus der Umgebung von Wittenberge kommen. Eine Bietergemeinschaft, bestehend aus den Unternehmen Johann Bunte aus Papenburg (Niedersachsen) und der Firma Eggers aus Hamburg, will an mindestens zwei Stellen in der Nähe der Stadt in großem Stil Kies abbauen. Die so entstehenden Gruben sollten mit Wasser gefüllt werden und als Seen die Landschaft bereichern. Die Gewässer würden ausschließlich ökologischen Belangen dienen, an einen etwaigen Badebetrieb wäre nicht zu denken. Eine Fläche befindet sich unmittelbar an der Kreuzung B189/B195, die andere weiter in Richtung Bentwisch.

Die Wittenberger Stadtverordneten haben mit dem Gelände aber eigentlich andere Pläne. Vor allem das Gebiet an der Kreuzung soll den Vorstellungen des Stadtparlaments nicht als Kiesentnahmestelle fungieren, die sich später in einen See verwandelt. "Die Stadtverordneten haben sich gefragt, welche Lösung dort zukunftsträchtig ist und im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung", erklärte Bürgermeister Oliver Hermann auf Nachfrage der MAZ. Mit dem Gedanken an einen neuen See vor den Toren der Stadt konnten sich die Stadtverordneten so recht nicht anfreunden.

Sie halten andere Entwicklungsmöglichkeiten für wünschenswert. Welche genau das sind, wollte Bürgermeister Oliver Hermann angesichts der nichtöffentlich geführten Beratung nicht sagen. Allerdings ist es ein offenes Geheimnis, dass die Stadt zusätzliche Flächen für Firmenansiedlungen benötigt. Vor allem im Gewerbegebiet Nord wird nach den jüngsten Investitionen wie dem Dämmstoffwerk der österreichischen Firma Austrotherm der Platz knapp. Eine Erweiterung in Richtung der B 190 käme dem Willen der Stadt entgegen, noch mehr Gewerbebetriebe anzusiedeln.

Viel Kies – die Claims werden abgesteckt

  • 1,3 Milliarden Euro soll der Neubau der A14 ein kosten – ein lukratives Geschäft für viele Unternehmen. Für sie es wichtig, rechtzeitig ihre Interessen zu sichern.
  • Seit 2010 wollen die Unternehmen Johann Bunte aus Papenburg und Eggers aus Hamburg mit Niederlassung in Wittenberge , für den Autobahnbau Kies zu fördern. Geplant sind zwei Entnahmestellen, eine bei Bentwisch, die andere an der Kreuzung der B189 zur B 195.
  • An letzterer Fläche hat auch dieStadt Wittenberge Interesse. Die Stadtverordneten möchten das Gebiet für Gewerbeansiedlungen nutzen.
  • Laut Bekundungen der Bietergemeinschaft hat diese bereist Optionsverträge mit den Grundstückeigentümern geschlossen.
  • Die Abbaufläche soll 13 Hektar groß sein. Elf Hektar Fläche sollen die Seen umfassen, ihre Tiefe acht bis neun Meter betragen.

"Zunächst einmal gibt es den Auftrag der Stadtverordneten an die Verwaltung, einen Erwerb der Flächen zu prüfen", sagte der Bürgermeister. Was dabei herauskommt, sei offen. Nur eines steht fest: Die städtischen Pläne vertragen sich nur sehr bedingt mit einem möglichen Kiesabbau an dieser Stelle. "Den Beteiligten ist klar, dass dort entweder Erweiterungsflächen für Gewerbe entstehen können oder eine Kiesentnahmestelle", sagt der Bürgermeister.

Ein Kompromiss wäre höchstens denkbar, wenn Kies in erheblich kleinerem Umfang abgebaut würde als bisher geplant.

Doch bis es soweit ist, dürfte noch einiges Wasser die Elbe hinunterfließen: Der Abschnitt der Elbquerung bei Wittenberge ist noch genauso wenig geplant wie die Fortführung der Trasse nach Karstädt. Daher konnten die Arbeiten für diese Abschnitte auch noch nicht ausgeschrieben werden. Das wiederum ist die Voraussetzung dafür, dass die Bietergemeinschaft Bunte/Eggers überhaupt Kies abbauen kann.

Nach dem ersten Spatenstich am Montag bei Karstädt wächst allerdings die Hoffnung, dass die Autobahn kommt. Und eines ist sicher: Für ihren Bau wird sicher jede Menge Kies benötigt.

Von Andreas König

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