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Prignitz Bernd Streiter macht Geschichte mit Kunst
Lokales Prignitz Bernd Streiter macht Geschichte mit Kunst
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00:20 10.11.2018
Noch besteht Bernd Streiters Plastik aus Gips - eine Szene zur Grabower Goldleistenfabrik. Quelle: Kerstin Beck
Lenzen

„Das hier ist noch nicht fertig, es muss ja noch in Wachs gestaltet werden, und dann wird alles mit Bronze ausgegossen“, erklärt Bernd Streiter in seinem Lenzener Atelier sein derzeit aktuelles Kunstwerk. Es geht um die letzte von insgesamt fünf Plastiken, die die Stadt Grabow bei dem Künstler bestellt hat: Sie zeigt ein Detail aus der Industriegeschichte der Eldestadt: zwei Arbeiter bei der Herstellung eines Goldleistenrahmens.

„Da kann man von jeder Seite aus auf die andere Seite durch den Rahmen schauen und man sieht dabei immer ein anderes Detail“, meint der Mödlicher, der dazu noch ein weiteres Stück in petto hat: einen Tisch samt Werkzeugen und Stuhl. Wer es nicht weiß, hält das Zubehör für „echt“, aber Letzteres besteht aus purem Wachs. „Das wird dann nur noch ausgeschmolzen, und die barock aussehenden Goldleisten bekommen dazu natürlich eine echte Vergoldung“, erklärt der 56-jährige weiter.

Die letzte Plastik soll noch im Dezember aufgestellt werden

Wenn alles klappt, wird diese Plastik noch im Dezember aufgestellt – im Bereich des alten Hafens, wo die Goldleistenfabrik ehemals gestanden hat.

Lebensecht, aber kein Original: Tisch und Stuhl bestehen lediglich aus Wachs. Quelle: Kerstin Beck

Der Hintergrund zu dieser Kunstaktion ist übrigens gleichermaßen heimatgeschichtlich beflissen wie nachhaltig: Insgesamt fünf von Bernd Streiter geschaffene und in der Grabower Altstadt aufgestellte Plastiken sollen an die interessante Vergangenheit der Stadt und an ihre reiche Industriegeschichte erinnern. „Da kann man dann als Einwohner, als Tourist oder als junger Mensch, der noch nicht so viel von Grabows Vergangenheit kennt, einen Stadtrundgang machen und stößt immer wieder auf Spuren der Vergangenheit, die ihre Geschichte erzählen“, so Streiter.

Figuren sind Grabower Originale

Besagte Geschichten sind in erster Linie voller Humor. Da gibt es zum Beispiel den Bürgermeister Franz Floerke, der mit dem – gerade verhafteten – Fritz Reuter „einen trinkt“, denn beide kennen sich schließlich aus ihrer Schulzeit. „Die habe ich hingesetzt wie Goethe und Schiller in Weimar, aber mit dem Unterschied, dass dem Reuter noch eine volle Pulle aus dem Mantel schaut!“ Da gibt es auch die Guste Trahn mit ihrem Bollerwagen, ein Grabower Original, „die damit jeden Tag die Pferdeäppel eingesammelt hat“.

Diese Arbeiterin ist am Vergolden: Ein Stück Grabower Industriegeschichte. Quelle: Kerstin Beck

Oder den Verkauf des Erbpachtrechtes der Grabower Mühle vom Fürsten Bolbrügge an den dortigen Müller 1777, „wo keiner dem anderen über den Weg traut und sich beide misstrauisch anschielen, aber der eine ist scharf auf das Geld und der andere auf die Berechtigung“.

Und auch der Grabower Brauerei wurde nunmehr ein Streitersches Denkmal gesetzt: „Da gab es zwei Brüder unter den Brauern, der eine war ein Manager und der andere ein Bierbrauer der Tat, und so stehen sie heute da, ein feiner Herr und ein Brauer mit Schürze und Kelle und trinken sich zu!“

Grabower sind stolz auf die Figuren

Am vergangenen Freitag schauten sich Wolfgang Kann, der derzeit amtierende Stellvertretende Bürgermeister und Kathleen Bartels, die demnächst neue Bürgermeisterin Grabows, das noch nicht vollendete Kunstwerk an. „Ganz fasziniert“ waren beide auch von dieser letzten Plastik.

„Und die Grabower sind stolz über die Figuren, die schon stehen, weil sie an alles das, was es in ihrer Heimatstadt mal gab, erinnern. Das ist so etwas wie lebendiger Geschichtsunterricht“, freute sich Bernd Streiter über den großen Anklang.

Von Kerstin Beck

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