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Baumschule wird zu Obstplantage

Pritzwalk Baumschule wird zu Obstplantage

Die ehemalige Baumschule im Pritzwalker Hainholz wird eine Obstplantage werden. Das haben die Pritzwalker Stadtverordneten am Mittwoch nicht öffentlich entschieden. Über das Thema gab es schon im öffentlichen Teil lange Diskussionen.

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Quelle: Bernd Atzenroth

Pritzwalk. Die ehemalige Baumschule im Pritzwalker Hainholz wird eine Obstplantage werden. Das haben die Pritzwalker Stadtverordneten entschieden. „Betreffs Ihrer Anfrage teile ich Ihnen mit, dass ein Beschluss im Sinne der Antragstellung gefasst worden ist“, erklärte Bürgermeister Wolfgang Brockmann schriftlich auf MAZ-Anfrage.

Im nicht-öffentlichen Teil wurde der Verkauf der zehn Hektar großen Fläche an den Heidelbeerplantagenbetreiber Bernd-Uwe Arndt mit zehn Ja- bei sieben Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen beschlossen. Zuvor war das Thema im öffentlichen Teil der Sitzung stundenlang diskutiert worden. Im Publikum saß eine Vielzahl von Bürgern, die Brockmann mit Fragen überhäuften. Der MAZ-Beitrag zum Thema vom Mittwoch hatte einige Menschen aufgeschreckt, die sich auch an unsere Redaktion wandten. Ihnen allen lag der Erhalt des Hainholz am Herzen.

Verschwiegenheitspflicht verletzt

„Besteht die zwingende Notwendigkeit, diese Fläche zu veräußern?“, wollte zum Beispiel Holger Bull wissen. Er schob zwei Fragen nach: „Möchte die Stadt weiter das Hainholz als Naherholungsgebiet nutzen? Gibt es ein Konzept für die Nutzung der Zufahrtswege zu der Plantage?“ Brockmann jedoch wollte nicht antworten: „Es geht hier um eine Grundstücksangelegenheit.“ Und daher könne er sich nicht öffentlich dazu äußern. Erregt zeigte er sich darüber, dass aus den nicht-öffentlichen Beratungen über das Thema auch Details nach außen gedrungen seien: „Die Verschwiegenheitspflicht wurde verletzt.“ Darauf wiederholte Bull seine Frage nach der wirtschaftlichen Notwendigkeit eines Verkaufs. Brockmann: „Es ist auch wichtig, dass man Unternehmen fördert und nicht vertreibt.“

Eine Bürgerin wollte von Brockmann wissen, welche Wertschätzung das Hainholz bei der Stadt genieße, worauf Brockmann mit einem langen Statement antwortete. Die Stadt habe seit Jahrzehnten versucht, dieses Gebiet nicht zum Wirtschaftswald umzuwandeln.

Stadtverordnete am Zug

Für Unmut sorgte, dass den meisten Stadtverordneten das zweite eingereichte Konzept zur Nutzung der Fläche von Cornelia Wriedt nicht vorlag. Sie hatte es im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt, wo vereinbart worden war, es allen zugänglich zu machen. Fraglich war auch, ob ein weiterer Kaufantrag für die Fläche von Holger Bull noch Eingang in die Beratungen fand. Marlies Ferner (SPD): „Wir verfügen eigentlich allesamt nicht über die Informationen. Das reicht nicht, um sich für eine Beschlussfassung zu positionieren.“ Das wollte Brockmann aber nicht gelten lassen. Jetzt seien die Stadtverordneten am Zug – sie könnten ja oder nein sagen. Eine Vertagung der Diskussion war zuvor nicht beantragt worden.

Mit einem Betroffenen des Verkaufs ist eine Regelung getroffen worden. Dem Verein NLD Streckenthin ist ein Nutzungsvertrag für eine andere ungenutzte Brachfläche von zwei Hektar Größe angeboten worden, um dort das Gemüse für die Tafel anbauen zu können. Zudem soll nach Angaben Brockmanns das stillgelegte Wasserwerk so hergerichtet werden, dass es der Verein für seine Zwecke nutzen kann. Der Pachtvertrag für das NLD-Gelände in Streckenthin läuft zum 1. Oktober aus. Im Moment nutzt NLD die ehemalige Weidencampfläche, die nun aber Arndt mit erwerben wird.

Von Bernd Atzenroth

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