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Prignitz Bentwischer „werden ein Rauschen hören“
Lokales Prignitz Bentwischer „werden ein Rauschen hören“
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00:17 18.06.2016
Egbert Neumann, Abteilungsleiter im Infrastrukturministerium, berichtete über den Fortgang der Planungen für den Bau der A 14. Quelle: Andreas König
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Wittenberge

Mehr als ein Jahr haben die Fachleute der bundeseigenen Planungsgesellschaft Deges und die Beamten des brandenburgischen Infrastrukturministeriums über der künftigen Autobahntrasse gebrütet. Doch es bleibt dabei: Bis auf 200 Meter Entfernung muss die Trasse am Wittenberger Ortsteil Bentwisch vorbeigeführt werden, sollen die naturschutzrechtlichen Forderungen erfüllt werden.

Anwohner hören diszipliniert zu

Bei früheren Zusammenkünften regte sich an dieser Stelle noch immer der Protest der Anwohner. Die Frage nach dem „Schutzgut Mensch“ wurde aufgeworfen und aus Sicht der Betroffenen nie zu ihren Gunsten beantwortet. Nun also steht sie auf der Karte: Eine wuchtige, in S-Form verlaufende rote Linie, die den Namen „optimierte Vorzugstrasse“ oder auch „optimierte Planfeststellungsvariante“ trägt. Die knapp 100 Zuschauer im Sitzungssaal des Wittenberger Rathauses hören diszipliniert zu, als Holger Behrmann, Abteilungsleiter bei der bundeseigenen Planungsgesellschaft Deges, die wichtigsten Merkmale der Vorzugs­trasse erläutert. Nur mit dieser Trasse, sagt der Bauingenieur, seien „erhebliche Beeinträchtigungen“ in drei Vogelschutzgebieten zu vermeiden.

Umweltschützer haben Planer in die Defensive gedrängt

Der Preis dafür ist eine weitaus dichter an die Ortsteile Lindenberg und Bentwisch herangeführte Autobahn-Trasse, als das im ersten Entwurf von 2009 der Fall war. Doch Umweltverbände haben die Planungsfachleute der Länder und des Bundes mit gewonnenen Gerichtsverfahren in die Defensive gedrängt. Die jetzt in Vorbereitung befindlichen Unterlagen sollen so gut es geht klagesicher gemacht werden. Fehler, wie sie etwa jüngst in Sachsen-Anhalt aufgetreten sind, sollen unbedingt vermieden werden. Weil aber die Bürgerinitiative Bentwisch ebenfalls im projektbegleitenden Arbeitskreis vertreten ist, muss man den künftig von Lärm Betroffenen ein Zugeständnis machen.

Lärmschutzwand hilft nur, gesetzliche Werte einzuhalten

Lärmschutzwand heißt das Zauberwort. Mit deren Hilfe sollen die gesetzlich zulässigen Geräuschbelastungen von 59 Dezibel-A (dBA, Schalldruckpegel, wie er vom menschlichen Gehör wahrgenommen wird) am Tag und 49 dBA nachts gewährleistet werden. Die Lärmschutzwand soll bis zu vier Meter hoch werden, was gemeinsam mit der in „Dammlage“ ausgeführten Autobahn an deren höchstem Punkt einen Wall von bis zu 13 Metern Höhe ergibt. „Das dient dazu, die gesetzlichen Rahmenbedingungen einzuhalten“, erklärt Holger Behrmann. „Ich kann Ihnen nicht versprechen, dass es leise ist. Sie werden ein Rauschen hören, aber es wird nicht lauter sein als am bereits fertiggestellten Abschnitt bei Karstädt.“

Furcht vor sinkenden Grundstückspreisen und Mieten

Die Anwohner wollen wissen, ob es nicht möglich wäre, „Flüsterasphalt“ einzusetzen. Der würde den Lärmpegel um insgesamt 4 dBA senken, doch gebe das der „gesetzliche Rahmen nicht her“, erklärt Holger Behrmann. Zudem halte der grobporige Asphalt höchstens zehn Jahre und sei teuer. Er bringe schon deswegen nichts, weil die Höhe der Lärmschutzwand reduziert würde, sollte weiterer Schallschutz verwendet werden. Anwohner Frank Paul sieht schlimme Folgen des Autobahnbaus: „Alle Grundstücke werden entwertet, Mieten sinken und Erben finden für die Grundstücke keine Käufer.“ Abteilungsleiter Egbert Neumann will darüber nicht hinweggehen, aber „wir bewegen uns in einem Rechtsrahmen und der wird nicht stabiler“.

Von Andreas König

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