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Bahnhofsgeburtstag als Volksfest

Glöwen Bahnhofsgeburtstag als Volksfest

Auf großes Interesse stieß der Festempfang anlässlich des 170. Geburtstag des Bahnhofs Glöwen. Aus vielen Orten der Prignitz und darüber hinaus strömten die Besucher in das klassizistische Empfangsgebäude. Von den fünf neu entstandene Wohnungen sind noch vier zu vermieten. Einer der Höhepunkte war eine beeindruckende Lichtinstallation.

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Beim Überholen zog der Vordermann nach links

Die Bahnhofsfassade verwandelte sich dank Illumination in ein Blumenmeer.

Quelle: Andreas König

Glöwen. Ein voller „Mitropa“-Saal, keine Parkplätze mehr, ein ständiges Kommen und Gehen – wann hat es das zuletzt gegeben im und am Bahnhof Glöwen? Die Frage stellte sich am Sonnabend und wurde umgehend beantwortet: zum 170. Bahnhofsgeburtstag. Über 300 Gäste aus nah und fern sahen sich im sanierten Empfangsgebäude um, ließen sich die fünf Wohnungen – von denen noch vier frei sind, zeigen und durchstöberten das geschichtsträchtige Gebäude vom Keller bis zum Dachboden. Der Besitzer, Steuerberater und Waldbauer Roland Wierling, und die Projektbeauftragte Franziska Richert hatten sich für den Festempfang allerhand einfallen lassen.

Ehemaliger Fahrdienstleiter gehörte zu den Festgästen.

Unter anderem gab es für den einstigen Fahrdienstleiter, den seit Dienstag 88-jährigen Gerhard Bren­ning, ein Wiedersehen mit seiner einstigen Wirkungsstätte. Der Senior verbrachte mit seiner Familie Jahrzehnte seines Lebens in dem klassizistischen Gebäude. Seine Frau war am Fahrkartenschalter ­tätig, erinnerte sich Gerhard Brenning. Doch auch andere haben enge Beziehungen zum Bahnhof: Nicht nur viele Havelberger kamen ins Prignitzer Nachbardorf, um zu sehen, wie sich der lange Zeit vom Verfall bedrohte Bahnhof entwickelt hat, sondern auch Bewohner der umliegenden Orte.

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Den 170. Geburtstag des Bahnhofs Glöwen feierten am Wochenende mehr als 300 Besucher. Sie bestaunten die sanierten Wohnungen, den musealen Wartesaal und vor allem die Lichtinstallation des Osterburger Künstlers Matthias Faul. Die gegenwärtig nur zur Hälfte sanierte Fassade soll laut Besitzer Roland Wierling im kommenden März in Angriff genommen werden.

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Musealer Wartesaal zeigt interessante Exponate

Der museale Wartesaal – einst wirklich Aufenthaltsraum für Reisende – zeigt jetzt eine Menge Exponate, die entweder mit dem Bahnhof Glöwen selbst oder mit der Eisenbahnlinie Berlin–Hamburg oder den Nebenstrecken, vor allem dem Pollo von Havelberg nach Lindenberg zu tun haben. Die Modelleisenbahnfreunde Pritzwalk zeigten einen Teil ihrer Ausstellung, dazu historische Uniformen, wie die eines Bahninspektors aus dem Jahr 1904. Und auch der Verein Prignitzer Kleinbahnmuseum Lindenberg unterstützte die kleine, aber feine Ausstellung mit einigen Exponaten.

Plätze im Mitropa-Saal reichten zeitweise kaum

Bei den Unterhaltungsdarbietungen wurde der Platz selbst im geräumigen ehemaligen Mitropa-Saal knapp. Die Line-Dance-Gruppe aus Glöwen trat dort auf, die Feuerwehr und Frauen des Dorfvereins sorgten für das leibliche Wohl. Doch das alles war nur Vorspiel für die eigentliche Attraktion des Abends: Der Bahnhof verwandelte sich in eine riesengroße Leinwand für die Lichtinstallation des Osterburger Künstlers Matthias Faul.

Gänseschwarm und Bahnhofsgeräusche

Im Rhythmus der Musik tanzten Bahnhofsuhren über die Fassade, geometrische Figuren blitzten auf und verschwanden wieder, ein Gänseschwarm schnatterte über die Fassade und natürlich fuhren auch Dampflokomotiven über die Wand des Geburtstagsbahnhofs. Begleitet wurde die Show von meditativer Musik und Klangcollagen aus echten Bahnhöfen. Vor allem, als schließlich echte Züge hielten und wieder weiterfuhren, wussten die Zuschauer für Momente nicht mehr, was Wirklichkeit und was Illusion war. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde war der Zauber verflogen und ein ruhiger Sternenhimmel leuchtete schwach von der Fassade.

Fassadensanierung soll März 2017 beginnen.

Ein sichtlich gerührter Roland Wierling dankte in seiner Festansprache allen, die an der gelungenen Feier mitgewirkt hatten, „an erster Stelle dem Dorf Glöwen“. Der Bahnhofsbesitzer ging auch noch auf ein weithin sichtbares Defizit ein. „Die bahnseitige Fassade konnten wir noch nicht machen. Dazu muss der Zugverkehr pausieren“, sagte Roland Wierling. Doch die Bahn habe signalisiert, dass zumindest vorbereitende Arbeiten im kommenden Jahr beginnen können. „Im März wird die Strecke vier Tage gesperrt. Dann fangen wir an“, sagte Roland Wierling.

Von Andreas König

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