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Prignitz Neue Anlaufstelle für Behinderte
Lokales Prignitz Neue Anlaufstelle für Behinderte
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18:01 26.02.2018
Steffi Brauer und Tim Schönfeld beraten Menschen mit Benachteiligungen und Behinderungen und deren Angehörige in der Bahnstraße 74 in Wittenberge. Quelle: Andreas König
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Wittenberge

Wer verstehen will, was Steffi Brauer und Tim Schönfeld genau machen, fragt am besten nach einem praktischen Beispiel. Die beiden Mitarbeiter der neuen Beratungsstelle zur „Ergänzenden unabhängigen Teilhabe-Beratung“ (EUTB) sind erst seit Januar aktiv, konnten aber schon etwas für hilfebedürftige Menschen tun.

„Zu uns kam eine Familie aus einem Ort in der Nähe von Wittenberge, deren Tochter urplötzlich an einer sehr seltenen Krankheit leidet und von einem Tag auf den anderen bettlägerig geworden ist“, erzählt Steffi Brauer. „Das ist natürlich sehr belastend für die ganze Familie“, ergänzt Tim Schönfeld. Die beiden Berater hörten den Eltern der erkrankten Frau zu und vermittelten schließlich psychologische Hilfe. „Das war schon sehr berührend, für die Familie aber letzten Endes eine Erleichterung“, sagt Steffi Brauer.

Beratungsstellen sind gesetzlich vorgeschrieben

Bezahlt wird die Beratungsstelle mit dem nicht ganz leicht zu merkenden Namen vom Bundessozialministerium. „Solche Beratungsstellen wie unsere sind seit diesem Jahr gesetzlich vorgeschrieben“, sagt Steffi Brauer.

Die wichtigste Zielgruppe sind Menschen mit Behinderung jedweder Art. „Da kann es sein, dass die Krankenkasse ein Hilfsmittel abgelehnt hat, oder dass es Fördermittel für bestimmte Rehabilitationsmaßnahmen gibt, von denen der benachteiligte Mensch gar nichts weiß“, sagt Tim Schönfeld.

Kontakte zu vielen Partnern

In solchen Fällen wollen die beiden Berater helfen. „Noch besser ist es, wenn Betroffene anderen Betroffenen unter die Arme greifen können“, sagt Steffi Brauer. Einige solcher ehrenamtlich tätiger Berater haben Steffi Brauer und Tim Schönfeld bereits gewinnen können.

Seit Anfang des Jahres haben sie zunächst ihr Büro in der Wittenberger Bahnstraße 74 eingerichtet, sich bei allen wichtigen sozialen Trägern der Region vorgestellt und für eine gute Zusammenarbeit geworben sowie „ein Netzwerk aufgebaut“, wie sie das nennen.

Auch Hausbesuche möglich

„Unser Zuständigkeitsgebiet ist der gesamte Landkreis Prignitz und die Region Wittstock“, erklärt Steffi Brauer. Noch gibt es keine Außenstellen, aber die beiden Berater haben Interesse daran, auch in den anderen Städten präsent zu sein.

„In Pritzwalk haben wir uns bereits vorgestellt“, sagt Steffi Brauer. Künftig soll es auch Hausbesuche geben. Das käme zum Beispiel in Betracht, wenn die Klienten nicht so mobil sind.

Leistung ist unabhängig und kostenfrei

„Schön wäre es, wenn die Leute sich vorher bei uns melden“, rät Tim Schönfeld. Oftmals seien Dokumente nötig, um Leistungen zu beantragen. „Wenn die dann nicht dabei sind, muss ein zweiter Termin vereinbart werden. Diese Mühe kann man sich ja sparen.“

Großen Wert legen beide Berater darauf, dass sie ihre Leistungen unabhängig und kostenlos anbieten. „Als Träger der Berater-Stellen fungiert zwar die Lebenshilfe Prignitz, aber das hat nur fördertechnische Gründe“, sagt Steffi Brauer. In den barrierefreien Räumen befand sich zuvor ein Nähladen.

Riesiger Bedarf für Beratungen

Die Beratungsstelle ist zunächst auf fünf Jahre befristet. „Aber der Bedarf ist riesig, zumal die Leistungen ja jetzt erst angeboten werden“, sagt Tim Schönfeld.

Vor allem in der Prignitz gebe es eine große Zahl an Menschen mit Behinderungen oder anderen Nachteile. „Allein in den Werkstätten der Lebenshilfe in Wittenberge und Pritzwalk sind über 500 Mitarbeiter tätig“, sagt Steffi Brauer.

Beide kennen sie in der Materie aus

Beeindruckt zeigen sich Steffi Brauer und Tim Schönfeld von der Offenheit, mit der die Ratsuchenden ihre Probleme schildern. „Es ist ja nicht selbstverständlich, zum Beispiel von Problemen mit Alkohol in der Familie zu berichten“, sagt Steffi Brauer. „Es hilft uns aber, wenn wir die Hintergründe kennen. Das macht es einfacher, die passenden Beratungsangebote zu finden und zu vermitteln.“

Beide Berater übten zuvor andere Tätigkeiten aus. Steffi Brauer arbeitete zuvor im Jobcenter Prignitz in Perleberg. Die 53-Jährige ist ausgebildete Sozialpädagogin. Tim Schönfeld war als Sozialversicherungsfachangestellter für eine Krankenkasse tätig. Die Probleme, mit denen sich ihre Klienten oder deren Angehörige herumschlagen müssen, sind beiden also bekannt – wenn auch von der anderen Seite des Schreibtischs.

Von Andreas König

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