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Prignitz Baudenkmale, Parks und heilige Stätten
Lokales Prignitz Baudenkmale, Parks und heilige Stätten
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00:20 10.09.2017
Viel ist zu dem alten Stall auf dem Irmgardshof in Groß Gottschow nicht bekannt, doch er soll schon den 30-jährigen Krieg überstanden haben. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
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Groß Gottschow

Prächtige Schlösser, mächtige Kirchen, Patrizierhäuser mit aufwendigem Bauschmuck und große historische Fabrikhallen. Am Sonntag öffnen bundesweit mehr als 7500 Denkmäler zum Tag des offenen Denkmals ihre Pforten. In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto „Macht und Pracht“. Es bezieht sich auf Denkmale, die weltliche und religiöse Machtverhältnisse abbilden. Es öffnen aber auch Denkmale ihre Türen, an denen sich Machtmissbrauch erklären lässt und solche, die an die Armut und Ohnmacht ihrer Zeit und Bewohner erinnern. Im Land Brandenburg sind rund 380 Baudenkmale, Parks und heilige Stätten an dieser Aktion beteiligt. Unter ihnen der Irmgardshof in Groß Gottschow, ein weitgehend intakter Vierseitenhof, mit seinen beiden Besitzern Rosemarie Zahn und Eckhard Kaleschke.

Über 300 Jahre alte Scheune

Seit 2004 befindet er sich in ihrem Besitz. Rosemarie Zahn erbte ihn damals von ihrer Tante Irmgard, daher der heutige Name des Hofes. „Unser Ziel ist es und war es, alles so gut wie möglich zu erhalten“, sagt Rosemarie Zahn. So stehen noch heute alte Scheunen und Gemäuer auf ihrem Anwesen, die gepflegt und gehegt werden. Das älteste Gebäude ist eine Scheune, die vermutlich schon vor dem 30-jährigen Krieg, also vor 1618, errichtet wurde. „Der Feldsteinbau ist im Klosterformat errichtet“, ist sich Eckhard Kaleschke sicher. Zwar gab es im Laufe der Zeit schon einige Ausbesserungen und Umbauten, doch zum Großteil wurde alles wie damals erhalten. Bei einem Besuch im Klosterstift zum Heiligengrabe entdeckten sie ein Epigraph von einer adligen Person, die in Groß Gottschow gelebt haben soll. Von nun an war ihr Interesse geweckt.

Der Besitzer Eckhard Kaleschke fand unter dem Stall auf seinem Hof eine Kelleröffnung, die er nun weiter untersuchen möchte. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

„Wir haben eine Öffnung gefunden, vermutlich zu einem Keller, der zugeschüttet wurde“, verriet Eckhard Kaleschke stolz. Nun arbeitet er daran ihn wieder freizulegen, um mehr darüber herauszufinden, denn bis heute ist die damalige Funktion des Gebäudes nicht vollkommen geklärt. Doch ständig selbst aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln am Ball zu bleiben ist für die beiden Besitzer im Ruhestand nicht immer einfach, trotzdem ist es für sie eine Herzenssache. „Der Antrag für Fördermittel ist immer ein sehr kompliziertes und schwieriges Thema, doch ohne diese Hilfe würden wir untergehen“, sagt Rosemarie Zahn. „Unser langfristiges Ziel ist es eine Stiftung oder einen Verein zu gründen, so dass der Hof nicht mehr vererbt wird, sondern darin mit hineinfließt“, so die Besitzerin weiter. Sie könnte es sich zudem vorstellen, ihren Hof als Ausflugsziel und Herberge für Kinder, Behinderte oder Familien mit vielen Tieren und Aktionen anzubieten. Doch dafür fehlen bisher die Unterstützer und Mitstreiter.

Einer der wenigen so gut erhaltenen Höfe

Mit ihrer Teilnahme am Tag des offenen Denkmals erhoffen sie sich, bekannter zu werden und neue Leute kennenzulernen. „Bereits im vergangenen Jahr konnten wir an die 70 Besucher auf unserem Hof begrüßen“, sagt Eckhardt Kaleschke. Neben den alten Scheunen gibt es ebenso eine Lichtanlage aus dem Jahr 1923 und viele alte sehenswerte Gerätschaften zu bestaunen. Von 10 bis 18 Uhr steht der Irmgardshof in der Dorfstraße 33 in Groß Gottschow für alle Gäste offen. Sehenswert ist er allemal, schließlich gebe es nur wenige so gut erhaltene Höfe in Brandenburg, wie ein Gutachter vom Landesamt für Denkmalpflege dem Irmgardshof bescheinigte.

Von Marcus J. Pfeiffer

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