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Prignitz Beratec: Erst die Maschinen, dann die Büros
Lokales Prignitz Beratec: Erst die Maschinen, dann die Büros
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13:32 28.03.2017
Torsten Genrich mit einer verzahnten Antriebswelle. Quelle: Claudia Bihler
Meyenburg

Als Harald Kenzler 1993 das Meyenburger Maschinenbauunternehmen Beratec Antriebselemente gründete, da griff er wie so viele Neuunternehmer im Pritz­walker Raum auf sein Fachwissen aus einer Tätigkeit im Zahnradwerk zurück. Bis heute arbeiten die beiden Werke eng zusammen: Während das Zahnradwerk überwiegend Serienfertigung von Zahnrädern übernimmt, liegt der Schwerpunkt von Beratec bei Einzel- und Sonderfertigungen. Das Zahnradwerk ließ die Meyenburger entsprechende Teile zuliefern, die Meyenburger dagegen ließen ihre Stahlprodukte im Zahnradwerk in Pritz­walk härten. Insofern ist die Erleichterung der Beratecler groß, dass das Zahnradwerk weiter arbeitet.

CNC-Dreher gesucht

Christian Kenzler: „Der Berater und der Insolvenzverwalter haben dort gute Arbeit geleistet, indem sie die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens wieder hergestellt und die Auffanggesellschaft gegründet haben.“ Die Kenzlers hätten inzwischen auch gerne einen Mitarbeiter aus der Auffanggesellschaft übernommen: „Doch Anfang des Jahres waren wir mit den Einstellungen noch vorsichtig, und inzwischen scheint es fast, als wenn diejenigen, die noch nach einer Stelle suchen, fast alle wieder in Arbeit sind.“ So steht nach wie vor auf der Internetseite der Firma Beratec in Meyenburg das Stellenangebot: Der Maschinenbauer aus Meyenburg sucht einen CNC-Dreher.

Juniorchef Christian (l.) und Beratec-Gründer Harald Kenzler, der sein Berufsleben im Pritzwalker Zahnradwerk begonnen hat. Quelle: Claudia Bihler

Gesucht wird auch ein Azubi. Doch auch dies ist trotz der zahlreichen Aktivitäten, die der Familienbetrieb der Kenzlers in Sachen Fachkräftenachwuchs unternimmt, gar nicht so einfach. Schon seit vielen Jahren engagiert sich Beratec nicht nur bei der Berufsinfo-Woche an der Pritzwalker Freiherr-von-Rochow-Schule, sondern nimmt auch regelmäßig Schüler der Pritzwalker Oberschule zum Praxislernen auf, bei dem die Jugendlichen einmal in der Woche statt an der Schulbank in Betrieben der Region arbeiten. „Viele wollen allerdings heute lieber einen Bürojob und interessieren sich nicht mehr für handwerkliche Arbeiten“, sagt Juniorchef Christian Kenzler.

Kleines Unternehmen mit großer Flexibilität

„Die Stelle fürs Praxislernen war in diesem Jahr nicht besetzt.“ Seniorchef Harald Kenzler beobachtet das Phänomen schon seit mehreren Jahren: „Etwa ab 2012 haben die Bewerbungen deutlich nachgelassen.“ Allerdings: Der derzeitige Azubi, der in Meyenburg lernt, hatte über diesen Weg eine Stelle im Werk erhalten und ist inzwischen bereits im dritten Lehrjahr. Gerne nehmen die Kenzlers auch Praktikanten auf. Christian Kenzler: „Dabei können wir zeigen, dass der Beruf des CNC-Drehers viele interessante Herausforderungen bietet.“

Inzwischen macht sich der Fachkräftemangel mitunter im Werk auch bemerkbar. Christian Kenzler: „Man nimmt dann eben nicht mehr so viele Aufträge an, sondern nur das, was zu schaffen ist. Aber das kann heikel sein, denn Kunden suchen sich dann auch leicht alternative Lieferanten.“ Dennoch: Beratec behauptet sich am Markt. Christian Kenzler: „Unsere Stärke als kleines Unternehmen mit 19 Mitarbeitern ist, dass wir Spezialteile schnell und flexibel auf Kundenanforderungen fertigen können.“

Firma erschließt neue Geschäftsfelder

Zu den Auftraggebern gehört in erster Linie die Schwerindustrie: Komponenten für Fördertechnik, für Walzwerke und Bergbaumaschinen werden in Meyenburg bestellt, regelmäßig werden Kupplungsteile für die ICE gefertigt. Eine dreiviertel Million hat das Familienunternehmen in neue Maschinen investiert, darunter in eine Abwälzfräse, auf der Teile bis zu 700 Millimetern Durchmesser gefertigt werden können, sowie in eine hochmoderne 6-Achs-Voll-CNC-Anlage: „So eine Maschine gibt es in der Region wohl sonst nur noch im Zahnradwerk“, sagt Christian Kenzler, der in den kommenden Jahren Stück für Stück die Betriebsführung übernehmen soll. Harald Kenzler, der gerade 60 wurde, will aber weiter noch zur Verfügung stehen: „So schnell geht das ja alles nicht.“

Thomas Rodat kontrolliert eine Kupplungshülse für den ICE auf ihre genauen Abmessungen. Quelle: Claudia Bihler

Der Juniorchef erschließt nach seinem Masterstudium und einer Tätigkeit als Gastdozent an einer Hochschule jedoch bereits neue Geschäftsfelder – etwa im Werkzeugbau: „Wir wollen unter anderem für solche Anlagen Teile zuliefern, auf denen Medizintechnik hergestellt wird.“

Während in der Werkshalle ein moderner Maschinenpark steht, arbeitet die Geschäftsführung nach wie vor in Bürocontainern. Doch das soll sich mittelfristig auch ändern, denn auf dem Meyenburger Firmengelände wird nun auch eine Verwaltungseinheit aufgebaut werden.

Von Claudia Bihler

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