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Prignitz Belana und Jelly gehen dreimal baden
Lokales Prignitz Belana und Jelly gehen dreimal baden
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02:15 25.01.2016
In Windeseile schneiden die Frauen am Band schlechte Stellen oder Reste von Schalen aus den Kartoffeln. Quelle: Beate Vogel
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Putlitz

Dreimal werden die Kartoffeln gewaschen, bevor sie vakuumverpackt die Produktionsanlage der Firma Kartoffel- und Gemüseveredelung Prignitzland in Putlitz verlassen. Und dreimal werden sie geschält: grob, fein und noch einmal von Hand. Vier bis fünf Tonnen kullern jeden Tag über das Band, an dem die Frauen sie in Windeseile ausputzen. Die Kartoffeln – festkochende und vorwiegend festkochende Sorten – kommen von Landwirten aus der Region. „Wir legen großen Wert auf frische Ware“, betont Geschäftsführer Wolfgang Dillo.

Belana oder Jelly steht zum Beispiel auf den großen Paletten, in denen die Knollen auf ihre Verarbeitung warten. „Die Sorten kann man auch nicht mischen, das merken die Kunden“, sagt der Firmenchef. Die Sorten schmecken unterschiedlich und haben verschiedene Farben.

Tonnenweise kullern die Kartoffeln in Putlitz übers Band. Quelle: Beate Vogel

Mit einem Gabelstapler werden die Kartoffel-Paletten in eine große Schütte gefüllt. Von dort gelangen die sandigen Erdäpfel über ein Förderband in die erste Wäsche, erklärt Produktionsleiterin Angelika Malicki. Ein Schneckenlaufwerk befördert die Knollen in den Vorschäler. „Ganz schön laut hier“, ruft Angelika Malicki gegen den Lärm der Maschine an. Hinten plumpsen derweil die grob geschälten Kartoffeln in ihr zweites Bad, um von dort in den Feinschäler gehoben zu werden. „Der verteilt sie dann breit über ein Förderband, damit die Frauen gut herankommen“, erklärt die Produktionsleiterin.

15 Mitarbeiter im Putlitzer Betrieb beschäftigt

In der Putlitzer Firma arbeiten 15 Mitarbeiter. Zwei sind im Büro, einer ist Techniker; hinzu kommt Geschäftsführer Wolfgang Dillo. Die zwei Kraftfahrer sind auf einem 7,5-Tonner und einem 5,5-Tonner unterwegs, außerdem fährt ein VW T 5 Ware aus.

Gemüse wird seit 1. Juli 1996 in der Halle in Putlitz veredelt. Seit 2003 ist die Firma eigenständig. Eine besondere Ausbildung ist für die Arbeit im Betrieb nicht nötig.

Die Arbeiterinnen, die aus der Umgebung kommen, produzieren montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr. Am Samstag wird für Montag geschält.

Die sieben Frauen tragen weiße Kittel, Haarnetze, Plastikschürzen und Gummihandschuhe. Mit geübtem Griff schnappen sie sich die Kartoffeln, die faulige Stellen haben, schlecht geschält oder zu groß sind. Ruck-zuck säbeln sie die braunen Flecken aus Belana, Jelly und Co und lassen sie wieder aufs Band fallen. Ganz am Ende kullern die Knollen in ihre letzte Wäsche. Hier steht Angelika Malicki mit einer Kollegin und füllt die Kartoffeln je nach Kundenwunsch in feste Plastiktüten. „Es ist alles möglich, so wie der Kunde es will“, erklärt sie. So werden zwei-, fünf-, zehn- oder 15-Kilogramm-Vakuumbeutel abgewogen. Sie werden in großen Plastikboxen mit bis zu 500 Kilogramm Fassungsvermögen gleich in die Kühlzelle geschoben.

Jeden Tag holen die Fahrer der Putlitzer Firma frisches Obst und Gemüse vom Blumen- und Gemüsegroßmarkt in Fretzdorf an der A 24. Obst und Gemüse unterliegt starken Preisschwankungen, es wird zu Tagespreisen gehandelt.

Geschäftsführer Wolfgang Dillo. Quelle: Beate Vogel

„Unsere Bürokauffrauen müssen jeden Tag die Preise neu ausrechnen“, sagt der 56-jährige Firmenchef. Neben den Kartoffeln verarbeiten die Frauen an der Anlage auch Gemüse: Zwiebeln, Suppengemüse, Weiß- und Rotkohl. Geschnitten werden die Sorten grob, mittel oder fein. Die Gerätschaften bei der Kartoffel- und Gemüseveredelung Prignitzland haben freilich etwas andere Dimensionen als die heimische Küchenmaschine. So kann ein Messer, mit dem Möhren, Zwiebeln, Gurken oder Kartoffeln in Scheiben geschnitten werden, schon mal 40 Zentimeter Durchmesser haben. „Wir machen auch Bratkartoffeln und Rohkost“, so die Produktionsleiterin. Messer gibt es für alles: Suppenwürfel, Möhrenstifte, Rohkost oder Bandschäler – je nachdem, ob es der Kunde grob oder fein will. „Sogar Pastinaken haben wir schon mal geschnitten“, erinnert sich Angelika Malicki.

Während vormittags die Kartoffeln verarbeitet werden, geht es ab 14 Uhr ans Gemüse. „Bis mittags geben unsere Kunden täglich ihre Bestellungen auf“, erläutert Geschäftsführer Dillo. Dann sind Rotkohl, Zwiebeln und Gurken an der Reihe. Auch Äpfel, Bananen und Clementinen werden verpackt. Einer der Großkunden der Putlitzer Firma ist das Kreiskrankenhaus Prignitz. Dort sollen die Patienten zu den Mahlzeiten immer auch etwas Gesundes bekommen. „Sie legen sehr großen Wert auf frische Ware, das ist eine gute Sache“ sagt Wolfgang Dillo. Über Nacht wird die Ware ausgeliefert. Dann steht sie morgens fertig zur Weiterverarbeitung in den Großküchen und Restaurants. Bis 40, 50 Kilometer im Umkreis liefern die Kraftfahrer das geschälte und geschnittene Obst und Gemüse aus.

Von Beate Vogel

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