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Prignitz Bei Brandstiftung von der Polizei beobachtet
Lokales Prignitz Bei Brandstiftung von der Polizei beobachtet
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00:19 24.12.2017
Quelle: dpa
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Wittenberge/Neuruppin

Er hatte großes Glück – oder Pech, wie man es ausdrücken will, sagte am Donnerstag ein Polizeibeamter. Denn er war am 14. Juni genau dort, wo es mal wieder brannte. Der Beamte war in einer operativen Fahndungseinheit tätig, um die Brandserie in Wittenberge aufzuklären, die die Elbestadt zwischen April und Juni in Atem hielt. Für elf Brandstiftungen muss sich die 39-jährige Sylvia S. derzeit vor dem Landgericht Neuruppin verantworten.

Auf frischer Tat ertappt

Der Beamte sah in jener Nacht eine junge Frau aus einem Haus an der Bäckerstraße in Wittenberge kommen, in der Hand eine Tasche. Sie geht vielleicht zur Arbeit, habe er sich gedacht. Von weitem konnte er sehen, dass sie etwas in ein Fenster reichte und noch einmal nachschob. Kurz nachdem sich die Frau entfernt hatte, sah er Flammen. Er informierte seine Kollegen, dass es sich bei der Frau um die lang gesuchte Brandstifterin handeln könnte. Wo genau sie wohnte, wussten die Beamten nicht. „Da kam uns Kommissar Zufall zugute“, sagte der 48-Jährige. Aus einem der infrage kommenden Wohnhäuser kam ein Mann, den sie auf eine Frau mit blonden Haaren ansprachen. Das könne seine Nachbarin sein, meinte der Bewohner.

Sylvia S. öffnete, nachdem die Polizei mehrfach massiv geklopft hatte. Sie wirkte verschlafen, was der Beamte aber für vorgetäuscht hielt. Seine persönliche Meinung war : „Sie wirkte wie ertappt und es war die Frau, die ich auf der Straße gesehen hatte.“

Ein „blonder Engel“

Er bezeichnete sie als „blonden Engel“, der ihm bei den vorangegangenen Observationen nicht, sondern erstmalig in dieser Nacht aufgefallen war.. „Sie wirkte durch ihre Haare wie ein blonder Engel“. Seit diesem Tag sitzt die Mutter von zwei Töchtern in Untersuchungshaft.

Die jüngere Tochter (19) hatte unter den Kleidungsstücken, die ihr die Polizei vorlegte, Stücke erkannt, die sie zuvor aussortiert hatte. Das hatte die junge Frau bei ihrer zweiten Vernehmung ausgesagt. Bei der ersten Befragung habe sie unter Schock gestanden, „weil sie Mutti mitgenommen hatten“ und sie Angst hatte, dass mit einer Aussage ihre Mutter belasten würde. Von den Bränden hatte sie bei Facebook gelesen. Außerdem habe sie von ihrer Mutter Whatsapp-Nachrichten bekommen. „Mutti schrieb, dass sie langsam Angst bekommt.“ Das war nach einem Brand in einem Haus gegenüber ihrer Wohnung. Dieses Feuer hatte sie fotografiert und das Bild der Tochter geschickt.

„Sie würde nie jemandem etwas zu Leide tun“

Die 19-Jährige beschrieb ihre Mutter als immer freundlich. „Sie würde nie jemandem etwas zu Leide tun.“ Veränderungen im Wesen der Mutter habe sie in der Zeit, als es immer wieder brannte, nicht bemerkt. Ob sich die Mutter vielleicht allein gelassen gefühlt habe, weil sie die meiste Zeit bei ihrem Freund verbracht habe, wusste die junge Frau nicht. Eben so wenig, ob die Mutter Probleme mit einem Mann gehabt habe.

Offensichtlich behielt Sylvia S. ihre Sorgen eher für sich. Das war wohl ein Grund dafür, dass sich der Mann, den sie im März näher kennen gelernt hatte, nicht auf eine engere Beziehung einlassen wollte. „Sie war immer gleichbleibend, über Kummer und Sorgen hat sie nicht geredet. Ich habe sie als verschlossen erlebt“, sagte der 51-Jährige. Selbst als er ihren Wunsch, eine richtige Beziehung einzugehen, mit harschen Worten abschlug, habe sie keine Gemütsregung gezeigt. „Ich war sehr erstaunt, wie sie das aufgenommen hat. Sie hat das schweigend hin genommen.“ Er hätte mit Tränen oder einem Abbruch der Verbindung gerechnet. „Jeder braucht eine emotionale Rückmeldung“, sagte der Geschäftsmann. Die habe er vermisst.

Nicht über eigene Sorgen geredet

Über die Brände hätten sie geredet, beziehungsweise er. „Sie hat zugehört.“ Er sei erschüttert gewesen, dass sie mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus musste, nachdem es im Haus ihrer Mutter, in deren Wohnung sie damals übernachtet hatte, gebrannt hatte. Nach ihrer Entlassung habe er sie und ihre Töchter zum Essen eingeladen. „Wir feiern, dass Du noch am Leben bist.“ Wie er am Donnerstag sagte, liegt ihm noch etwas an der Angeklagten. Sie schreiben sich und er will sie im Gefängnis besuchen. Am 4. Januar wird weiter verhandelt.

Von Dagmar Simons

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