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Prignitz Benzindiebstahl in der Prignitz
Lokales Prignitz Benzindiebstahl in der Prignitz
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00:18 27.02.2016
Häufig ist der Tankbetrug: Tanken und nicht bezahlen. Quelle: dpa-Zentralbild
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Perleberg

Der Diebstahl von Kraftstoffen taucht mit großer Regelmäßigkeit in den täglichen Polizeiberichten auf. Für Aufsehen sorgte allerdings eine Serie von Straftaten zwischen Mitte Oktober und Mitte November 2015 in der Westprignitz. „Das ging plötzlich los und hörte ebenso plötzlich wieder auf“, berichtet Toralf Reinhardt, Sprecher der Polizeidirektion Nord in Neuruppin, zu den Vorgängen.

Der Auftakt erfolgte am 12. Oktober in Wittenberge. Allein in dieser Nacht wurde gleich viermal Benzin aus abgestellten Fahrzeugen abgezapft. In kurzer Folge nahm die Polizei ähnliche Straftaten auf: am 15. Oktober, 22. Oktober, 24. Oktober, 27. Oktober. Der bis heute nicht ermittelte Täter setzte am 11. November mit nochmals drei Delikten den vorläufigen Schlusspunkt unter diese ungewöhnliche Serie. Neben den insgesamt 17 Fällen in Wittenberge gingen auch in Perleberg bei der Polizei elf Anzeigen ein.

Täter bevorzugte bestimmte Autotypen

In allen Fällen bohrte der Täter den Tank der Fahrzeuge auf. „Er benutzte dazu einen verstärkten Akkuschrauber“, wie Toralf Reinhardt erklärt. Also ein Allerweltswerkzeug, das in jedem Baumarkt zu bekommen ist. Die Löcher wiesen einen Durchmesser von einem Zentimeter auf. Mal fanden die Ermittler nur ein Loch im Tank vor, meiste schwankte deren Zahl jedoch zwischen drei und sieben. Der Polizei fiel eine weitere Besonderheit auf. Der Serientäter hatte es ausschließlich auf Personenwagen abgesehen, wobei er bestimmte Marken bevorzugte: Ford Fiesta, Renault, Opel Astra. „Mit diesen Fahrzeugen kannte sich der Täter offenbar aus“, vermutet der Polizeisprecher. Aber auch ein Skoda Octavia und ein Mercedes C 220 gehörten zu den Opferfahrzeugen.

All die Fahrzeuge, bei denen der Tank aufgebohrt wurde, standen nicht auf irgendeinem abseitigen Gelände, sondern waren im Stadtgebiet abgestellt.In Wittenberge befanden sich die Tatorte im Hor­ning, im Gehrenweg, an der Albert-Schweitzer-Schule oder an der Lenzener Straße. Allerdings so stellte die Polizei fest, waren die Orte allesamt von Straßenlampen kaum beleuchtet. „Der Täter hat sich offenbar ausgekannt und gezielt nach Gelegenheiten gesucht“, sagt Toralf Reinhardt dazu.

Wert des erbeuteten Benzins zwischen 25 und 80 Euro

Der Schaden, den der Täter anrichtete, war weitaus größer als das, was er erbeutetet. Die Schadenshöhe lag nach Einschätzung der Polizei zwischen 200 und 600 Euro. Das erbeutete Benzin hatte hingegen lediglich einen Wert zwischen 25 und 80 Euro. Meist mussten die beschädigten Tanks ausgewechselt werden, zumindest einmal konnte das Loch auch wieder gelötet werden.

„Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es gegen solche Diebstähle nicht“, räumt Toralf Reinhardt ein. Doch sollten Fahrzeuge möglichst an beleuchteten Orten abgestellt werden und dort, wo es„Bewegung“ gibt. Wachsame Nachbarn können einiges abwenden.

So ungewöhnlich die Diebstahlserie auch war, die Masse der Kraftstoffdelikte bleiben jedoch Dieseldiebstähle aus abgestellten Baufahrzeugen. Bagger oder Harvester sind meist am Wochenende das Ziel von Dieben. Dabei finden Großbaustellen etwa an Autobahnen immer besonderen Zuspruch. „Die Täter sind sehr mobil“, berichtet Toralf Reinhardt. Sie ziehen gewissermaßen mit den Baustellen. Allerdings brechen auch regionale Täter die Tanks von Baufahrzeugen auf.

Tankbetrug weitaus häufiger als Kraftstoffdiebstahl

Zur Einordnung der Tankdiebstähle nennt Toralf Reinhardt einige Zahlen. 2013 wurde in der Polizeidirektion Nord 358 Diebstähle aus Autos angezeigt. Im selben Jahr gab es 61 Kraftstoffdiebstähle. Noch eine andere Zahl ist interessant.

Im gleichen Zeitraum nahm die Polizei in 667 Fällen einen Tankbetrug auf: das Zehnfache der Diebstähle. Das Aufbohren von Tanks – wie in Wittenberge und Perleberg geschehen – ist eben doch mit etwas Arbeit verbunden.

Von Michael Beeskow

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