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Prignitz Beckstein beeindruckt von Wunderblutkirche
Lokales Prignitz Beckstein beeindruckt von Wunderblutkirche
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00:20 23.09.2017
Günther Beckstein (Mitte) lässt sich von Christian Richter (2.v.l.), Anna Trapp und Torsten Jacob (die Wunderblutkirche zeigen. Quelle: Andreas König
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Bad Wilsnack

Als Bürger des Freistaates Bayern hat Günther Beckstein sicher schon viele Kirchen gesehen. Doch die Wunderblutkirche in Bad Wilsnack beeindruckt den ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten und Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland sichtlich.

Erster Besuch Becksteins in der Kurstadt

Es ist sein erster Besuch in der Kurstadt, bei dem es nicht nur sein Interesse an der Kirche geht, sondern auch um die Kristall-Therme. Günther Beckstein ist seit einiger Zeit Aufsichtsratsvorsitzender der Kristall Bäder AG. Die Firmengruppe betreibt unter anderem die Kristall-Therme in Bad Wilsnack. Der Gemeindekirchenratsvorsitzende Christian Richter hat den einstigen Spitzenpolitiker schon vor längerer Zeit eingeladen, das Kulturdenkmal nationaler Wunderblutkirche zu besuchen. Die Kirche befindet sich gewissermaßen im Umbruch: Die Fassade ist eingerüstet, das Dach wird erneuert, und auch im Inneren stehen größere Arbeiten bevor.

Besucher können leeren Hostienschrein mit eigenen Ideen füllen

Vor allem im Lutherjahr gehört die einstige Wallfahrtskirche zu den bevorzugten Reisezielen in Brandenburg. „Wir haben oft Pilger und christliche Gruppen zu Besuch“, berichtet Christian Richter dem Besucher. „Zwar ist von den Bluthostien nichts übrig geblieben, aber der leere Hostienschrein ist der perfekte Ort für die Gläubigen und anderen Besucher, ihn mit ihren eigenen Wünsche und Ideen zu füllen“, sagt die Pfarrerin Ana Trapp.

Sanierung geschieht nicht um ihrer selbst willen

Günter Beckstein lässt sich den Grundriss zeigen und erklären und fragt den Planer Axel Seemann nach dem Fortgang der Arbeiten. Die Sanierung ist zwar mehr als notwendig, doch geschieht sie nicht um ihrer selbst willen. „Wir sind nun einmal eine der am dünnsten besiedelten Gegenden in Deutschland“, erklärt Christian Richter. Innerhalb weniger Jahre gab es drei Fusionen der Kirchenkreise. „Gerade deshalb brauchen die Menschen ein Identifikationszentrum, und das wollen wir in Bad Wilsnack schaffen.“

Proberäume und Übernachtungsmöglichkeiten geplant

Viele Musikgruppen suchen Proberäume und Gelegenheit, ihr Repertoire dem Publikum vorzustellen. Diese besondere Art von Kulturtourismus möchten Kirchengemeinde und Förderverein nutzen, um Geld für alle Vorhaben einzuwerben, die nicht vom Millionen-Bescheid für das Denkmal nationaler Bedeutung abgedeckt sind. Dazu will die Gemeinde das ehemalige Inspektorenhaus am Goethepark übernehmen und darin Übernachtungsmöglichkeiten und einen Veranstaltungsraum schaffen.

Mit Neubau auf der „Schlossplatte“ würde Wunde des Ortes geheilt

Auch die „Schlossplatte“, die Fläche, auf der sich bis 1976 das Schloss der Familie von Saldern befand, soll wieder bebaut werden. „Das ist die große Wunde des Ortes“, erkläret Christian Richter dem Besucher. Dem Förderverein und der Kirchengemeinde schwebt vor, dort ein Museum zu errichten, in dem die vielen historischen Exponate aus der Kirche eine neue Heimstatt finden können. Gleichzeitig würde die Kirche auf diese Art wieder die alten Sichtachsen aus der Pilgerzeit zurückbekommen und würde sich noch stärker als Ort der inneren Einkehr erweisen.

Thermen-Besucher sollen in die Stadt gelenkt werden

„Ich bin tief beeindruckt“, gestand Günther Beckstein. Im „protestantischen Norden“, im atheistisch dominierten Osten zumal, hätte er so etwas nicht erwartet. „Ihr habt tolle Ideen, gefällt mir“, sagte er. Jetzt, wo er sich ein Bild sowohl von der Kirche als auch von den Ideen gemacht habe, mit denen sie weiter belebt werden soll, wolle er das Vorhaben der Wilsnacker Akteure unterstützen. „Sicher muss man sich erst einmal die Pläne genau anschauen, aber, als einen ersten Schritt könnte ich mir vorstellen, dass die Gäste der Kristalltherme stärker in den Ort hineingelenkt werden“, sagte Günther Beckstein.

Von Andreas König

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