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Barocke Kommode zurück im Schloss

Meyenburg Barocke Kommode zurück im Schloss

Zur großen Freude nicht nur von Annegret und Reinhard Hahn, beide Mitglieder im Freundeskreis Schloss Meyenburg, kehrt nun nach vielen Jahrzehnten ein Möbelstück ins Schloss Meyenburg zurück, das einst zur originalen Ausstattung gehörte. Es handelt sich um eine barocke Kommode.

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Wieder im Schloss Meyenburg: barocke Kommode aus dem Nachlass der Familie von Rohr beziehungsweise Harrach.

Quelle: Beate Vogel

Meyenburg. Jahrzehntelang gab es kein Möbelstück im Meyenburger Schloss, das zur originalen Ausstattung gehörte. Zu sehr hatten die Wirren der Zeit dem Schloss zugesetzt, das ab 1934 verpachtet war. Seit dieser Woche können die Besucher des Schlossmuseums eine barocke Kommode bestaunen, die aus dem Nachlass der Familie von Rohr stammt. Nicht nur das Furnier, auch die fein ziselierten Beschläge lassen hohe Handwerkskunst erahnen.

Das Stücke wurde Annegret und Reinhard Hahn überlassen. Die beiden Mitglieder des Freundeskreises Schloss Meyenburg erforschen und erhalten die Geschichte der Meyenburger Adelsfamilie und stehen in Kontakt mit deren Nachfahren. Die Kommode gehörte einst Carola von Rohr, erzählte Annegret Hahn. Diese hatte sie nach dem Krieg ihrem Cousin Wichard Graf Harrach geschickt. Lange stand das Möbelstück im Haushalt der Familie Harrach. Jetzt starb, lange nach Wichards Tod, auch dessen Frau Jutta Gräfin Harrach, die viele Jahre in Bonn lebte. Ihr Sohn, Jobst-Babo Graf Harrach aus Frankfurt (Main), kontaktierte Familie Hahn und bot die Kommode an. „Wir wollen sie nun als Dauerleihgabe zeigen“, so Annegret Hahn.

Carola von Rohr lebte bis zum Tod im Kloster

Carola von Rohr genannt von Wahlen-Jürgass kam 1893 als das erste Kind Theodors von Rohr und dessen zweiter Frau Sophie von Schlieben zur Welt. Mit 14 Jahren zog sie in das Gärtnerhaus am Rande des Schlossparks gegenüber der Kirche. Das Gebäude stand dort, wo sich heute ein Abenteuerspielplatz befindet. Das Wohnhaus und sechs Morgen Park- und Gartenanlage gehörten zu ihrem Erbteil. Und auch die barocke Kommode.

Als man sie 1946 wegen angeblicher nationalsozialistischer Aktivitäten und Vernachlässigung ihres Gartenlandes enteignete, war sie gezwungen, Meyenburg zu verlassen. Ihr Widerspruch gegen die Vorwürfe und jegliche Erklärungen wurden abgewiesen. Carola von Rohr genannt Wahlen-Jürgass zog nach Malchow, wo sie ins Kloster ging, in das sie ihr Vater gleich nach der Geburt eingekauft hatte. „Das war damals so üblich, damit die unverheirateten Damen versorgt waren“, erklärte Annegret Hahn. Carola von Rohr lebte bis zu ihrem Tod 1963 unter ärmlichsten Bedingungen im Kloster Malchow. Platz für Möbel hatte sie in den engen Verhältnissen nicht.

Annegret und Reinhard Hahn freuten sich sehr über die Sendung, die diese Woche in Meyenburg ankam. „Vielleicht können wir sie irgendwann restaurieren“, so Annegret Hahn.

Von Beate Vogel

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