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Bald kein Kiosk mehr im Krankenhaus

Perleberg Bald kein Kiosk mehr im Krankenhaus

Weil der Wartebereich im Perleberger Kreiskrankenhaus aufgewertet werden soll, muss der bisher von Karina von Kiedrowski betriebene Kiosk im Krankenhaus zum Jahresende weichen. Während sie vor dem finanziellen Ruin steht, sah Krankenhaus-Geschäftsführer Karsten Krüger auch im Erhalt der Einrichtung an anderer Stelle keine Alternative.

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Besuch der Krankenhausküche anlässlich des Unternehmerforums: Karsten Krüger (2. v. l.) und Torsten Uhe (r.).

Quelle: Foto: Andreas König

Perleberg. Im Perleberger Krankenhaus war er eine Institution: den Kiosk, den Karina von Kiedrowski seit Eröffnung der Einrichtung vor 13 Jahren betrieb, wird es aber bald nicht mehr geben. Denn das Krankenhaus hat den Vertrag zum 31. Dezember dieses Jahres gekündigt.

Für die ganze Familie von Kiedrowski ist das ein schwerer Schlag, hat sie doch in den Kiosk nicht nur Herzblut, sondern auch viel Geld gesteckt. „Wenn ich da raus bin, bin ich finanziell ruiniert“, sagt sie. „Die Kündigung wurde mir nicht einmal angekündigt, sondern direkt ausgesprochen.“ Für ihre fünf Angestellten bedeutet dies ebenfalls, dass sie sich einen neuen Job suchen müssen, einer hat dies schon getan. Ebenso muss sie ihre Kaffee- und Würstchenautomaten abbauen, die sie allesamt selbst angeschafft hatte – auf Bitten des damaligen Krankenhaus-Geschäftsführers Wolfgang Korzen hin, wie sie der MAZ sagte.

Während sich von Kiedrowski von der Kündigung überrumpelt gefühlt hatte, konnte dies der jetzige Krankenhaus-Geschäftsführer Karsten Krüger nur zum Teil nachvollziehen. Sicherlich sei dies in dem Moment, als er die Kündigung ausgesprochen habe, für die Betreiberin überraschend gewesen. Allerdings habe sie mit sechs Monaten eine verhältnismäßig lange Kündigungsfrist. Die Kündigung sei fristgerecht im Juni erfolgt. Grund dafür sind laut Krüger Pläne, den Foyerbereich im Krankenhaus umzugestalten. Über Patientenbefragungen habe man herausbekommen, dass die Unterbringung im Wartebereich kritikwürdig sei. Wer als Patient aufgenommen werden wolle, sitze zunächst im Zug und sei für jeden sichtbar. Um das zu ändern, war eine Projektgruppe ins Leben gerufen worden, die Vorschläge zur Verbesserung der Situation erarbeiten sollte. Da eine räumliche Vergrößerung aus Kostengründen nicht in Frage kam, waren andere Ideen gefragt und damit auch der Platz auf der vom Eingang her rechten Seite des Foyers – genau dort, wo sich jetzt noch der Kiosk befindet. Daher sollen dieser Raum, aber auch angrenzende Büros künftig als Wartebereich genutzt werden. „In allen Konzepten spielt der Kiosk eine wesentliche Rolle“, erklärte Krüger, „den brauchen wir.“ Darum sei jetzt fristgerecht gekündigt worden, anderenfalls hätte man mit der Umgestaltung noch ein Jahr warten müssen.

Den Kiosk anderweitig unterzubringen, war aber für das Krankenhaus keine Option, zumal auch das krankenhauseigene Bistro Essen anbietet. „Die verkaufen Bockwurst, wir verkaufen Bockwurst – das war eh schon doppelt“, meinte Krüger. Das aber ist für von Kiedrowski ein Kritikpunkt. Schließlich sei man in früheren Zeiten froh gewesen, dass ein privater Betreiber sich darum kümmere – mit der Begründung, dass dies nicht Aufgabe der Servicegesellschaft des Krankenhauses sein könne. Deren Leiterin ist Bettina Uhe. Spekulationen von Kiedrowskis, dass deren Mann, Landrat Torsten Uhe, über den Verwaltungsrat Einfluss auf die Entscheidung genommen habe, wies Karsten Krüger zurück. Von Seiten des Kreises, der Krankenhaus-Gesellschafter ist, sich aber laut Uhes Büroleiter Lutz Behrendt aus dem operativen Geschäft heraushält, wird man sich dazu nicht äußern. Zumal der Landrat derzeit nicht im Lande ist.

Karina von Kiedrowski will noch nicht aufgeben. Sie kritisiert auch, dass auf keinen ihrer Vorschläge, die sie nach der Kündigung unterbreitet habe, eingegangen worden sei. Sie sieht für sich nur einen Weg: „Ich muss einen Anwalt nehmen.“

Von Bernd Atzenroth

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